Tonträger der Woche: Daphné – bleu Venise

Daphen bleu Venise Chanson CD Cover

Daphnés Album bleu Venise wäre doch beinahe an mir vorbeigegangen, was vor allem an ihrem Cover liegt. Irgendwie albern und unpassend wirkt es. Trotzdem machte mich ihr Musikvideo zu L’homme à la peau musicale neugierig. Zum Glück. Bleu Venise ist eines dieser französischen Alben, die bekannte Clichés so sehr bedienen, dass es ein Spaß ist. Wer an Berry oder (meinetwegen auch) Carla Brunis Erstling denkt, liegt ganz richtig. Ja, es ist lieblich, gefällig und Balladengeprägt. Und ja, es versorgt Frankophile mit genau dem Stoff, den sie brauchen, um die Zeit zu überbrücken, in der Coralie Clément gerade kein Album veröffentlicht. Eine Stimmung, die an Jazzdarling Melody Gardot erinnert, mit Stücken wie Mélodie à personne, so klassisch, schöngeistig, verführerisch wie es nur geht. Einmal gehört, hingerissen von der atemberaubenden Schönheit entschwindet man der Hektik, der Depression und sonstigen Nebenerscheinungen des modernen Lebens. Mit meinen geringen Erwartungen wurde ich mehr als überzeugt und kann dieses Album mit dem festen Brustton der Überzeugung weiterempfehlen. Die sehr schönen Videoclips gibt’s übrigens auf einer beigelegten DVD. Was hingegen die Miniclips da verloren haben, warum man kein komplettes Video gedreht hat, erschließt sich mir nicht.

Erschienen bei V2 / Universal.

Subjektiv:[xrr rating=4/5] Objektiv:[xrr rating=4/5]

 

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.