Tonträger der Woche: David Orlowsky & Singer Pur – Jeremiah

Sony Classical

Giovanni Pierluigi da Palestrina wurde von einer Behörde des Konziels von Trient dazu auserkoren, zu untersuchen, ob polyphone (mehrstimmige) Musik der kirchlichen Erbauung förderlich ist oder diese behindert. Man kann vom Glück sprechen, dass er der polyphonen Musik nicht abgeneigt war – sonst wäre diese verbannt worden. Palestrina hinterließ der Musikwelt schlussendlich jede Menge guter Musik, von der hier immerhin 6 Stücke vertreten sind und von denen 3 (Lamed: Matribus suis dixerunt, Aleph: Quomodo obscuratum est aurum, Aleph: Ego vir videns paupertatem meam) den Mittelpunkt dieser CD bilden. Zusätlich sind auch noch Stücke von Carlo Gesualdo sowie zwei modernere Stücke von Matan Porat vertreten, die sich perfekt ins Gesamtbild einfügen. Man merkt zwar, dass es sich dabei um moderne Klassik handelt, aber es fällt nicht so sehr ins Ohr, wie es bei anderen zeitgenössischen Komponisten der Fall ist.
Das Konzept der CD Jeremiah ist bestechend. David Orlowsky, ein Klarinettist, lässt Chormusik neu arrangieren, um die Sänger mit seinem Instrument begleiten zu können. Dabei nutzt er die gesamte Klangpalette seiner Klarinette und schießt in Höhen empor, die auf so mancher Anlage verzerrt klingen. Vernünftige Boxen sollten also vorhanden sein, will man die Aufnahme genießen. Ist das Equipment allerdings vorhanden hat man die Möglichkeit für eine Stunde abzutauchen in eine entspannte, ursprüngliche Welt, die das Herz berührt. Orlowsky und die Singer Pur (ist der Name ein kleines germanistisches Späßchen?) schaffen es, den Hörer den Stress des Alltags vergessen zu lassen und zu einer inneren Ruhe zu verleiten. Und wer richtig abtauchen will, dürfte mit der Multichannel SACD bestens bedient sein (die leider nicht zur Rezension vorlag).

Hinweis: Alle Artikel wurden mir von der entsprechenden Plattenfirma / dem entsprechenden Verlag bzw. Verleih zwecks Rezension kostenlos zu Verfügung gestellt. Die Rezensionen sind demnach als Werbung zu betrachten.
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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.