Duffy – Endlessly

Duffy Endlessly CD Cover

Duffy hat sich auf Endlessly mit der Songwriterlegende Albert Hammond (It Never Rains In Southern California) und seiner Frau zusammengetan – beide waren von einem ihrer Auftritte dermaßen begeistert, dass Hammond seinen Ruhestand unterbrach. Er schrieb die Songs und stellte ihr die legendären The Roots an die Seite, seine Frau beriet Duffy vor allem im Styling, um möglichst authentisch zu wirken. Hier ein wenig mehr Selbstbewusstsein, dort ein wenig mehr Unschuld. Soweit die Geschichte. Klingt gut, aber ist es das dann auch? Teils, teils. Vorweg muss natürlich gesagt werden, dass Rockferry ein ziemlich gutes Retroalbum ist; es überzeugt vor allem durch traurige Balladen und die teils zerbrechliche Stimme der Waliserin. Endlessly klingt hingegen ein wenig unentschlossen. Femme Fatale, Unschuld vom Lande, 50s Balladen (Too Hurt To Dance) reihen sich an danceflooraffine Momente (Well Well Well). Akustische Momente stehen beinahe überproduzierte Songmonster gegenüber. Stücke wie Endlessly, Hard For The Heart und Too Hurt To Dance wirken ein wenig verloren zwischen dem Versuch, einer Chartplatzierung nachzulaufen. Quo vadis Duffy? So pendelt das ganze Album zwischen den 50er Jahren, den 60er Jahren und den 00ern hin und her, immer wieder gibt es Lichtblicke, die auf ganzer Linie überzeugen, die von anbiedernder Belanglosigkeit unterbrochen werden. Duffys Stärken, also Songs wie Don’t Forsake Me, Too Hurt To Dance oder Endlessly werden durch Britney Spears inspirierte Nichtigkeiten vom Schlage Lovestruck (hat trotzdem einen tollen Refrain sowie eine fantastische Basslinie) korrumpiert. Auffällig ist auch, dass ihre Stimme comichafter klingt, als noch zu Rockferry Zeiten. Festzuhalten bleibt: Mehr Balladen, weniger Dancefloor und wunderschöne Promofotos.

Erschienen bei A&M / Universal.

Subjektiv:[xrr rating=3/5] Objektiv:[xrr rating=3/5]

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.