Archive | Rock

Album der Woche (11): Jethro Tull´s Ian Anderson – Thick As A Brick 2

Tags: , ,

Album der Woche (11): Jethro Tull´s Ian Anderson – Thick As A Brick 2

Posted on 02 April 2012 by Julian

TAAB 2

Als bekannt gegeben wurde, dass Ian Anderson plant, eine Fortsetzung zu Thick As A Brick zu veröffentlichen, gingen beim hiesigen Redakteur in spontan Hysterie alle Lichter aus. Das hatte folgende Gründe: Zum einen ist das Uralbum sein Lieblingsalbum, zum anderen scheint es unübertrefflich genial zu sein. Zu groß die Angst vor einer üblen Enttäuschung. Seien wir einmal ehrlich: In den letzten 20 Jahren, seit mit Roots To Branches das letzte gute Tull-Album erschien (Über Dot Com schweigen wir einfach, ok?), veröffentlichte die Band bzw. ihr Komponist Schrott, der seinen Höhepunkt im vollkommen überflüssigen Plays The Orchestral Jethro Tull, einer Tortur in Form eines Doppelalbums, fand. Es folgten unzählige Hitkollektionen. Andersons Stimme klang fürchterlich. Ein Progalbum schien unmöglich, denn der allseits bekannte Flötist machte keinen Hehl daraus, dass er die Musikrichtung ebenso sehr verachtete, wie auch Surroundmixe seiner Alben. Warum kein neues Album erschien: Die Musiker hätten inzwischen andere Hobbys. Dass Anderson diese Ausreden in früheren Zeiten als Kündigungsgrund betrachtete, lies darauf schließen, dass bestimmte Elemente keine Lust mehr hatten. Warum sich also mit Altlasten abgeben? Doch nun erscheint TAAB 2 mit der kompletten Tull-Mannschaft, minus Martin Barre und Doanne Perry. Sie hätten anderes zu tun, Tull sei nicht aufgelöst, so sagt man. Wer´s glaubt … Es bleibt der Eindruck, dass es Barre war, der seit Jahren den Blues (in vielerlei Hinsicht!) in die Band schleppte. Wie soll man es sich auch anders erklären, dass nun ein grandioses Alterswerk vorliegt, ein Progalbum mit Surroundmix, das voller Melodien ist, dessen Gesang überzeugt (und in den heiklen Passagen einen zweiten Sänger bemüht) und auf dem weder der alte Drummer noch der alte Gitarrist fehlen? Trotz aller nostalgischer Gefühle insbesondere Barre gegenüber, kann man den Neuen an der Gitarre, Florian Opahle, nur loben. Er macht einen ebenso guten Job, gleiches kann man über John O´Hara an der Hammondorgel sagen (auch als Arrangeuer David “Dee” Palmer ebenbürtig). Einzige Kritikpunkte: Im Gegensatz zu TAAB 1 handelt es sich nicht um einen Longtrack und das neue Album klingt auch nicht ganz so jugendlich. Doch beschrieb das Original die Gefühle eines Zehnjährigen, der Nachfolger die eines Fünfzigjährigen. Passt also. In allen vorgeschlagenen Biografien des Gerald Bostocks wendet sich das Blatt irgendwie zum Guten. So verhält es sich auch mit Ian Anderson. Nach langer Sinnsuche folgt nun das wohl sinnigste Vermächtnis des Schotten. Hoffentlich ramponiert er es nicht wieder. Anmerkung zur Bewertung: Eigentlich sollte man ob des Cover und Inner Sleeve Designs einen Punkt abziehen.

Erschienen bei EMI / Chrysalis.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (0)

Alain Bashung – L’Homme À Tête De Chou

Tags: , ,

Alain Bashung – L’Homme À Tête De Chou

Posted on 20 März 2012 by Julian

CD Cover L' Homme A Tete De Chou

Serge Gainsbourgs Konzeptalbum L’Homme À Tête De Chou gehört ohne Zweifel zu den interessantesten und wichtigsten Werken der französischen Popmusik. Nicht nur, dass Gainsbourg hier zum ersten Mal mit dem Reggae flirtet, eine Liaison, die wenige Jahre später in den zwei großartigen Alben Aux armes et caetera und Mauvaises nouvelles des étoiles kulminieren wird, auch die Verwendung exotischer Instrumente wie dem Digeridoo und des gesprochenen Wortes, noch mehr als es bei Melody Nelson der Fall war, trägt zu seiner Sonderstellung bei. Alain Bashung, der seit jeher einen gleichen musikalischen Ansatz verfolgte – also die Verbindung anspruchsvoller Musik mit ebenso anspruchsvollen Texten – nahm sich kurz vor seinem Tod vor 3 Jahren dem Gainsbourg’schen Meisterwerk an. Unter der Führung von Jean-Marc Ghanassia, dessen Idee es war, L’Homme À Tête De Chou als Tanztheater auf die Bühne zu bringen, entstand eine Neuinterpretation des Albums, die man als durch und durch gelungen betrachten darf. Bereits der Soundtrack zu Vie Heroique deutete an, wie gut die Stücke des alten Meisters im zeitgenössischen Klangkosmos funktionieren (z. B. Qui Est „In“ Qui Est „Out“, L’Hôtel Particulier oder Nazi Rock). Ein Problem des Albums ist sicher die Stimme Bashungs, die einen harschen Kontrast zu Gainsbourgs liebevoller Intonation bietet. Besonders deutlich wird dies in Marilou Sous La Neige, das wie kein anderes Stück auf L’Homme À Tête De Chou eine schmeichelnd-verzweifelten Stimme bedarf und hier, auch was das Arangement betrifft, abgestanden klingt. Abgesehen von diesem Beispiel ist die Neuinterpretation jedoch absolut gelungen. Das fängt beim großartigen Verpackungsdesign an, erstreckt sich über das Booklet und mündet in einem modernen Sound, der sich teils extrem vom Original unterscheidet, weniger psychedelisch ist (keine Sorge: davon gibt es immer noch genug – vgl. hier z. B. Variations sur Marilou, dass trotz aufdringlichem E-Drum einen ungeahnten Sog aufzubauen versteht oder das teils free-jazzige Lunatic Asylum) und den Zuhörer mit seiner Direktheit zu begeistern weiß. Ein wenig traurig stimmt jedoch wieder einmal die erschreckende Veröffentlichungspolitik Deutschlands. Man muss wohl oder übel auf die Importversion zurückgreifen.

Erschienen bei Barclay / Universal Music France.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (2)

Verschiedene erwähnenswerte Neuerscheinungen

Tags: , , , , , , , ,

Verschiedene erwähnenswerte Neuerscheinungen

Posted on 29 Februar 2012 by Julian

Catharina Boutari

The Stewardesses – Pussy Empire Hebt Ab

Zugegeben: Es war vor allem der Albumtitel, der meine Aufmerksamkeit erhaschte. Labelsampler von Puder-Dame Catharina Boutari, mit lauter Coverversionen deutscher Popklassiker (von Grönemeyer bis Tokio Hotel alles vertreten), problematisch entpuppen sich einige Stücke wie Major Tom, die zu sehr nach Schulchor klingen. Anderes hingegen ist einfach sympathisch-witzig, wie Türlich, Türlich von Das Bo und Durch Den Monsun klingt auf einmal seltsam erträglich. Pussy Empire Hebt Ab ist wie eine musikgewordene Wundertüte.

Erschienen bei Pussy Empire.

Puder – Puder

Catharina Boutari die Zweite: Interessant an Puder ist vor allem der Einsatz einer Hammondorgel im Soundgewand. Zwischen Ballade und Tanzmusik pendelt die Musik unentschlossen daher, die Backingtracks sind durchweg interessant, die Texte oft völlig uninteressant.

Erschienen bei Pussy Empire.

Hubert von Goisern – Entweder Und Oder

Mit Brenna Tuats Guat legt Alpenrocker und Weltmusiker Hubert von Goisern eine gewohnt urige Single vor, das restliche Album tummelt sich zwischen Blues, Rock und Pop. Wer vor allem das Frühwerk mag, könnte enttäuscht werden, auch Anhänger des Afrikasounds finden hier nicht das Gesuchte; dennoch gehört Entweder Und Oder zu den stärksten Alben des Almöhis. Es lebe das Experiment.

Erschienen bei Capriola / Sony.

Rendezvous – Another Round Please

Rendezvous sind für die Kopfhörer vor allem deshalb interessant, da sie Progressivrock mi Techno und Elektro verbinden. Was im ersten Moment unvereinbar scheint, funktioniert ganz ausgezeichnet, erinnert bisweilen an Jean Michel Jarre, beginnt aber auch auf Dauer ein wenig zu nerven. Wie Jean Michel Jarre.

Erschienen bei Moot Records / G Records Rough Trade.

William Wahl – Wie schön wir waren

Lass es schneien war der Song zur diesjährigen ARD Weihnachtskampagne und war dort häufig zu hören. Die ARD ist auch die Heimat diverser Schlagersendungen. So verwundert es nicht, dass William Wahls Album schwülstig, überkitscht und leider oft nichtssagend ist. Die Songs sind gnadenlos überzuckert, die gut trainierte Stimme steht im Vordergrund, reitet die immer selben Töne zu Tode und platziert sich zwischen den deutschlandtypischen, stetig jammernden Songwritern. Kein Vergleich zu einer Anna Depenbusch, eines Gisbert zu Knyphausens oder den politischen Songwritern der alt 68er Generation. Es dümpelt nervig dahin und gerät schnell in Vergessenheit.

Erschienen bei EMI.

Comments (2)

Tonträger der Woche (07): Bebe – Un Pokito De Rocanrol

Tags: , , ,

Tonträger der Woche (07): Bebe – Un Pokito De Rocanrol

Posted on 25 Februar 2012 by Julian

Un Pokito De Rocanrol Bebe Cover

Bebe ist in Spanien ein ziemlich großes Ding. Ihr letztes Album Y stieg direkt auf dem ersten Platz der Charts ein und wurde für mehrere Preise nominiert, unter anderem auch dem Latin Grammy. Un Pokito De Rocanrol hat es verdient, den Erfolg zu wiederholen, wenn nicht sogar zu übertrumpfen. Der Sound ist wirklich schwer zu beschreiben, er ist rau, wild, ungestüm, in-your-face, ein klein wenig geistesgestört und doch Massenkompatibel. Bebe bedient sich bei den verschiedensten Stilrichtungen, mal meint scheint La Mala Rodriguez mit den Ting Tings zu spielen (K.I.E.R.E.M.E.), dann wieder ein wenig Chairlift (ABC), aber auch zu Herzen gehende Singer- / ist Songwriterkunst ist für die Spanierin kein Fremdwort (Sabrás). Un Pokito De Rocanrol ist ein überaus farbenfrohes, eigenwilliges Album geworden, das eigentlich in keiner Sammlung fehlen sollte. Ein Album voller wunderbarer Songs, das sich jedoch nicht eignet, um die spanische Rechtschreibung zu erlernen. Beinahe hätten wir es übersehen!

Erschienen bei EMI.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (1)

Beinahe übersehene Alben des Jahres 2011

Tags: , , ,

Beinahe übersehene Alben des Jahres 2011

Posted on 07 Januar 2012 by Julian

The Devils Blood Thousendfold Epicentre

Auch wir von diekopfhoerer sind nicht perfekt. So sind einige CDs auf dem Schreibtisch liegen geblieben, die wir euch dennoch anpreisen wollen, da ihre Qualität hervorragend ist.

Gilbert Bécaud – Unsterblich. Seine größten Chansons

Über Gilbert Bécaud noch Worte zu verlieren, wäre müßig. Er ist einer der Superstars des französischen Chansons. Monsieur 100000 Volt. Einer der Stars, die ihre Chansons auch auf Deutch sangen und damit Erfolg hatten. Unsterblich gibt es in verschiedenen Ausgaben. Die und vorliegende besteht auf einer CD mit den französischen und einer CD mit den deutschen Erfolgen. Dabei wissen die französischen Original deutlich mehr zu gefallen. Starker Stoff, den jeder einmal gehört aben sollte.

Erschienen bei EMI.

Rez Abbasi´s Invocation – Suno Suno

Rez Abbasi´s Album Suno Suno ist wunderbar interkultureller Jazz, bei dem es einfach Spaß macht, zuzuhören. Es fällt mir allerdings auch nach diversen Hördurchäufen schwer, etwas definitives zu schreiben. Und es stellt sich auch die Frage, ober Suno Suno wirklich noch Jazz ist, oder doch eher dem progressiven Rock zuzuschreiben wäre, wie man ihn noch aus den 70ern kennt. Einer dieser Alben, die für das neugierige Ohr geeignet sind.

Erschienen bei enja.

Bellowhead – Hedonism

Eine Folk-Big-Band auss England? Geht das? Ja, es geht. Die momentan reichlich überhypten Engländer gehen richtig in die Vollen. Schöngeistige Verzauberung wie sie von Midlake und Kollegen praktiziert werden, sind nicht ihr Ding. Doch genau da liegt das Problem der Studio CD: Es scheint schwer zu sein, den belebten Livesound der Band für eine Studioaufnahme zu domestizieren. Somit bleibt eigentlich nur der Gang zu einem der zahlreichen Konzerte, die sie ab dem 30.01.2012 in Deutschland geben werden.

30.01.2012 – Hamburg: Übel & Gefährlich
31.01.2012 – Aschaffenburg: Colos-Saal
01.02.2012 – München: Freiheiz
05.02.2012 – Köln: Kantine
06.02.2012 – Berlin: Postbahnhof
07.02.2012 – Hannover: Capitol

Erschienen bei Navigator Records.

The Devil´s Blood – The Thousandfold Epicentre

Ein satanisches Metalalbum auf diekopfhoerer.eu? Ja, richtig gelesen. Denn neben all dem ernst gemeinten antikosmischen Hokuspokus der Niederländer bleiben vor allem zwei Dinge: Ein wirkliches Knallerartwork (deshalb unbedingt zum goldenen Artbook greifen) mit düsteren Bildern, die wie so vieles an der Band nicht jedermanns Sache sein dürfte, aber schon wieder so konsequent psychedelisch aus der Hölle stammen könnten – Wahnsinn! – und nicht zuletzt ein extrem fettes Heavy Metal Album, irgendwo zwischen Deep Purple, Rainbow, Sad Wings Of Destiny – Judas Priest, Killers – Iron Maiden, Dios Heaven & Hell – Black Sabbath, den hoch geschätzten Black Widow und wilder spätsechziger Psychedelic. Eine 70-minütige Tour De Force, ein progressiver Meilenstein. Überhaupt gibt es im Okkultsektor wieder eine Menge zu entdecken. Seien es Ghost, Blood Ceremony oder Graveyard. Wer auf 70s Rock wie Sabbath, Tull oder Zeppelin steht wird hier enorm gut bedient. Und da kann man auch getrost die bescheuerte Spiritualität der Alben ignorieren, denn eins sollte jedem klar sein: Gott und Teufel waren in der Musikgeschichte so gut wie immer Inspiration der Kunst und die letzten 15 Minuten des Albums sind – Achtung Wortspiel – pure Magie!

Erschienen bei Ván Records.

Comments (2)

Tonträger der Woche: The Black Keys – El Camino

Tags: , , ,

Tonträger der Woche: The Black Keys – El Camino

Posted on 19 Dezember 2011 by Julian

The Black Keys CD Cover

Die Black Keys beobachte ich jetzt seit einigen Jahren, als eine damalige Klassenkameradin das damals aktuelle White Stripes Album an mich herantrug, konnte ich nur mild lächeln. Denn sie wusste nichts von dem energetischen Thickfreakness, der Wucht, mit dem Dan Auerbach und Patrick Carney loszuprügeln verstanden. Was wusste schon ein Jack Black (seit The Dead Weather musste ich mein Urteil gegenüber seiner Person revidieren)? Es ist also schon eine Weile bekannt, dass die Black Keys durchweg gute Alben veröffentlichen. Und hier reiht sich auch das von Danger Mouse produzierte El Camino ein. Hochenergetischer Rock, grandiose Stücke wie Lonely Boy, Little Black Submarines, Run Right Back oder auch Mind Eraser – eigentlich ist jedes Stück gleich grandios, ohne wirkliche Ausfälle. The Black Keys beweisen auch 2011 wieder einmal, dass Bluesrock immer noch aktuell sein kann.

Erschienen bei Nonesuch / Warner.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (0)

The Who – Quadrophenia (Deluxe Edition)

Tags:

The Who – Quadrophenia (Deluxe Edition)

Posted on 15 Dezember 2011 by Julian

The Who Quadrophenia CD Cover

Quadrophenia gilt, wie die bereits einige Jahre zuvor erschienene Rockoper Tommy, als Meilenstein. Trotz eines Sounds, der sich deutlich vom 1969er Album unterscheidet und sich eher an den Ursprüngen der Band orientiert, ist Quadrophenia ungeheur hermetisch, auch im Direktvergleich beider Alben. Musik und Text sind ungemein komplex und fordernd, es braucht seine Zeit, bis man Zugang findet – insbesondere unter der Prämisse, Quadrophenia würde die Geschichte des Pinball Wizards musikalisch weitererzählen. Es ist ein wenig wie mit The Lamb Lies Down On Broadway: Ist der Zugang erst gefunden, wird sich der Hörer der vollendeten Schönheit des Werks bewusst. The Who haben sich selbst übertroffen.

Neben 11 Demos, die sich teils stark von den Originalen unterscheiden, fallen in der Deluxe Edition zwei beigefügten Booklets auf, von dem eins den Fotos der Original-LP gewidmet ist und diese angemessen reproduziert. Das zweite Booklet bietet Linear Notes, die Geschichte von Quadrophenia, alle Texte sowie Anmerkungen zu den einzelnen Stücken. Sehr vorbildlich. Negativ zu bewerten ist aber die Abwesenheit eines 5.1 Mixes, während Tommy seinerzeit noch als Hybrid SACD erschien, liegen nur zwei CDs vor und der Multikanalfreund muss zur teuren Super Deluxe Edition greifen (wo er dann aber überaus gut bedient wird). Ebenfalls fehlt die schöne Plastikschutzhülle, wie bei nahezu allen neuen Deluxe Ausgaben. Alles in allem ein schönes Produkt.

 Erschienen bei Polydor / Universal.

Comments (0)

Nina Hagen – Volksbeat

Tags:

Nina Hagen – Volksbeat

Posted on 16 November 2011 by Julian

Nina Hagen Volksbeat CD Cover

Nina Hagen änderte ihre religiösen Weltanschauungen so oft, wie unsere Bundeskanzlerin ihre politischen Werte. Erst alles durcheinander, dann Außerirdische, dann indische Weisheiten und seit zwei Alben Jesus. Und doch vertritt sie ihre Meinung immer zu 100 Prozent, gibt immer volle Power und lässt, trotz aller Offenheit, andere Ansichten nicht wirklich zu. Auf Volksbeat finden sich also so fantastische Titel wie Das 5. Gebot, dessen Text auf Martin Luther zurückgeht, Jesus Ist Ein Freund Von Mir und Süsses, Süsses Lied Der Errettung, deren Texte stark an von der Kirche geförderten Rockmusik erinnern. Dennoch spricht sie auch autobiografisches an, bewahrt die Songs so vor einem poetischen Desaster und ist äußerst rockig, punkig wie schon lange nicht mehr. Volksbeat macht viel richtig und wirkt dennoch weitestgehend aufgesetzt, die Klasse der von Hagen viel beschworenen (späten) 70er Jahre vermisst man leider vergebens. Spannend sind vor allem die Coverversionen.

Erschienen bei Polydor / Universal.

Subjektiv:

 ★★★☆☆ 

Objektiv:

 ★★★☆☆ 

Comments (4)

The Muppets – The Green Album

Tags: , , , , ,

The Muppets – The Green Album

Posted on 15 November 2011 by Julian

The Muppets Green Album CD Cover Kermit

Gibt es eigentlich Menschen, die die Muppets nicht mögen? Im Vorfeld zum bald erscheinenden neuen Muppetsfilm, dem endlich wieder eine Originalstory zu Grunde liegt und der mit dem Gespann Amy Adams und Miss Piggy auch optisch etwas zu bieten hat, wird nun das Green Album veröffentlicht. Doch von der grandiosen Covergestaltung abgesehen, ist das Album weitestgehend muppetfrei. Bekannte Stücke wie der Muppet Show Theme Song, das synonyme Mah Ná Mah Ná oder Bein‘ Green werden von aktuellen Alternative Musikern interpretiert, unter ihnen Ok Go, Weezer, The Fray, Rachael Yamagata und der allseits beliebte Andrew Bird. Die Frischzellenkur steht den Stücken gut und macht Lust auf noch mehr Muppets. Mah Ná Mah Ná? Dü Düü Dü Düdü!

Erschienen bei Walt Disney Records / Emi.

Subjektiv:

 ★★★☆☆ 

Objektiv:

 ★★★☆☆ 


Comments (1)

Der besondere Film: Udo Lindenberg – MTV Unplugged Live aus dem Hotel Atlantic

Tags: , ,

Der besondere Film: Udo Lindenberg – MTV Unplugged Live aus dem Hotel Atlantic

Posted on 30 Oktober 2011 by Julian

Udo Lindenberg MTV Unplugged

Udo Lindenberg wurde jüngst als Kulturgut wiederentdeckt und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, ehe ein MTV Unplugged Konzert aufgezeichnet wird. Dass der Udo sein Ding durchzieht, sollte jedem seit dem Lied Mein Ding klar sein, es bildet auch den musikalischen Anfang des Abends. Vieles erscheint überaus logisch, wenn man sich das Konzert anschaut, sei es der Austragungsort oder die entspannte Band, die Songauswahl hingegen lässt leider ein wenig den Funk der frühen Jahre vergessen. So fehlt z. B. Elli Pyrelli oder Der Dirigent, zwei absolute Klassiker. Warum ausgerechnet Jennifer Weist mit Lindenberg im Duett singt – und ich lasse mich hier nicht von persönlicher Antipathie leiten – weiß der Geier, musikalischen Mehrwert bietet es nicht. Dafür überrascht Jazzmusiker Martin Tingvall auf Das Leben und auch Stefan Raab ist als Schlagzeuger nicht so schlecht, wie man annehmen würde. Dennoch ist er lange nicht so gut, wie es Udo Lindenberg zu Free Orbit oder Niagara Zeiten einmal war. Man kann auch zu sehr nach Metronom klingen. Überhaupt sind die Gäste größtenteils angenehm, lediglich das Kinderorchester auf dem unsäglichen Wozu Sind Kriege Da, gefühlt noch schlimmer als Bettina Wegeners Sind So Kleine Hände, hätte nicht unbedingt sein müssen. Andererseits: So schlimm, wie auf der Original CD ist es nun auch wieder nicht. Alles in allem ist das Unplugged Konzert jedoch überaus gelungen und es macht Spaß Udo Lindenberg in Topform und ganz bei sich zu erleben.

Erschienen bei Warner.

Subjektiv:

 ★★★☆☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (8)

Advertise Here
Advertise Here
Follow me
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogoscoop Blogverzeichnis