Queensberry

Wir hatten uns eigentlich vorgenommen, nicht über Queensberry zu schreiben. Aber manchmal muss man dann doch, da geht kein Weg dran vorbei. Erst mal zum Namen. „Monrose“ war ja schon ein selten dämlicher Name, von dem keiner so genau wusste, was er bedeutet. Was aber bedeutet Queensberry? Schaut man bei Wikipedia nach, stellt man fest, dass es Boxregeln gibt, die sogenannten „Queensberry Regeln“. Dann gibt es anscheinend noch eine Grafschaft gleichen Namens. Aber vermutlich hat die Marketingabteilung von Popstars gar nicht so weit gedacht. Wahrscheinlich soll es einfach „Königinnen Beere“ bedeuten oder sowas in der Art. Oder es soll gar nichts bedeuten und nur hip klingen. Ähnlich toll war ja schon der Name der aktuellen Staffel: Just 4 Girls. Haben wir gelacht! „Nur für Mädchen“ und „Nur 4 Mädchen“ in einem Satz. Boah ey, voll krass, Alter! Naja, das Casting ist vorbei (oder doch nicht?), was bleibt ist ein rundum unsympathisches Mädchenquartett mit mäßigem Gesangstalent, dass völlig irrelevante Texte zu völlig dämlichen „Kompositionen“ singt. Auch die Wahl des letzten „Popsters“ war eigentlich ne Frechheit: Da brachte man 4x das gleiche Album nur mit einer anderen Sängerin raus. Geht’s noch? Für das Geld hätte man wirklich einen talentierten Musiker ins Studio schicken können, der ein schönes Album aufnimmt, was man auch noch in ein paar Jahren hören kann, ohne sich schämen zu müssen. Was uns bei den Kopfhöerern auch ziemlich gegen den Strich geht ist die Verlogenheit der Show. Da heulen die Mädchen gemeinsam, wenn eine rausfliegt, die Gewinnerin knutscht die Verliererin und gesteht heulend: „Eigentlich müsstest du an meiner Stelle sein, das ist so unfair!“. Was soll sowas? Glaubt denn wirklich jemand, dass die traurig sind, wenn ihre Rivalinnen gehen müssen? Oh man.

Das ist wirklich schlecht ohne Ende. Klingt wie jemand, der so klingen will, wie Stefanie Heinzman, die so klingen will, wie Amy Winehouse.

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.