Lady Gaga – Born This Way

Lady Gaga Born This Way Album

Den Titel der einflussreichsten Amerikanerin hat sie bereits. Man kann darüber streiten, ob sie ihn verdient hat, aber man darf auch froh sein, dass die in den Staaten gottgleich verehrte Oprah Winfrey von Platz 1 verdrängt wurde. Aber Lady Gaga hat auch noch einen weiteren Titel. Wir können damit rechnen, dass das Cover zu Born This Way demnächst die Listen der hässlichsten CD-Hüllen anführen wird. Man denkt sich angesichts des Bildes, das bereits in den 80er Jahren als grässlich gegolten hätte, nur WTF? Vermutlich Ein Gaga’scher Trick, ein dezenter Hinweis, dass man einen Menschen nicht nach seinem Aussehen (bzw. eine CD nicht nach dem Cover) bewerten soll. Nun, für solche Kritiken sind wir bekannt. Während andere Journalisten ernsthaft erwarten, dass Lady Gaga plötzlich indieaffin wird, sich selbst ändert, haben wir diesen Anspruch nicht. Deshalb geht es hier auch nicht um der Person Gaga, sondern um die Musik. Es hat sich nichts geändert, soviel steht fest. Die Frische ist gewichen, an ihre Stelle tritt eine gewohnt gleichbleibende Qualität. More of the same, wie man so schön sagt. Und ja, die Scheibe lädt erneut zum Tanzen ein. Ob nun Marry The Night, Born This Way (mit einem Text, den ich für enorm wichtig halte in einer Gesellschaft, die Normabweichung gerne mal mit Exklusion straft und das jugendliche Selbstbewusstsein stärkt), Scheiße oder Heavy Metal Chapel – Lady Gaga bittet zum Tanz wie eh und je. Fun Fun Fun til her daddy takes the t-bird away. Man kann sie nur lieben oder hassen, Gaga polarisiert. Mit Sovjetosounds, 80s Gefiepe, Diskokugel und ein paar Totalausfällen (Americano klingt – tja, wonach eigentlich? David Hasselhoff?) wird sie die Tanzflächen füllen, bedient ihre Fans und liefert ganz nebenbei ihren besten Track ab. Scheiße bietet alles, wofür wir Lady Gaga lieben. Etwas schwächer als Fame und The Fame Monster ist Born This Way immer noch stark und macht vor allem Spaß. Klar, Goldfrapp haben das in ihrer Discophase besser gemacht, aber manchmal muss der Kopf einfach ausgeschaltet werden. Ich schleiban austa be clair es kumpent madre monstère, aus-be aus-can-be flaugen begun üske but bair. Alles klar?

Erschienen bei Streamline Records.

Subjektiv:[xrr rating=3/5] Objektiv:[xrr rating=3/5]

Hinweis: Alle Artikel wurden mir von der entsprechenden Plattenfirma / dem entsprechenden Verlag bzw. Verleih zwecks Rezension kostenlos zu Verfügung gestellt. Die Rezensionen sind demnach als Werbung zu betrachten.
Werbung: Wenn dir der Artikel gefällt, wirst du mein Buch lieben: The Beach Boys - Pet Sounds

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.