Tonträger der Woche: Sheryl Crow – 100 Miles From Memphis

A&M / Universal

Schon irgendwie seltsam. Seit Jahren ist Sheryl Crow kein großer Wurf mehr gelungen, Alben wie C’Mon C’Mon (das mir durchaus gefiel, aber eben nur Durchschnitt war) räumen nicht mehr so ab, wie einst Tuesday Night Music Club und das großartige Sheryl Crow, deren Lieder einen bis heute verfolgen und man sie immer mal wieder auf den Lippen hat, obwohl die dazugehörige CD seit Jahren nicht mehr gehört wurde. Und trotzdem will man hören, was sie Neues aufnimmt. Mit einer Stimme zum verlieben weiß sie immer noch zu verzaubern und richtig schlecht ist 100 Miles From Memphis auch nicht, aber es ist zu glatt produziert, zu unfunky, zu wenig Soul. Das Album wirkt wie eine Kopie von Nikka Costa. Schön zum nebenbei hören. Die Kollaborationen mit Keith Richards hätte man sich sparen können – man hört ihn eh nicht raus. Justin Timberlake macht seine Sache da deutlich besser, nur leider ist Terence Trent D‘ Arbys Sign Your Name eine laue Kopie des Originals. Ebenfalls völlig daneben: I Want You Back. Ein Michael Jackson Cover, auf dem seine ehemalige Backgroundsängerin klingt wie der einstige Chef? Hat das einen Sinn? Dennoch ist das Album solide geworden. Solide, wie alle Sheryl Crow Alben. Fans (zu denen ich mich auch irgendwie zähle) kommen auf ihre Kosten. Schon allein wegen Summer Day.

Hinweis: Alle Artikel wurden mir von der entsprechenden Plattenfirma / dem entsprechenden Verlag bzw. Verleih zwecks Rezension kostenlos zu Verfügung gestellt. Die Rezensionen sind demnach als Werbung zu betrachten.
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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.