Tag Archive | "Rebekka Bakken"

Rebekka Bakken – September

Tags:

Rebekka Bakken – September

Posted on 16 September 2011 by Julian

 Rebekka Bakken September CD Cover

Wer einmal Rebekka Bakken live gehört hat, hat sie sofort in sein Herz geschlossen. Sie wirkt wie die Freundin, die man gerne hätte, ist ausgesprochen hübsch, scheint unkompliziert und dann ist da diese wunderbare Drei-Oktav-Stimme mit dem dunklen Timbre, die immer auch ein wenig nach Schlafzimmer klingt. Beinahe hätte sie nie wieder Musik gemacht, fühlte sich nach dem Tod ihres Vaters innerlich leer und orientierungslos. Und so ist es einem Konzert zu verdanken, während dem sie merkte, dass ihre Musik diese Leere zu füllen versteht. Nun ist September keine Revolution in ihrem Schaffen. Der Sound ist identisch zum Vorgängeralbum, eine Veränderung wie zwischen I Keep My Cool und Morning Hours bleibt aus, vielmehr verfeinert sie ihre Musik. Neben zwei Coverversionen (Forever Young und The Wrestler) hat sie 12 Songs geschrieben, die in die Untiefen der Seele vorzudringen verstehen. Mina’s Dream aber bietet dann doch eine kleine Soundrevolution: Was viele noch von ihren Liveauftritten kennen und was man an ihr schätzt, die vokale Improvisation aus So Ro, hält nun Einzug auf einen regulären Track. Zwar dauert sie keine 15 Minuten, aber die Tendenz zum Experiment ist bestechend. Zum ersten Mal spielt Rebekka Bakken nun selbst Klavier – man würde es nicht merken, stände es nicht im Booklet. September ist ein wunderschönes Album voller Wärme, wie man es von der faszinierenden Norwegerin gewohnt ist. Wenn, ach wenn doch nur endlich ein Live Doppel-Album erscheinen würde…

Erschienen bei Universal / Emarcy.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★☆☆ 

Comments (2)

Rebekka Bakken September CD Cover

Tags: , , ,

Rebekka Bakken: Neues Album “September” kommt im September

Posted on 13 Juli 2011 by Julian

Rebekka Bakken Promofoto September

Photocredit © by Tina Axelsson

Am 16.09.2011 ist es endlich soweit: Jazzsängerin Rebekka Bakken veröffentlicht auf Emarcy Records ihr inzwischen fünftes Soloalbum. Bisher gibt es nur sehr rare Informationen zu der Veröffentlichung, lediglich ihre Mitmusiker (Bill Dillon, Gail Ann Dorsey, Bill “cupcake” Dobrow), ihr Produzent (Malcolm Burn), der Aufnahmeort (Kingston, New York) und das Coverartwork sind bekannt. Einen ersten, wie immer hochwertigen Song gibt es in einer Liveversion auf ihrer Facebookgruppe zu hören.

Rebekka Bakken war langezeit ein Geheimtipp – an der Seite von Wolfgang Muthspiel und Julia Hülsmann entstanden einige schöne Aufnahmen, ehe sie sich ihrer Solokarriere widmete und sich mit Alben wie Morning Hours und I Keep My Cool sowie unzähligen Konzerten und einem eigensinnigen Mix aus Jazz, Rock und Pop eine stetig wachsende Fangemeinde erspielte. Wer sich live von ihr ein Bild machen möchte hat ab November die Chace dazu.

Rebekka Bakken September CD Cover

 

11.11.2011 Essen (DE), Zeche Zollverein

12.11.2011 Mannheim (DE), Enjoy Jazz, Alte Feuerwache

13.11.2011 Mainz (DE), Frankfurter Hof

15.11.2011 Köln (DE), Kulturkirche

16.11.2011 Oldenburg (DE), Kulturetage

17.11.2011 Hamburg (DE), Fabrik

18.11.2011 Berlin (DE), FritzClub im Postbahnhof

19.11.2011 Schloss (Kiel, 24103, Dänische Str. 44)

22.11.2011 Erlangen (DE), E-Werk

02.02.2012 München (DE), Muffathalle

03.02.2012 Karlsruhe (DE), Tollhaus Kulturzentrum e.V.

04.02.2012 Stuttgart (DE), Theaterhaus (am Pragsattel)

19.04.2012 Lübeck (DE), MuK

20.04.2012 Worpswede (DE), Music Hall

21.04.2012 Hamm (), Open Air Festival (DE)

22.04.2012 Nürnberg (DE), Maritim

24.04.2012 Bonn (DE), Harmonie

25.04.2012 Magdeburg (DE), Karstadt Warenhaus AG

26.04.2012 Halle (Saale) (), Opernhaus

28.04.2012 Dresden (DE), Lukaskirche

Comments (0)

Simin Tander – Wagma

Tags: ,

Simin Tander – Wagma

Posted on 08 Juli 2011 by Julian

Simin Tander CD Cover Wagma

In Simin Tanders Band spielt ein gewisser Jeroen Van Vliet. Doch mit der Musik eines gewissen Don Van Vliet hat Wagma nichts zu tun – dennoch ist sie ähnlich mysteriös und schwer zu durchdringen, gleichzeitig wundervoll samtig und bezaubernd. Die Vielschichtigkeit der meist auf Afghanisch oder Englisch gesungenen Stücke eröffnet sich beim wiederholten Hören und es zeigt sich eine Schönheit in der Verschrobenheit, die sich hören lassen kann. Wagma ist kein einfaches Werk, aber es lohnt sich, Zeit dafür zu opfern. Bisweilen erinnert Tanders Art zu singen, ihr sirenenhaftes Timbre, an Rebekka Bakken. Wenn sie Legrands Windmills Of Your Mind anstimmt, ist es um einen geschehen.

Erschienen bei Neuklang.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

 

 

Comments (0)

Tonträger der Woche: Julia Hülsmann Trio – Imprint

Tags: , , , , , , , ,

Tonträger der Woche: Julia Hülsmann Trio – Imprint

Posted on 13 Februar 2011 by Julian

Julia Hülsmann Trio Imprint CD Cover

Julia Hülsmann hat sich in der deutschen Jazzszene vor allem durch ihre Songwriterfähigkeiten und ein sehr gutes Gespür für die richtigen Sänger einen Namen gemacht. So war Scattering Poems mit der zauberhaften Rebekka Bakken wochenlang der Verkaufsschlager des Jazz und machte das norwegische Ausnahmetalent in Deutschland bekannt, auch die Zusammenarbeit mit Anna Lauvergnac und Roger Cicero beweisen ihr untrübliches Gespür. Doch ihr letztes Trio Album The End Of A Summer war langweilig, kein Vergleich zur Marc Sinan Kollaboration Fasil, die durch ihre Verspieltheit und einem fast sakralem Unterton zu überzeugen wusste. Imprint knüpft nun an Fasil an. Es ist das Album, was viele Fans bereits mit The End Of A Summer erwarteten, es ist ernsthaft und verspielt zugleich, bietet Obskures wie das kaum wiederzuerkennende Kauf dir einen bunten Luftballon und wirkt einheitlich, selbständig und leicht. Imprint ist eine Frischzellenkur, die sich gekonnt von alten Großtaten absetzt und dennoch durch seine Andersartigkeit auf voller Linie überzeugt. Hier fehlt zum ersten Mal seit dem Debütalbum Trio kein Gesang, die Wirkung eines Instrumentaltrios entfaltet seine unmittelbare, beinahe dionysische Kraft.

Erschienen bei ECM.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★★ 

10.02. Halle (festival Women in Jazz)

23.02. A-Wien, Porgy & Bess

24.02. München, Unterfahrt

25.02. Leipzig, Telegraph

26.02. Bielefeld, Bunker Ulmenwall

03.03. Berlin, A-Trane

04.03. Stuttgart, BIX

05.03. Hannover, Jazzclub

06.03. Kiel, Kulturforum

13.03. CH-Zürich, Moods

14.03. Freiburg, Jazzkongress im Hotel zum Schützen

29.03. Köln, Stadtgarten

31.03. Karlsruhe, Jazzclub

18.06. Bad Wildungen, Stadtfest

03.09. Agathenburg, Schloss Agathenburg

Comments (0)

Tonträger der Woche: Kathrin Scheer – Rare

Tags: , ,

Tonträger der Woche: Kathrin Scheer – Rare

Posted on 31 Oktober 2010 by Julian

Kathrin Scheer Rare Cover

Es ist schon ein tolles Stück Musik, dass uns Kathrin Scheer mit Rare vorsetzt. Klanglich stark an Rebekka Bakken erinnernd (Bsp.: Over And Over) und doch eigenständig genug, um nicht als Kopie abgestempelt werden zu können – das ist wahrlich eine Kunst für sich! Auf dem Cover in einer Badewanne liegend gibt Kathrin Scheer die Richtung vor: Entspannung ist angesagt. Elf Stücke zwischen Endorphinfreudentaumel und Kaminmomenten warten auf den Hörer; So ist der Bläsereinsatz auf How’s It Gonna Be ein kleiner Glücksmoment für sich und auch Stay zeigt wie wunderbar Sinnlichkeit und Jazz doch miteinander zu harmonieren wissen. Es passt einfach. Eine Rückzugsmöglichkeit auf CD gebrannt, wie sie immer seltener zu finden ist. Fantastische Melodien, perfekte Harmonien und sehr viel Gefühl für das richtige, emotionale Timing. Eine CD – Walter Benjamin würde sich bei dem Satz sicher im Grabe umdrehen – die beinahe eine eigene Aura besitzt. Nicht nur für ein Debütalbum ist das gebotene unfassbar gut!

Kathrin Scheer Promo

Photocredit by Traumton

Erschienen bei Traumton.

Myspace.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (0)

Tonträger der Woche: Triosence ft. Sara Gazarek – Where Time Stands Still

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Tonträger der Woche: Triosence ft. Sara Gazarek – Where Time Stands Still

Posted on 05 September 2010 by Julian

CD Cover Triosence ft. Sara Gazarek - Where Time Stand StillSony

Triosence ft. Sara Gazareks Where Time Stands Still ist Vocal Jazz und der hat in der heutigen Zeit ja so seine Tücken. Da gibt es belangloses wie die zwar schön anzusehende Jane Monheit, angejazzten Country wie die Einschlafhilfen von Norah Jones, klassische Schönheit á la Melody Gardot und die verruchte sexyness einer Rebekka Bakken. Die Zeiten der großen Jazzsängerinnen scheinen jedoch vorbei zu sein, Sarah Vaughan, Billie Holiday und Nina Simone sind bereits tot, Milva hat seit einer gefühlten Ewigkeit keine guten Platten mehr gemacht und hervorragende  Sängerinnen findet man auch nicht an jeder Ecke. Umso größer die Überraschung, wenn man auf Ausnahmetalente wie die bereits genannte Rebekka Bakken, Fjoralba Turku oder Sara Gazarek trifft. Ganz traditionell kam hier der Komponist Bernhard R. Schüler auf die amerikanische Jazzsensation Sara Gazarek zu und fragt salopp per Mail an, ob sie nicht Lust hätte, auf dem neuen Triosence Album zu singen. Sie willigte ein, schrieb einige Texte und das Ergebnis kann sich hören lassen. Schwermütig ist Where Time Stands Still wahrlich nicht. Selbst die langsamen Songs wirken erbauend und dennoch schwingt überall eine Sehnsucht mit, die ich so sonst wirklich nur von Rebekka Bakken kenne. Man höre sich z.B. Maybe There’s A Princess Waiting, I Can’t Explain, You Alone oder Summer Song an. Die perfekte Mischung eines ziemlich perfekten Albums. Hier wird nicht in einer Ecke verharrt. Ein komplett einnehmendes zukünftiges Lieblingsalbum einer starken Band mit einer Sängerin, von der wir noch viel hören werden.

Pressefoto Sara Gazarek & Triosence

Photocredit by Ryo Shiina

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★★ 

2010:

02.11. D – Würzburg (“Cafe Wunschlos Glücklich”)

03.11 D – Kassel (“Theaterstübchen”)

04.11. D – Köln-Nippes (“St.Vinzenz Hospital – Musik in den Häusern”)

05.11. D – Wissen (Sieg) (“Halle Kulturwerk”)

07.11. D – Karlsruhe (“Tempel”)

12.11. AUT – St. Jakob am Thurn (“Jakobisaal”)

13.11. AUT – Innsbruck (“Treibhaus”)

14.11. D – Überlingen (“Aula der Buchinger Klinik”)

15.11. D – Überlingen (“Aula der Buchinger Klinik”) TRIO only!

17.11. D – Fulda (“Kulturcafe Ideal”)

18.11. D – Braunschweig (“Schimmel Auswahlcentrum”)

19.11. D – Bremen (“DIe Glocke”)

10.11. D – Hamburg (“Stellwerk”)

21.11. D – Köln (“Stadtgarten”)

2011:

04.01. D – München (“Unterfahrt”)

05.01. D – Stuttgart (“BIX”)

06.01 D – Kaiserslautern (“Kammgarn”)

07.01. D – Darmstadt (“Centralstation”)

08.01. D – Heidelberg (“Karlstorbahnhof”)

09.01. D – Bonn (“Harmonie”)

11.01. D – Kassel (“Theaterstübchen”)

12.01. D – Hamm-Westfalen (“Kurhaus”)

14.01. D – Korschenbroich (“Sandbauernhof”)

16.01. D – Bad Saulgau (“Altes Kloster”)

21.01. D – Bergneustadt (“Krawinkelsaal”)

22.01. D – Dresden (“Dixiebahnhof”)

24.01. D – Hannover (“Jazzclub”)

25.01. D – Kiel (“Kulturforum”)

26.01. D – Oldenburg (“Cadillac”)

27.01. D – Dessau

28.01. D – Zwickau (“Alter Gasometer”)

29.01. D – Stuhr (“Jazzfestival”)

[youtube Sk_jMRMN8Ys]

[youtube WImL_UssXQ4]

Comments (0)

Cover_Jessica_Gall_Little_Big_Soul

Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

Tonträger der Woche: Jessica Gall – Little Big Soul

Posted on 17 Juli 2010 by Julian

herzog records

Jessica Galls erstes Album ist seinerzeit völlig an mir vorbeigegangen, obwohl es von der Kritik hoch gelobt wurde. Laut Presseinfo enthielt es hauptsächlich Coverversionen – und die sind meist nicht so mein Ding. Um Little Big Soul kommt man nun aber nicht mehr drum herum. Die zwölf Songs orientieren sich an Country, Chanson, Jazz und Soul, in den besten Momenten meint man, vergessene Stücke von Rebekka Bakken zu hören, so toll ist es. Die Texte sind angenehm bodenständig (so besingt sie in Saturday Night beispielsweise die Notwendigkeit eines Babysitters) und einige Bluegrassinstrumente sorgen für einen Neil Young affinen Harvestsound. Ein alles in allem sehr angenehmes, leicht schwüles “Sommeralbum” (und das ist an dieser Stelle keineswegs negativ gemeint), das mich wirklich vom Hocker haut.

Myspace <– Reinhören!!!

17.09.2010     Dortmund     Domicil
18.09.2010     Köln     Studio 672
19.09.2010     Frankfurt/M     Jazzkeller
21.09.2010     Heidelberg     Karlstorbahnhof
22.09.2010     Kaiserslautern     Kammgarn
23.092010.     München     Unterfahrt
24.09.2010     Erlangen     E-Werk
25.09.2010     Karlsruhe     Tempel
28.09.2010     Hamburg     Fabrik
29.09.2010     Berlin –     A-trane
30.09.2010     Berlin     A-trane
01.10.2010     Berlin     A-trane
06.10.2010     Hannover     Pavillion
09.10.2010     Heilbronn     Cave
04.11.2010     Hamburg     Musik in den Häusern der Stadt
06.11.2010     Köln     Musik in den Häusern der Stadt
07.11.2010     Leverkusen     Festival Forum

Comments (5)

Rebekka Bakken im TV

Tags: , , ,

Rebekka Bakken im TV

Posted on 18 März 2010 by Julian

Heute kam über Facebook die Meldung rein, dass Rebekka Bakken im norwegischen TV zu sehen war. Den Auftritt haben wir für euch verlinkt. Wie immer eine sehr schöne Performance.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=hKSG62i35Zw]

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=1hP5RYLfD0k]

Comments (1)

Rebekka Bakken – Morning Hours Tour 2010, Burgwedel: Im Amtshof

Tags: , , , , , , ,

Rebekka Bakken – Morning Hours Tour 2010, Burgwedel: Im Amtshof

Posted on 21 Januar 2010 by Julian

Pressefoto Universal

Da gibt es diese umwerfende Frau, deren Blick mir immer wieder das Gefühl gibt, nur ich würde auf der Welt existieren. Wenn wir zusammen in einem Kurs sitzen und sie zu mir hinüberschaut, schießt das Adrenalin in die Adern und meine Halsschlagader pulsiert. Wie einst bei Medusa ist es für mich nahezu versteinernd, sie anzusehen und zu wissen, dass nie sein wird, was ich mir erhoffe. Nun, ich rede nicht von Rebekka Bakken, obwohl es einem bei ihr schon ähnlich ergehen kann. Vielleicht sogar um ein vielfaches schlimmer. Es besteht durchaus ein Unterschied zwischen der beschriebenen Bekannten und der nahezu 18 Jahre älteren Jazzlady. Rebekka Bakken ist nicht nur die Frau, die einen an den Rande des Wahnsinns zu führen vermag, durch einen Blick, eine Drehung oder ihre pure Anwesenheit, ihre Ausstrahlung (hätte der alte Benjamin sie gekannt, er hätte ein neues Fallbeispiel für seine Theorie um die Aura gehabt) ihr erhabenes Wesen, ihre sirenenhafte Stimme. Aber in ihr steckt auch immer wieder das Mädchen von Nebenan, dass man schon seit der Kindheit kennt und mit dem man in Nachbars Garten Kirschen geklaut hat; das Mädchen in Jeans und dem Hemd des Vaters, jenes Mädchen, dass man erst in der Pubertät als Frau begreif. Sie weiß genau um ihre Macht und spielt damit. „Ich fühle mich heute nicht besonders… ist ein Arzt hier?“ fragt sie auf ihre unnachahmliche Art und einige Männer rufen: „Ja!“ – sie werden von ihren Frauen mit Blicken gestraft.

Der Auftritt in Burgwedel war auf traurige Art sicher Einzigartig. Die Besucher – nicht etwa wegen der faszinierenden Jazzsängerin gekommen – anwesend, weil man da eben hingeht. Das sonstige Programm? A-Capella Bands und… Ach reden wir nicht darüber! Meine Nachbarin beschwert sich noch, zu spät hereingelassen worden zu sein (10 Minuten!) und Rebekka Bakken sei ja so oder so nicht so toll, sie hätte sie auf ARD gesehen. Sie schlage aus ihrem Aussehen Kapital. Ein bisschen mehr Respekt vor der Lady, meine Damen! Die Herren wollen sie auf einen Kaffee einladen? Wo bin ich da nur hineingeraten? Und die Bakken muss in die untersten Schubladen greifen, um das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, nach vielen Versuchen, die bei einem Jazzpublikum immer funktionieren (sie lobt auf genial-zynische Art den Auftrittsort). Das sonst so lange So Ro ist, Publikumsbedingt, denkbar kurz und auch nicht so hart wie sonst (Post Rock zu Soft Rock) und wird auch nicht sonderlich bejubelt. Ich erinnere mich an andere Konzerte, wo das Publikum hier beinahe ausgerastet ist vor Verzückung. Aber dann kommt der magische Moment: Sie spricht und singt auf Deutsch! Einen Ludwig Hirsch Song. Das Publikum ist begeistert. Als Künstler würde ich mir wünschen, dass meine eigenen Stücke den Applaus bekommen, so wie man es sonst bei ihr gewohnt ist.

Besonders hervorheben möchte ich die neue Band. Dank soundtechnischen Fehlern musste der Gitarrist diverse außerplanmäßige Soli spielen, die sehr, sehr gut waren. Nur Larry Danielsson habe ich vermisst. Rebekka Bakken ist eine Naturgewalt, die in gegebenem Rahmen leider nicht viele zu verschlingen vermochte. Aber wer nicht die neue Schülerband erwartete oder einfach besonders offen war, konnte einen wunderschönen Abend verbringen und über publikumstechnische Fehlgriffe hinwegsehen (erst über die Dame meckern und dann nach der Zugabe auf die Uhr gucken und sich beschweren, dass das Konzert zu kurz war). Trotz dieses Störfaktors war das Konzert nämlich gewohnt phänomenal. Besonders schön: Sie hat Time After Time, dieses fürchterliche Cindy Lauper Stück, nicht gesungen! Denn Rebekka Bakken weiß zu verzaubern und man liegt ihr nach kürzester Zeit zu Füßen. Wir Männer mögen es, von Frauen schlecht behandelt zu werden? Ja, aber nur, wenn sie es ist!

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=1G_MxN38qgY]

Comments (0)

Solveig Slettahjell & The Slow Motion Orchestra – Tarpan Seasons

Tags: , , , , , , , , , ,

Solveig Slettahjell & The Slow Motion Orchestra – Tarpan Seasons

Posted on 16 Januar 2010 by Julian

Universal / Emarcy

Solveig Slettahjell ist eine Sängerin aus Norwegen, die, ähnlich wie ihre Kollegin Rebekka Bakken, nicht nach Norwegen klingt, sondern eher nach dem unehelichen Kind von Marianne Dissard und Tom Waits. Die Instrumentaltracks rumpeln, die Stimme hält alles schön zusammen und vervollständigt die Auftragsarbeit für das Vossa Jazz Festival. December Song und Visit verdeutlichen das ziemlich genau. Hier kommt dann auch mal ein wenig Soulmusik durch. Soul ist eigentlich ein Wort, das die Musik ziemlich genau beschreibt, denn die Songs haben Seele. Mein persönlicher Favorit ist jedoch Be Steady mit einem ziemlich abgefahrenen Hammondorgelsolo. A Day ist dann der perfekte Abschluss für dieses Album. Vielleicht noch ein Wort zum Gesang: Die Sängerin singt auf ihre ganz eigene Art somnambul, gefangen zwischen Traum und Realität. Ein Blick auf das Cover weist die Richtung.

Continue Reading

Comments (0)

Advertise Here
Advertise Here
Follow me
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogoscoop Blogverzeichnis