Martha Wainwright – Sans Fusils, Ni Souliers, A Paris

Drowned In Sound Recordings / Cooperative Music

Dass Edith Piaf eine der besten Sängerinnen unserer Zeit ist, weiß jeder Musikinteressierte. Das sie auch eine der von anderen Künstlern am häufigsten geschändete Personen ist, weiß man, wenn wieder einmal eine unfähige Schauspielerin versucht, in der NDR-Talkshow zu piepsen („Ich singe Chansons!“). Folglich hatte ich Angst. Angst vor schlechten Akkordeonarrangements, Angst vor einem Edith-Piaf-Greatest-Hits Album. Doch hier wurde so ziemlich alles richtig gemacht. Wainwright singt nicht wie Edith Piaf aber es tönt dennoch kraftvoll aus den Boxen. Kraftvoll aber eigenständig. L’Accordéoniste überzeugt mit E-Gitarren, das Akkordeon in La Foule ist zweckdienlich. Adieu Mon Coeur mit seinen schönen Pianoläufen und den Bläsern lädt zum schwärmen ein. Hier hat man ganz klar Edith Piaf Songs vor sich, erfrischend arrangiert und eigensinnig eingesungen. Ein herzliches Dankeschön, dass La Vie En Rose und Non Je Ne Regrette Rien nicht auf dem Album zu finden sind. Experiment gelungen!

Tipp: Im aktuellen Rolling Stone liegt eine DVD mit Ausschnitten der Konzerte bei.

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.