Marianne Dissard – L’abandon

Marianne Dissard L'Abandon CD Cover

Nach langem Warten und personellen Veränderungen setzt Marianne Dissard ihr Debütalbum mit L’abandon fort. Nun schreibt nicht mehr Joey Burns von Calexico die Songs, sondern der Morricone Schüler Christian Ravaglioli sowie Marianne Dissard selbst. Gleich vorweg: keine gute Entscheidung. Es ist nicht einmal die Hinwendung zum staubtrockenen Wüstensound, weg von den Balladen, denn der Wind der Prärie wehte schon zuvor durch den dissardschen Klangkosmos. Und Stücke wie La peau du lait, Fugu und insbesondere die Tucson-Hymne The one and only sind ganz starker Stoff, doch wird man das Gefühl nicht los, dass irgendwas nicht stimmt. Zur zweiten Hälfte hin klingt das Album deutlich geschlossener, doch ist der Gesamteindruck recht unentschlossen. Teils wirken Gesang und Stück getrennt voneinander beeindruckend; an der Qualität der Musiker ist nichts auszusetzen. Insbesondere die bereits erwähnten Stücke lassen hoffen und mit Fugu ist Marianne Dissard ein wirklich beeindruckender Text gelungen. Ein Album, das hoffentlich nur der musikalischen Orientierung dient. Fans werden jedoch gut bedient.

Erschienen bei Le Pop.

Subjektiv:[xrr rating=3/5] Objektiv:[xrr rating=3/5]

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.