Tag Archive | "Serge Gainsbourg"

Alain Bashung – L’Homme À Tête De Chou

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Alain Bashung – L’Homme À Tête De Chou

Posted on 20 März 2012 by Julian

CD Cover L' Homme A Tete De Chou

Serge Gainsbourgs Konzeptalbum L’Homme À Tête De Chou gehört ohne Zweifel zu den interessantesten und wichtigsten Werken der französischen Popmusik. Nicht nur, dass Gainsbourg hier zum ersten Mal mit dem Reggae flirtet, eine Liaison, die wenige Jahre später in den zwei großartigen Alben Aux armes et caetera und Mauvaises nouvelles des étoiles kulminieren wird, auch die Verwendung exotischer Instrumente wie dem Digeridoo und des gesprochenen Wortes, noch mehr als es bei Melody Nelson der Fall war, trägt zu seiner Sonderstellung bei. Alain Bashung, der seit jeher einen gleichen musikalischen Ansatz verfolgte – also die Verbindung anspruchsvoller Musik mit ebenso anspruchsvollen Texten – nahm sich kurz vor seinem Tod vor 3 Jahren dem Gainsbourg’schen Meisterwerk an. Unter der Führung von Jean-Marc Ghanassia, dessen Idee es war, L’Homme À Tête De Chou als Tanztheater auf die Bühne zu bringen, entstand eine Neuinterpretation des Albums, die man als durch und durch gelungen betrachten darf. Bereits der Soundtrack zu Vie Heroique deutete an, wie gut die Stücke des alten Meisters im zeitgenössischen Klangkosmos funktionieren (z. B. Qui Est „In“ Qui Est „Out“, L’Hôtel Particulier oder Nazi Rock). Ein Problem des Albums ist sicher die Stimme Bashungs, die einen harschen Kontrast zu Gainsbourgs liebevoller Intonation bietet. Besonders deutlich wird dies in Marilou Sous La Neige, das wie kein anderes Stück auf L’Homme À Tête De Chou eine schmeichelnd-verzweifelten Stimme bedarf und hier, auch was das Arangement betrifft, abgestanden klingt. Abgesehen von diesem Beispiel ist die Neuinterpretation jedoch absolut gelungen. Das fängt beim großartigen Verpackungsdesign an, erstreckt sich über das Booklet und mündet in einem modernen Sound, der sich teils extrem vom Original unterscheidet, weniger psychedelisch ist (keine Sorge: davon gibt es immer noch genug – vgl. hier z. B. Variations sur Marilou, dass trotz aufdringlichem E-Drum einen ungeahnten Sog aufzubauen versteht oder das teils free-jazzige Lunatic Asylum) und den Zuhörer mit seiner Direktheit zu begeistern weiß. Ein wenig traurig stimmt jedoch wieder einmal die erschreckende Veröffentlichungspolitik Deutschlands. Man muss wohl oder übel auf die Importversion zurückgreifen.

Erschienen bei Barclay / Universal Music France.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

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Serge Gainsbourg – Histoire De Melody Nelson (Limited Edition)

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Serge Gainsbourg – Histoire De Melody Nelson (Limited Edition)

Posted on 11 Dezember 2011 by Julian

Serge Gainsbourg Melody Nelson CD Cover

Es ist eines der wichtigesten Alben der französischen Musik. Die Geschichte um einen alten, ausgebrannten Mann, der versehentlich eine englische Lolita anfährt und fortan die Entjungferung derselbigen plant, schließlich über ihre Heimreise verzweifelt, ist in ihrer Geschlossenheit bis heute nahezu unerreicht. Serge Gainsbourgs experimentelle Arbeit, gerade einmal 25 Minuten lang, sollte vor allem AIR und zahlreiche andere Musiker wie z. B. Keren Ann beeinflussen. Die dunklen, gänsehaut erzeugenden Grabesgesänge in Cargo Culte, das funky-dreckige En Melody oder die sexuell aufgeladene Stimmung in Melody – es gelingt Serge Gainsbourg, Stimmungen einzufangen und den Hörer für sich einzunehmen. Die Limited Edition, eine abgespeckte Version der Deluxe Edition, beinhaltet neben dem regulären Album eine Bonus-CD mit alternativen Versionen, unter ihnen der komplette Melody Song, für die Vinylausgabe gekürzt, ist wirklich großartig, erweitert das bekannte Stück um weitere Nuancen. Das kindische Melody Lit Barbar oder En Melody, endlich ohne Birkins Lachattacke, dafür mit komplettem Violinensolo von Jean-Luc Ponty sind eine Bereicherung, vielleicht gehören die Prises Alternatives zu den wenigen Alternativfassungen eines Albums, die dem Original ebenbürtig sind, das bestehende Album bereichern. Die DVD bietet einen Surround Mix, bei dem die Band die vorderen und das Orchester die hinteren Lautsprecher einnimmt. Nichts besonderes, aber ungemein effektiv. Viel sinnvoller hingegen die Dokumentation L’Histoire De Melody Nelson, in der Jane Birkin, Jean-Claude Vannier, Andrew Birkin, Jean-Claude Charvier und Tony Frank zu Wort kommen. Besonders hervorzuheben ist, dass alle Linear Notes ins Englische übersetzt wurden und auch die DVD englische Untertitel enthält. Alles in allem ist die Limited Edition von Serge Gainsbourgs Histoire De Melody Nelson die ultimative Ausgabe des Albums.

Erschienen bei Mercury / Universal.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★★ 

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Stacey Kent – Dreamer In Concert

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Stacey Kent – Dreamer In Concert

Posted on 07 November 2011 by Julian

Stacey Kent CD Cover

Stacey Kent, jene Sängerin mit der Stimme aus Samt, hatte mit ihrem letzten Album Dreamer recht großen Erfolg. Die sympathische Musikerin hat sich den Erfolg auch redlich verdient, was sie nun mit ihrem Livealbum beweist. Stücke von Rogers und Hammerstein, Serge Gainsbourg, Antonio Carlos Jobim und Benjamin Biolay werden äußerst intim vorgetragen, es wirkt als wäre man beim Konzert dabei und dort wieder ganz allein. Stacey Kent ist jeden Moment präsent, wirkt aber nie aufgesetzt oder fehl am Platz. Auch diventypische Vokalakrobatik fehlt zum Glück völlig. Einige Stücke wurden selten so liebenswert vorgetragen wie hier, unter ihnen Jardin D’Hiver und Waters Of March. Obwohl hauptsächlich Standards im Programm sind, ist Dreamer In Concert kein liebloses Album geworden und als CD absolut empfehlenswert.

Erschienen bei Blue Note.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

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Tonträger der Woche: Jonathan Jeremiah –  A Solitary Man

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Tonträger der Woche: Jonathan Jeremiah – A Solitary Man

Posted on 18 August 2011 by Julian

Jonathan Jeremias A Solitary Man CD Cover

Jonathan Jeremiah hat sich für die Aufnahmesessions seines Debütalbums A Solitary Man viel Zeit gelassen. Fast ein ganzes Jahrzehnt hat der von Serge Gainsbourg, Scott Walker und John Martyn beeinflusste Brite an seinen Songs gefeilt. Nebenbei arbeitete er als Sicherheitsbeamter in der Londoner Wembley Arena, ging, wenn er alleine war, immer wieder auf die Bühne und träumte von einer Karriere als Popstar. Von dem so verdienten Geld bezahlte er Stück für Stück das Heritage Orchestra, das mit wunderbar stilsicheren Streicher- und Bläsersätzen die tiefgründigen Songs seines Debüts untermalen. Ohne Produzent und nur mit der Hilfe von Jules Buckley (Orchesterarrangements) entstand ein wunderschönes, wenn auch reichlich kurzes Album zwischen traurigen Balladen und Uptempo Songs, das vor allem durch Jeremiahs wunderbaren Bariton zusammengehalten wird. Mit Songs wie Heart Of Stone, Happiness, Lost oder dem fast schon zu sehr an Nick Drake erinnernden See (It Doesn’t Bother Me) wiedersetzt sich der Künstler den gängigen Trends und präsentiert ein Album, dass man in dieser Form eher in den frühen 70ern erwartet hätte und das doch perfekt ins Hier- und Jetzt passt.

Erschienen bei Island Records / Universal.

11.10.2011 – Berlin
13.10.2011 – München
14.10.2011 – Trier
15.10.2011 – Köln
16.10.2011 – Hamburg

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

 

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60s Chanson aus Schweden: Anna Järvinens “Lilla Anna”

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60s Chanson aus Schweden: Anna Järvinens “Lilla Anna”

Posted on 17 März 2011 by Julian

Anna Järvinen CD Cover Anna Sjalv Tredje

Anna Järvinen, eine schwedische Musikerin, veröffentlicht am 30. März 2011 ihr neues Album Anna Själv TredjeLilla Anna, die erste Singleauskoppelung, besitzt den Charme eines typischen 60er Jahre Gainsbourg/Birkin Songs, was neugierig macht. Die Künstlerin hat bereits 3 Alben veröffentlicht, in Deutschland sind diese aber nur als Import zu beziehen. Ich bin mir nicht sicher, ob die aktuelle Single stellvertretend für ihren Sound ist – trotzdem könnte der Track nicht besser sein, um Fans von Serge Gainsbourg als potentielle Käufer zu gewinnen. Zu schön, dass schwedisch ein klein wenig klingt, als würde eine Engländerin Französisch sprechen!

Die Single gibt es übrigens auf ihrer Facebook Seite zum kostenlosen Download. Einmal Like Button drücken genügt, um ihn freizuschalten.

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Benjamin Biolay Drinking

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Benjamin Biolay verschenkt Song Dans Paris

Posted on 03 März 2011 by Julian

Benjamin Biolay Drinking

Photocredit (c) by Bruce Weber

Frankreichs derzeit wohl einziger Popmusiker, der es auch nur ansatzweise mit Serge Gainsbourg aufnahmen kann, ist zweilfesfrei Benjamin Biolay. Der wohl berühmteste Vertreter des Nouvelle Chansons, dem zuletzt eine Affaire mit Carla Bruni nachgesagt wurde, arbeitete bereits für Musiker wie Hanri Salvador, seine Schwester Coralie Clémént und Exfrau Chiara Mastroianni. Nebenbei nimmt er immer wieder fantastische Alben wie Rose Kennedy, Trash yéyé und La Superbe auf. Nun verschenkt er auf seiner Website den neuen Song Dans Paris.

Link.

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Comme Un Boomerang CD

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Serge Gainsbourg: Themenabend auf ARTE, Todestag und Singlekritik

Posted on 26 Februar 2011 by Julian

Serge Gainsbourg Comme Un Boomerang CD Cover

Serge Gainsbourg ist am Dienstag bereits 20 Jahre tot; aus diesem Anlass sendet der frankophilen Sender ARTE am Sonntag, den 27. Februar einen interessanten Themenabend. Um 20 Uhr geht es im Magazin Karambolage um das Thema Gainsbourg, je t’aime, es folgt der sehr gute Spielfilm Elisa, in dem Vanessa Paradis und Gerard Depardieu sich ein Vater – Tochter – Duell zu Gainsbourg Musik liefern, um 22:05 Uhr folgt ein Gespräch mit Ex-Lebensgefährtin Jane Birkin und ihr Film Serge und ich. Krönender Abschluss ist das reichlich versoffene Konzert im Casino De Paris von 1986.

In Frankreich erscheint in diesen Tagen ein neues Boxset, das nicht nur alle Alben des Komponisten enthält, sondern jede Menge Bonusmaterial, Outtakes, Filmmusiken und Notenblätter bietet. Inwiefern dabei neues Material zu hören sein wird (nach der 200 Euro teuren Filmmusikbox vermute ich eher wenig Neues) ist mangels Rezensionsexemplar unklar. Die Box ist im schönen Buchdesign; wer vorab bestellt, bekommt die Single Comme Un Boomerang, die im Moment im französischen Radio rauf und runter gespielt wird, gratis dazu. Sie befindet sich in einem überdimensionierten 45er Single Case, liefert die Entstehungsgeschichte des Songs und hat eine tolle Mercury Vinyl Optik. Der Künstler auf seinem musikalischen Höhepunkt, mit einer Inedit Version eines tollen Songs. In den nächsten Tagen gibt es für Gainsbourg Fans viel zu tun.

Auf ARTE Journal erscheinen überdies tolle Videofeatures des wichtigsten französischen Popmusikers.

 

Comme Un Boomerang CD
Photocredit 2011 by Julian Auringer

 



Ecoutez Comme un boomerang par Gainsbourg


Hochgeladen von Europe1fr. – Sieh die neuesten Nachrichten Videos an.

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Tonträger der Woche: Mayra Andrade – Studio 105

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Tonträger der Woche: Mayra Andrade – Studio 105

Posted on 17 Januar 2011 by Julian

Mayra Andrade Studio 105 CD DVD Cover

Mayra Andrade ist seit ihrem Album Stória, Stória… längst keine Unbekannte mehr, ihr neues Livealbum Studio 105 sollte dafür sorgen, dass sie ihren guten Ruf auf Dauer festigen kann. Nicht nur eine CD liegt dem neuen Paket bei, eine DVD (die zwar nur mit einem Stereomix ausgestattet ist und neben dem Konzert nur ein paar Einblicke in die gemeinsamen Proben gewährt) sorgt auch für optischen Hochgenuss, der im Falle von Andrades Vorzügen deutlichen Mehrwert gegenüber der CD bietet.

Mayra Andrade Pressefoto 2010

Photocredit (c) by Sony Music

Doch sie auf ihr Äußeres zu reduzieren wäre angesichts der Musik recht frech denn musikalisch wird einiges geboten. Gleich vorweg: Wer seine Schwierigkeiten mit Weltmusik hat, wird hier sicher auch keinen Zugang zu ihr finden. Mit besonderer Spannung wurde sicher die Coverversionen von Serge Gainsbourgs La Javanaise und der Beatles Klassiker Michelle erwartet, beide Stücke überzeugen als Einzeltrack nicht, entfalten ihre ganze Wirkung erst im Gesamtkontext. Wer sich Zeit nimmt und auf Entdeckungsreise geht, wird mit der strahlenden Schönheit von Stücken wie Dimokránsa, Dispidida, Sev oder Odjus fitcháda belohnt; insbesondere Letzteres ist dabei besonders hervorzuheben. Als Duettpartner tritt Hugh Coltman in Erscheinung, der eine samtene Stimme besitzt. Studio 105 ist ein schöner Querschnitt, ein Album, dass Mayra Andrade würdig ist. Irgendwo zwischen Jazz, Fado, Reggae und Gnawa hat Andrade eine Nische gefunden, hier ist ihr Platz, hier wird sie noch viel erreichen. Ich rate dringend, die DVD zuerst anzuschauen, sie zwingt einen zur nötigen Ruhe, die man brauchen wird, um der Musik angemessen zu begegnen.

Erschienen bei Sony Music / RCA Victor.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

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VA – Gainsbourg (Vie Héroique) BOF

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VA – Gainsbourg (Vie Héroique) BOF

Posted on 11 Oktober 2010 by Julian

Gainsbourg Der Mann Der Die Frauen Liebte

Ist Gainsbourg Vie Héroique noch ein Märchen, das auf der Leinwand wunderbar funktioniert und bei dem es nicht stört, dass die Stücke von den Schauspielern adaptiert wurden, so funktioniert der Soundtrack als eigenständiges Kunstwerk nur bedingt. Zu aller erst fehlt Valse De Melody, jenes Stück, das den Zuschauer während des gesamten Films immer wieder begleitet und sicher zum Besten gehört, dass aus der Gainsbourgschen Feder stammt. Dazu später mehr. Überzeugend sind vor allem die stark geänderten Stücke wie Je Bois / Intoxicated Man, dass Vian mit Gainsbourg verbindet und Einflüsse deutlich werden lässt oder Le Salon De Coiffure d’après „Flash Forward“, in dem deutliche Anleihen an L’Homme À Tête du De Chou zu erkennen sind. Ebenfalls gelungen: die deutlich jazzigere Version von Elaeudanla Téitéia, die modernisierten Versionen von Nazi Rock, Qui Est „IN“ Qui Est „Out“ mit der bezaubernden Emily Loizeau oder L’Hotel Particulier (großartig!). Auch die Frères Jacqes Fassung von Le Poinconneur Des Lilas hat seinen Charme, klingt angenehm nach Barbershop. Die Entscheidung, Je T‘Aime… Moi Non Plus in der Originalversion beizubehalten ist ebenfalls gut gewesen – es gibt schlichtweg keinen Künstler, der dieses Stück zu unverschämt singen könnte, ohne dabei vulgär zu wirken. Weniger gelungen sind hingegen die berühmten Duette. So gut es im Film funktioniert, so mittelmäßig wirkt es auf der CD. Laetitia Casta (die sich auf Comic Strip gar nicht mal so schlecht schlägt) und Lucy Gordon sind eben nicht Brigitte Bardot und Jane Birkin. Dass die Stücke oftmals von Dialogfetzen unterbrochen werden, ist auch nicht gerade förderlich. Baby Pop, ein France Gall Hit gerät im Cover jedoch zu dem, was es in Wirklichkeit immer war: Trash Pop der übelsten Sorte. Auf dieser CD (und auch im Film) wird es überdeutlich, was wohl auch die Intention des Regisseurs war. Warum fehlt aber Valse De Melody? Nun, in Frankreich ist eine Special Edition des Soundtracks erschienen, die man in Deutschland für sehr viel Geld auf Vinyl erhält. Hier sind jene Stücke drauf, die auf der CD sträflich vernachlässigt wurden. Sowohl die Kompositionen Olivier Daviaud (der schon allein deshalb gelobt werden muss, da er Initials B.B. zu einem wunderbar instrumentalen Zwischenspiel umschrieb) als auch Gainsbourg Originale. Sehr schön: dem ungeübten Hörer wird der Unterschied zwischen Éric Elmosnino und Serge Gainsbourg nicht auffallen. Dennoch: der Griff zum Original ist im Zweifelsfall immer noch am besten. Ein wenig mehr Daviaud wäre hingegen wünschenswert gewesen, hört man doch an La Valse De Von Paulus, dass er ein begnadeter Komponist ist.

Erschienen bei Universal / Polydor


Subjektiv:

 ★★★☆☆ 

Objektiv:

 ★★★☆☆ 

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Filmtipp: Gainsbourg – Der Mann, Der Die Frauen Liebte

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Filmtipp: Gainsbourg – Der Mann, Der Die Frauen Liebte

Posted on 10 Oktober 2010 by Julian

Gainsbourg Vie Heroique Poster

Gainsbourg – Der Mann, Der Die Frauen Liebte, der im Original passender Vie Heroique heißt und dadurch den Kern des Film viel besser trifft als sein deutscher Pendant, ist ein modernes Märchen, das sich am Leben des wohl wichtigsten französischen Popmusikers orientiert. Keine Aufarbeitung eines wilden Lebens (so gesehen in Walk The Line) sondern ein Abbild der Mythen und Erzählungen um eine Legende. Mit viel Aufwand schuf Joann Sfar, den einige sicher als Comiczeichner kennen, einen Film, der seinen Helden verehrt. Zwischen Real-, Zeichentrick- und Puppentrickfilm wechselt er hin und her, präsentiert seinen Helden immer als schüchternen Musiker, dessen Alter Ego Die Fresse wie ein dunkler Schatten an seiner Seite klebt, ihm Impulse gibt und doch immer wieder den Abgrund zeigt, an dem Gainsbourg steht, ein Abgrund, geboren aus den antisemitischen Plakaten der deutschen Besatzer.

Gainsbourg Vie Heroique Éric Elmosnino Laetitia Casta
Photocredit by PROKINO Filmverleih

Nach und nach werden Stationen im Leben des Serge Gainsbourg gezeigt. Der viel zu junge, aber nicht minder verdorbene Kunststudent, der Musiklehrer, der Beischläfer, Ehemann, Säufer. Kongenial verkörpert durch Éric Elmosnino, der nicht nur eine starke Ähnlichkeit zu Gainsbourg aufweist, sondern ihm auch in Gestus und Stimme ähnelt. An seiner Seite: die wunderbare Laetitia Casta, Anna Mouglais, Mylène Jampanoi und nicht zu vergessen Lucy Gordon, deren Verkörperung der Jane Birkin so umwerfend ist, dass man sich immer wieder verwundert die Augen reiben muss, um zu begreifen, dass es sich hier nicht um das Original handelt. Überhaupt glänzt unter den Frauen vor allem Gordon, die eine eindrucksvolle Performance abgibt. Und es ist vor allem eine Szene die unter die Haut geht: Lucy Gordon singt Le Canari Est Sur Le Balcon, jene Selbstmörderballade, die in diesem Kontext an Traurigkeit gewinnt. Aber auch die Nebenrollen überzeugen. Razvan Vasilescu und Dinara Drukarova als Eltern, Phillipe Katerine als Boris Vian, der kürzlich verstorbene Claude Chabrol als Manager, Yolande Moreau als Fréhel, Ophélia Kolb als Aktmodel, Doug Jones als Gainsbourgs Alter Ego Die Fresse und nicht zuletzt Kacesy Mottet Klein als junger Lucien Ginsburg. Es passt einfach alles. Sicher, von einem Biopic erwartet man mehr Tiefgang, den Focus eher auf die dunklen Seiten als die Heldentaten, aber das war nicht Sfars Ziel. Eine Hommage an sein Idol sollte der Film werden und das ist ihm auch gelungen und so erspart er seinem Publikum das Skandalinterview mit Whitney Houston und die von Youtube bekannten Szenen eines Musikers, der schon längst nicht mehr er selbst ist.

Verlegt von Prokino.

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