Katy Perry und kein Ende

katy_08_imageWas muss ich heute in der Newssektion eines bekannten Internetdienstes lesen? „Katy Perry To Hit Grammy Stage Via Banana“. Aha. Und was hört man sonst so über die Dame? Katy Perry betritt die Bühne auf einem riesigen Lippenstift, Katy Perry sorgt für einen Skandal, weil sie eine (fiktive) Frau geküsst hat, Katy Perry soll eine eigene Modelinie bekommen. Ich habe es satt! Katy Perry interessiert mich nun mal so gar nicht. Ihre Musik geht sogar noch, aber seien wir einmal ehrlich: In Europa interessiert es niemanden, ob eine Frau eine Frau küsst. Bei uns kann man mit so einem Lied nicht einmal einen Blumentopf gewinnen – außer man lebt in dem, wie es scheint immer noch erzkonservativen Deutschland. Den Franzosen ist sowas so oder so egal, die Spanier und Italiener sind vielleicht ein bisschen pikiert, aber so richtig interessieren tut es keinen. Katy Perry ist nicht einmal sonderlich hübsch (immerhin noch hübscher als Lily Allen – auch wenn mir die Redaktion da vllt. wiederspricht), nein, sie kopiert ziemlich einfallslos den Stil einer Zooey Deschanel, jener Sängerin / Schauspielerin, die in allem, was sie anfasst, zu brillieren weiß und fügt dem ganzen eine eigene, kindliche Note hinzu, die in den 90ern mal kurze Zeit angesagt war und inzwischen nur noch bei Pädophielen angesagt ist. Das fällt selbstverständlich keinem auf, denn Zooey D. ist Indie – und zwar so Indie, dass selbst die Indieszene nicht auf Anhieb weiß, wer das denn nun ist. Aber lassen wir den Stilklau einfach mal weg. Was bleibt? Ähnlich wie Lily Allen (erstes Album!) macht Katy Perry durch Nichtigkeiten auf sich aufmerksam. Sie besingt die Mittelmäßigkeit und ist dabei nicht einmal besonders originell, wie es z.B. Kate Nash ist. Was würde ich mich freuen, würde ich nur einmal folgendes in einem Musikmagazin lesen: „Katy Perry überzeugt als Interpretin ihrer gut geschriebene Songs“. Aber was solls… ich werde es wohl nicht mehr erleben.

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.