Lescop – Lescop

Lescop CD Cover

Weit entfernt vom französischen Chanson ist sie, die Musik von Mathieu Lescop. Würde er nicht auf Französisch singen, so hielte man sein Debütalbum für ein englisches. Harte, elektronische Beats, Synthesizer und eine Stimmung, die dann doch französischer nicht sein könnte. Lescop beschwört die von Neonlicht getränkte Einsamkeit der Großstädte, erinnert mal an Godards Alphaville, mal an Polanskis Frantic. Abseits der eleganten, leicht unterkühlten Instrumentierung wird dieser Eindruck auch auf textlicher Seite bestärkt. Erzählen die Texte doch von intimen Momenten, Träumen und Hoffnungen, aber auch von ihren Kehrseiten. Überdeutlich spürbar ist dies in Paris S’Endort. Musikalisch unruhig wird die Geschichte von Stéphanie erzählt, die an einem Samstag völlig vereinsamt in ihrem Zimmer sitzt, Zigaretten raucht und willkürlich Telefonnummern wählt. Keiner wird ihr antworten, die Pariser schlafen bereits und ihnen folgt auch Stéphanie, die ganz langsam in die Nacht übergeht und sich in Träumen verliert. In La Nuit Américaine träumt die Protagonistin Sandra bereits zu Beginn des Stücks. Sie imaginiert sich als Hollywoodstar, als Leinwandheldin, schläft, ihren Liebsten umschlungen in ihrer eigenen, amerikanischen Nacht. Lescops kennt die Melancholie, erzählt von ihr und ist sich bewusst, wie diese wirkungsvoll umzusetzen ist. Hörer, die französische Musik nicht einzig an Chansons festmachen, sollten ihr definitiv ein Ohr leihen. Die Stimmung des Albums ist herzzerreißend schön und gipfelt in einem wunderbaren Duett (Le Mal Mon Ange) mit Dorothée de Koon.

Erschienen bei Le Pop Musik.

Subjektiv: [xrr rating=4/5] Objektiv: [xrr rating=4/5]

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