Filmkritik – Ritterfürst Jaroslaw

Ritterfürst Jaroslaw Bluray

[quote]Im Jahr 1010 wird der junge Ritterfürst Jaroslaw von seinem Vater nach Rostow geschickt. Hier im Nordosten des Reiches werden die Stämme immer wieder von Barbaren-Horden angegriffen, ausgeraubt und als Sklaven verschleppt. Jaroslaw stellt sich dem Kampf zusammen mit seinen Rittern und den Wikingersöldnertruppen unter der Führung des Kriegers Harald.[/quote]

Die Blu-ray Inhaltsangabe fasst die Geschichte eigentlich perfekt zusammen. Wir sehen, wie der russische Nationalheld Jaroslaw für die Freiheit seiner Untertanen kämpft, das Land eint und eine Verschwörung aufdeckt. Was nach Trashgranate klingt, ist deutlich besser, als man denken würde. Historisch relativ korrekt erzählt man in grauen Bildern ein Stück Geschichte, ohne dabei unfreiwillig komisch oder gar langweilig zu sein. Die Kampfszenen sind nicht so spektakulär, wie uns Nashfilm glauben machen will – sie sind nett, aber eben nicht spektakulär. Da ist man seit Excalibur oder (vor allem) Herr der Ringe anderes gewohnt. Dafür überzeugt der Realismus. Blut fließt nur dort, wo es auch wirklich fließen würde, Wald sieht nach Wald aus etc. Überhaupt ist der Einfluss des sowjetischen Realismus‘ allgegenwärtig. Nichts wirkt arrangiert oder überdramatisiert.

Ein berechtigter Kritikpunkt hingegen die gelegentliche Bildunschärfe, die teils zu realistischen, an Heimvideos erinnernden Farben. Der Ton ist wenig dynamisch, dafür aber Mietshausfreundlich, sprich man versteht auch bei geringer Lautstärke alles. Der 5.1. Mix ist etwas bieder geraten. Zum Vergleich erinnere ich an Blu-ray Highlights wie Wolfman. Jedoch kann man mit der Bild- und Tonqualität gut leben. Was hingegen gar nicht geht, sind die Features. Der historische Hintergrund glänzt durch eine Laufschrift, die zwar informativ ist, als Dokumentation aber deutlich spannender gewesen wäre. Dem Fass den Boden schlägt jedoch die Making-Of Slideshow aus. Slideshow? Wirklich? Alles in allem erinnern die Extras (einen Kinotrailer gibt es auch noch) an VHS oder frühe DVD Zeiten. Schade. Der Film hingegen ist für Fans historischer Filme absolut zu empfehlen. Besonders schön, dass die Schauspieler in Deutschland völlig unbekannt sind und so ein unvoreingenommenes Sehen möglich ist.

Erschienen bei Pandastorm / Anno Domini.

 

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.