Tag Archive | "Peter Gabriel"

Verschiedene, erwähnenswerte Neuerscheinungen

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Verschiedene, erwähnenswerte Neuerscheinungen

Posted on 15 Oktober 2011 by Julian

Peter Gabriel - Peter Gabriel. New Blood. CD Cover

Aufgrund von Zeitmangel und einer Menge erwähnenswerter Promos fasse ich einige Kritiken zusammen.

ErdmöbelRetrospektive: Auf der bereits im September erschienenen Werkschau der wohl lyrischsten Band aus Deutschland treffen gute Popsongs auf assoziative Texte, die Zeit vergleicht sie mit Gottfried Benn, Hans Christian Andersen und den Pet Shop Boys. Zu der fantastischen CD wird ein umfassendes Textbuch mitgeliefert, in dem alle Lieder abgedruckt sind. Erschienen bei Edel.

WundertüteWundertüte: Das Jazzprojekt von Mario Meusel und Christian Schöbel mischt ernste Musik mit Humor; mein Humor ist es nicht, dennoch ist das Gebotene absolut hörenswert. Trotzdem kann es nicht mit den Werken eines Frank Zappas oder Götz Alsmann verglichen werden. Erschienen bei MLM.

Alexandre Desplat – Largo Winch II: Der talentierte Komponist schreibt Musik für die Fortsetzung eines Agententhrillers, sein eleganter Stil, den er auf Das Mädchen mit dem Perlenohrring zeigte, geht unter genretypischem Lärm leider verloren. Erschienen bei Colosseum / Varese Sarabande.

Lorne Balfe – Ironclad: Musik zu Mittelalterfilmen verliert sich oft in Kitsch oder überladenen Actionkompositionen, Balfe umschifft mit seinem Score diese Clichés, Corvus Corax unterstützen ihn dabei. Kein Meisterwerk, aber anhörbar. Erschienen bei Colosseum / Varese Sarabande.

Pascal Schumacher Quartet – Bang my can: Verspielter Jazz vom Feinsten, der bei mehr redaktionellem Spielraum in der Zeitgestalung eigentlich eine Vollkritik bekommen sollte. Pascal Schumacher zeigt sich ein ganz klein wenig innovativ und überzeugt auf ganzer Linie. Erschienen bei Enja.

Nigel Kennedy – The four elements: Kennedy ist ohne Frage ein begabter Interpret, sein Doors Album ist wirklich sehr gut geworden. The four elements hingegen ist eine Beleidigung für Klassiker und Rockfans gleichermaßen: Chorsänger funktionieren in der Regel als solche, als Rocksänger wirken sie schwächelnd. Titel wie Encore (It’s Plucking Elemental) erinnern an die erbärmlichen Versuche von ELP oder Deep Purple in den späten 80ern, modern zu klingen. Dass Kennedy seinen Zyklus auf Tournee zusammen mit Vivaldis Vier Jahreszeiten aufführt, zeugt von einem übersteigerten Ego und absolut bornierter Selbstverliebtheit. Erschienen bei Sony.

DrahtSeilAkt – Fall oder Tanz: Der Gitarrist von Raemonn spielt zusammen mit einer durchaus talentierten Sängerin gefühlvollen Deutschpop, der an Katja Werker erinnert und leider auch genauso schnell nervt. Ausbaufähig! Erschienen bei Achtung Music.

Peter Gabriel – New Blood: Peter Gabriels Orchesteralben heben sich von ähnlichen Veröffentlichungen anderer Musiker wohltuend ab, was bereits auf Scratch My Back wunderbar funktionierte. Wo jedoch das Vorgängeralbum mit interessanten Neuinterpretationen unter teils völliger Missachtung des Originals punktete, interpretiert Gabriel sich selbst zu werkgetreu. Was bei Darkness und The Rythem Of The Heat ganz wunderbar funktioniert und bei seinem thematisch wohl aktuellsten Lied Wallflower für Gänsehaut sorgt, ist an anderer Stelle leider langweilig oder, sobald er von seiner Tochter begleitet wird (gilt nicht für die tolle Ane Brun!), langweilige Begleitmusik. Man darf hoffen, dass sich das Popgenie in dieser Richtung ausgelebt hat und sich auf die alten Stärken, herkömmliches mit Innovativem zu verbinden, besinnt. Erschienen bei Real World / EMI.

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Peter Gabriel: “New Blood” kommt im Oktober

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Peter Gabriel: “New Blood” kommt im Oktober

Posted on 22 August 2011 by Julian

Es gibt neues von Peter Gabriel zu berichten: Sein zweites Orchesteralbum New Blood erscheint am 10. Oktober 2011 auf CD, Blu-ray/DVD (Konzertfilm!) sowie als Special Edition (erst am 24. Oktober erhältlich)  mit Buch und allem was dazugehört. Diesmal wird Peter Gabriel keine Stücke covern, sondern eigene Stücke im orchestralen Gewand präsentieren. Die Trackliste lautet wie folgt:

01. The Rhythm of the Heat
02. Downside Up
03. San Jacinto
04. Intruder
05. Wallflower
06. In Your Eyes
07. Mercy Street
08. Red Rain
09. Darkness
10. Don’t Give Up
11. Digging in the Dirt
12. The Nest that Sailed the Sky
13. A Quiet Moment
14. Solsbury Hill

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Kate Bush – Director’s Cut

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Kate Bush – Director’s Cut

Posted on 29 Mai 2011 by Julian

Kate Bush Director's Cut Cover

Was kann man noch über Kate Bush schreiben, was nicht schon geschrieben wurde? Die Frau, die in der Musik eine ähnliche Stellung wie Peter Gabriel hat, die nur auf ihre Intuition hört, die ihrer Kreativität freien Lauf lässt und dennoch immer wieder Charterfolge verbuchen kann. Nach dem mehr als gelungenen, wenn auch etwas sperrigem Aerial folgt nun eine Neuaufnahme der Higlights ihrer Alben The Red Shoes und The Dreaming, Alben, die mich mein halbes Leben begleiten, mit denen ich jedoch nie so recht warm wurde. Kate Bush empfindet da wohl ähnlich, ihr war der Sound zu digital, zu klirrend und auch sonst gab es einiges, was sie ändern wollte. Sei es der Song The Sensual World, der nun Flower Of The Mountain heißt und nun James Joyce‘ Ulysses zitieren darf. Es wurde umgestellt, neu komponiert und beibehalten, was für gut erachtet wurde. So ist Director’s Cut ein gutes Album geworden, dass die Stärken zweier alter Alben vereint und eine gutgelaunte Kate Bush präsentiert. Die teils schwammigen Aufnahmen, das teils schlampig eingesungene ist übrigens von der Komponistin gewollt – denn allzu klare Aufnahmen sind der Kassettenfanatikerin ein Dorn im Auge. Das Artwork ist ebenso künstlerisch anspruchsvoll wie ihre Musik. Eine ungemein faszinierende Bildsprache illustriert die Fish People, die einige vielleicht aus der Science Fiction Serie Dr. Who kennen.

Erschienen bei Fish People.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

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Sade – The Ultimate Collection

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Sade – The Ultimate Collection

Posted on 14 Mai 2011 by Julian

Sade Adu Ultimate Collection

Mit Best Of und Ultimate Collections ist es ja fast immer gleich: Entweder es fehlt die Hälfte (Genesis), die Zusammenstellung ist völlig willkürlich (Tom Jones) oder beschränkt sich lediglich auf die Hits (Peter Gabriel). Obwohl ich Sade über Jahre hinweg nichts abgewinnen konnte, gefällt mir nun die Ultimate Collection doch ziemlich gut. Es scheint, als wäre wirklich jeder Abschnitt ihrer Karriere abgedeckt worden, die 2 CDs bieten auf jeden Fall eine Menge Songs, die noch nie im Radio zu hören waren. Zudem unterscheiden sie die Tracklisten der 2-CDs deutlich von der beigelegten DVD, auf der noch einmal alle Musikvideos zu sehen sind, die übrigens ziemlich stark sind und oftmals pantomimisch arbeiten, zeigen, warum der Stummfilm in ihnen weiterlebt. Für den Einsteiger ist diese CD-DVD Kombination ideal, er wird mit reichlich Material versorgt und es entsteht der Eindruck einer Vollzähligkeit. Die Remixe hingegen (Jay-Z und Neptunes) sind relativ überflüssig, stören aber auch nicht. Sicher hätte man einiges anders machen können. Man hätte die Videos, wie bei Peter Gabriel, in 5.1 Surround Sound mischen oder die Verpackung so gestalten können, dass sie die Trägermedien nicht nach mehrmaligem gebrauch zerkratzen – ein Jewel Case oder ein Schutzumschlag hätten Wunder gewirkt. Das Booklet hingegen, ohne Linear Notes, ist wirklich ein Witz…

Erschienen bei RCA / Epic / Sony Music.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

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Tonträger der Woche: Elbow – Build A Rocket Boys!

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Tonträger der Woche: Elbow – Build A Rocket Boys!

Posted on 25 April 2011 by Julian

Elbow Build A Rocket Boys! Guy Garvey CD Cover

Build A Rocket Boy! ist meine erste Elbow CD. Zwar gab es bereits vorher Kontakt zu ihrer Musik, coverte doch Peter Gabriel jüngst Mirrorball auf seinem umstrittenen Album Scratch My Back, doch ein komplettes Album habe ich bisher noch nicht gehört. Umso mehr bin ich von Build A Rocket Boys! überrascht. Selten gelingt es einer Band, solch emotionale Tiefe zu schaffen, einen Chor völlig unkitschig zu integrieren (Lippy Kids, The River) und auf ungemein hohem Niveau zu texten. Guy Garveys Texte sind nicht nur formal gelungen, funktionieren als eigenständige Gedichte, er singt auch über Grundbedürfnisse, Wünsche uvm. Dabei sind die Stücke recht spärlich arrangiert, wirken experimentell und sind so gar nicht das, was man von einer Band erwarten würde, die in ihrem Heimatland zu Megasellern geworden sind. Elbows Build A Rocket Boy! liefert den Beweis, dass gute Musik durchaus auch von der Masse gehört werden kann und gehört in jede gut sortierte CD Sammlung. Eines ist sicher: Lippy Kids gehört schon jetzt zu den Songs, die man nicht mehr missen will. Um es mit Russel Hammonds Worten zu sagen: „Das ist die scheiß Magie!“

Erschienen bei Fiction.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

 

 

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Tonträger der Woche: Patty Moon – Mimi And Me

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Tonträger der Woche: Patty Moon – Mimi And Me

Posted on 30 Januar 2011 by Julian

Patty Moon Mimi And Me CD Cover

Nach der fantastischen EP Dream Up erscheint mit Mimi And Me endlich ein neues Album von Patty Moon. Bereits damals war es mehr als leicht, sich in den Folkpop von Judith Heusch und Tobias Schwab zu verlieben. Federleicht, romantisch und doch abgründig war die 20minütige EP, jeder Song zum verlieben schön. Mit Mimi And Me ist nun wieder ein reguläres Album erschienen, das trotz normaler Spielzeit großartiges Kopfkino ist und keinen Moment auch nur einen Funken Langeweile versprüht. Die vierzehn Songs sind perfekt durchkomponiert und überzeugen textlich; Das wohl beste Stück ist allerdings The Raven. Jede Strophe zieht einem tiefer in die düstere Welt Edgar Allan Poes hinab und man fragt sich mehr als einmal, wer nochmal Alan Parsons ist. Gänsehaut garantiert. Wenn das Presseinfo bei Stardust Genesis‘ The Lamb Lies Down On Broadway ins Spiel bringt (aufmerksame Leser wissen ob der Bedeutung für den hiesigen Autoren) möchte man beipflichten, doch wäre eine Parallele zu Peter Gabriels Überwerk eher bei den von When You Go Chapter I und II umrahmten Stücken zu ziehen. Mit seinen düsteren Sounds, die besonders an den zweiten Teil des Konzeptalbums erinnern fröstelt es einen ebenso wie in der bizarren Welt Raels. Doch sind es in der Verlassenheit immer wieder Stücke wie Dare, die den Hörer in einem warmen Soundteppich auffangen. When You Go Epilog rundet das Album perfekt ab, erinnert in den Klangfarben an Tom Waits‘ Alice.

Immer wieder trifft man inzwischen auch im Kino auf Patty Moons Soundkosmos. Aktuell bildet ein Teil von Mimi And Me (der nicht mal Ansatzweise aus dem Gesamtkontext des Albums zu lösen wäre) die Untermalung zu Hans W. Geissendörfers In der Welt habt ihr Angst, Besetzt mit Axel Prahl und Anna Maria Mühe. Der Aufbau des Albums ist schlicht perfekt, ein relativ lockerer Anfang, ein mehr als düsterer Mittelteil und ein warmer Ausklang sorgen für ein zauberhaftes Werk, dass in der aktuellen Musikszene Deutschlands einzigartig ist. Mimi And Me ist Musik, die aus den verschlungenen Pfaden der Psyche erwächst und in der Märchenwelt zu Hause sind.

Erschienen bei Traumton.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★★ 

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Eels – Tomorrow Morning

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Eels – Tomorrow Morning

Posted on 20 August 2010 by Julian

Eels Tomorrow MorningE Work Records / V2 / Cooperative Music

Endlich ist es da, das neue Album von Eels. Endlich? Eels Fans können sich dieses Jahr nun wirklich nicht beklagen. 3 Alben, davon eine Doppel CD wurden dieses Jahr veröffentlicht, alle durchweg gut – und dann noch das Überalbum End Times. Jenes Album, das mir durch eine schwierige Zeit geholfen hat, beinahe schon etwas zu spät kam, aber doch eine heilende Wirkung hatte. Insbesondere Little Bird hat es mir bis heute angetan und ich denke E hat auch eine gute Chance auf den Titel Album des Jahres. Tomorrow Morning fängt dort an, wo End Times aufhörte. Nach einem kurzen Instrumentaltrack folgt ein Stück, das in seiner Gesangslinie an Peter Gabriel erinnert. Das etwas nervige Baby Loves Me ist vergessen, sobald Spectacular Girl erklingt. Ein wirklich klasse Refrain ist Herrn Everett da gelungen mit dem Mellotron, den kurz aussetzenden Drums und diesem kratzigen Gesang! Ist die erste Hälfte des Albums noch von einer Aufbruchsstimmung geprägt, ist die zweite Hälfte wieder im festen Griff der Melancholie. Eels gelingt das Kunststück, einen mit jedem Album aufs Neue gefangen zu nehmen, man folgt ihm gerne und seine Texte sind direkt und poetisch zu gleich. Tomorrow Morning schließt den Kreis, die Trilogie ist beendet. Sein prominentester Fan ist übrigens Tom Waits. Mehr gibt’s dazu eigentlich nicht zu sagen.

[youtube 6IjbYBHhCC0]

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Sam Amidon – I See The Sign

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Sam Amidon – I See The Sign

Posted on 23 April 2010 by Julian

Bedroom Community / Rough Trade

Sam Amidon hat mich durch seine Stimme sofort begeistert, die stark an Nick Drake erinnert. Seine Musik ist wie eine Mischung aus dem eben genannten Künstler und Peter Gabriel, eher ruhig und gefühlvoll als überdrehter Indiekrampf. Schon das erste Stück How Come That Blood überzeugt mit Afrikarhythmus und hypnotischer Gesangslinie. Was das Album von anderen Veröffentlichungen abhebt, ist die ruhige Art des Vortrags, die sehr intim daherkommt und dennoch nicht einschläfernd wirkt. Es hat mich gleich beim ersten Hördurchlauf gefangen geenommen und hätte Kate Nash nicht ihr neues Album veröffentlicht, wäre I See The Sign das Album der Woche geworden. Ich lege es hiermit jedem ans Herz!

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=LvKTyPGwb2c]

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Peter Gabriel – Scratch My Back

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Peter Gabriel – Scratch My Back

Posted on 13 Februar 2010 by Julian

Realworld / Virgin / Emi

Peter Gabriel ist ein Musiker, der es liebt, zu experimentieren. Er versucht Grenzen zu sprengen – sei es in seinen Bühnenshows oder auf seinen Alben. So sind seine Alben meist ein Mix aus den verschiedensten Einflüssen, die er sowohl aus der Weltmusik als auch der aktuellen Popmusik zieht. Nach seinem letzten Album UP sollte I/O folgen, zwischenzeitig erschien der tolle Soundtrack zu Long Walk Home, der mich erst zum Fan seines Solowerks machte. Viele Fans sind verärgert, dass I/O nun immer noch nicht veröffentlicht wurde und stattdessen ein Album mit klassisch arrangierten Popsongs folgt. Einige Fans fangen sogar an, mit wilden Beleidigungen um sich zu werfen, als sei Peter Gabriel ihnen irgendwie verpflichtet. Langweilig sei sein neues Album. I/O sei viel besser, er soll doch lieber bei Rock And Roll Hall Of Fame Ehrung einen alten Genesisklassiker spielen, muss ja auch nicht perfekt sein. Kann ich nicht nachvollziehen. Von I/O habe ich noch keinen Ton gehört und Genesis sind Geschichte. Ihr müsst euch eine neue Lieblingsband suchen. Und – darf ein gestandener Künstler nicht auch einmal etwas Anderes ausprobieren? Steht er in der Schuld der Fans? Nein. Peter Gabriels neues Album ist sicherlich ein harter Brocken. Es gibt Menschen, die nicht fähig sind, die Originalversionen zu vergessen, sie erwarten eine Interpretation im typischen Gabrielstil. Das das etwas langweilig werden könnte, hat sich sicher auch der Künstler gedacht. Also macht er es rein Orchestral. Ohne Schlagzeug (von My Body Is A Cage mal abgesehen), ohne Gitarren. Die Arrangements erinnern an moderne Klassik, mehr Ligeti als Wohlfühlklassik. Dass Heroes da nicht nach David Bowie klingt ist klar. Listening Wind hat es geschafft, mich für die Talking Heads zu begeistern, die ich bisher gemieden habe. The Power Of The Heart klingt nach Gabriel, ebenso My Body Is A Cage. Après Moi, textlich hätte es auch auf das dritte Gabriel Album gepasst – oder auf UP, ist intensive, Flume rührt zu Tränen. Street Spirit ist harter Stoff, aber passend. Weniger passend ist da Waterloo Sunset, zu Recht ein Bonustrack. Der Fluss des Albums wäre gestört worden. Was erwartet also den Hörer? Eine ruhige aber niemals einschläfernde Platte mit klassischen Arrangements, die nicht kitschig sind. Coverversionen, die nicht wirklich den Originalsong wiedergeben. Genau da liegt die Stärke des Albums: Gabriel ist es gelungen sich Fremdmaterial anzueignen, es durch den Wolf zu drehen und zu einer typischen Gabrielplatte zusammenzufügen. Hörer, die dabei die Originale nicht kennen (oder die nicht krampfhaft auf das Original schielen) sind dabei klar im Vorteil. Kein echtes Gabriel Album? Das ich nicht lache!

Gabriel hat in diversen Interviews schon angekündigt, er würde demnächst noch ein Album im selben Stil veröffentlichen. Ob das nun vor I/O passiert, sei, auch von Gabriels Seite aus, dahingestellt.

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Peter Gabriels "Scratch My Back" Im Stream

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Peter Gabriels "Scratch My Back" Im Stream

Posted on 10 Februar 2010 by Julian

Das neue Album “Scratch My Back” von Peter Gabriel kann man sich nun hier im Stream anhören. Der ehemalige Sänger und Flötist von Genesis hat ein Album voller Coversongs aufgenommen, im Gegenzug veröffentlichen die gecoverten Musiker zum Jahresende eine CD mit den Interpretationen ihrer Lieblingssongs von Gabriel – einzig David Bowie ist darauf nicht vertreten. Dieser hat im Moment keine Lust auf Musik. Als Ersatzmusiker wird sein Produzent Brian Eno ein Stück aufnehmen.

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