Mary Schneider – Yodelling The Classics Vol.1

front-cover1Koch International Classics

Yodelling Overtures / Skaters’ Waltz / In A Monastery Garden – Sanctuary Of The Heart / Hungarian Dance Yodel: Hungarian Dance / Clarinet Polka Yodel / Toselli’s Serenade / Yodel and Waltz / Lullaby Yodel / Largo Al Yodel / Tritsch Tratsch Polka Yodel / Minuet Yodel / Yodelling Marchtime

Traue keinem Blogger! Irgendwo habe ich gelesen, dass diese Platte wirklich gut sein soll, also habe ich sie einfach mal blind als australische Import CD geordert und wurde ziemlich überrascht. So einen Scheiß habe ich noch nie gehört. Buddy Bonds und seine Hammondorgel? Das Hotcha Trio? Richard Clayderman? Das alles ist viel besser. Das Cover hätte mich vorwarnen müssen, aber als heimlicher Easy Listening Fan, als Goldgräber der Plattenläden und ewig offener Hörer ist man Covermäßig so einiges gewohnt, denn oft sind die Cover grässlich, doch wenigstens ist die Musik großartig, wie es z.B. bei James Lasts „Voodoo Party“ der Fall ist. Ich möchte der Platte nicht einmal einen Unterhaltungswert absprechen, aber es ist schon eine ziemliche Zumutung, wenn eine mittelmäßige Sängerin klassische Musik (mit eigenem Text) besingt und anschließend anfängt zu Jodeln – das hingegen kann sie ganz ausgezeichnet. Man fragt sich im Laufe des Hörens durchaus, ob die Frau das ernst meint oder ob sie vor der Aufnahme irgendwelche Drogen genommen hat, aber nein. Sie meint es ernst. Toternst. Irgendwie ist mir bei der Platte nicht einmal zum lachen zu Mute, wenn ich daran denke, dass die Frau eine Fangemeinde in ihrer Heimat Australien hat (und ich wette auch in Japan). Klar, die „Yodelling Overtures“ sollte jeder mindestens einmal in seinem Leben gehört haben, aber muss sowas wirklich sein? Und… wer kauft sowas? Ich meine ohne vorherige Fehlinformation eines Bloggers? Andererseits wandert Michael Hirts Amateurmundharmonikavergewaltigungsorgie auch in hohen Stückzahlen über die Ladentheke – der hat aber wenigstens noch den Minderheitenbonus (arbeitsloser Fernfahrer mit Dackelblick). Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll… Kennt ihr die Szene in Mars Attacks!, wo der Junge herausfindet, dass die Musik von Slim Whitman Alienköpfe zum Platzen bringt? Nun, DAS HIER hat ganz andere Qualitäten. Hier platzen sogar die Köpfe der Erdbewohner.

http://www.maryschneider.com.au/index.htm

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.