Lily Allen – It’s Not Me, It’s You

lily-allen-its-not-me-its-youParlaphone / Emi

Everyone’s At It / The Fear / It’s Not Fair / 22 / I Could Say / Go Back To The Start / Never Gonna Happen / Fuck You / Who’d Have Known / Chinese / Him / He Wasn’t There

Und nun kommt der Moment, auf den viele von euch sicherlich sehnsüchtig gewartet haben: Das neue Lily Allen Album ist raus! Ich sage es gleich vorweg – ich bin kein Fan von ihrer Person, dass soll mich aber nicht davon abhalten, das Album zu kritisieren. War „Alright, Still“ mit dem Hit „Smile“ eine kleine Sensation muss ich doch gestehen, dass es eines der Alben war, dass mir 2006 so richtig am Allerwertesten vorbeiging. Überhaupt hatte ich das Gefühl, Lily Allen würde eher durch Trinkgelage und seltsame Geschichten auf sich aufmerksam machen wollen, als durch Musik, aber das ist ja nun seit Amy Winehouse oder Pete Doherty nichts Neues. Nur schreiben Pete und Amy auch noch so großartige Musik, dass man ihre Drogeneskapaden gerne mal übersieht. „Smile“ ist, und das sage ich rein objektiv, ein mittelmäßiger Popsong, der eben jene Mittelmäßigkeit hymnisch besingt. Musik von der Stange. Myspaceentdeckung hin oder her. Auch die Masse kann einen schlechten Geschmack haben oder gar falsch liegen (wer das nicht glauben will, sei Erich Fromm oder Immanuel Kant ans Herz gelegt). Aber egal. Neues Album, neues Glück. Also, Cd eingelegt und reingehört… Was ist das? Die ersten Takte klingen erst mal nach „Glasvegas“ oder „Keane“. Danach wird es dann gleich elektronisch und das ist auch gut so, denn auf dem Album geht’s richtig ab und die Scheibe lädt zum tanzen ein. Absolut jeder Song ist ein Ohrwurm. Das hat man selten, oder sagen wir es so, man hat es öfter, aber meist muss man das Album mehrmals hören. In „Not Fair“ ist Allen sogar Beattechnisch vom Country beeinflusst. Das passt dermaßen gut und macht Laune. „I Could Stay“ erinnert dann wieder an „Keane“. Für mich als heimlicher Keanefan ist das ganz schön. Trotzdem ist der Song natürlich tief im Universum Lily Allen verankert. Nach wenigen Takten wird’s dann wieder elektronisch und ja, es ist geil! „Fuck You“ basiert anfangs auf den Akkorden von Burt Bacharachs „What The World Needs Now“, der Refrain klingt nach 50er Jahre Kindermusik, was allerdings positiv gemeint ist. Dennoch: Wenn schon ein Fuck You Lied, dann bitte von „Kiemsa“. Andererseits weiß das Stück zu begeistern. „He Wasn’t There“ klingt nach 39er Jahre Cabaret und hält diesen Eindruck auch konsequent durch.
Ist Lily Allen für mich ein optisches No Go (Riesenbaby) und bin ich ihr auch sonst eher abgeneigt, muss ich doch anerkennend gestehen, dass ihr Album unglaublich Spaß macht und sich wohlwollend von anderen Elektronikscheiben absetzt. Klar, die Experimentierfreude eines frühen Moby oder Norman Fairbanks ist hier eindeutig nicht gegeben, auch fühlt man sich sehr an das letzte „No Doubt“ Album erinnert. Eins ist sicher: Ich werde das Album noch oft hören.

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.