Archive | Jazz

Tonträger der Woche: Vinicio Capossela – Marinai, Profeti e Balene

Tags:

Tonträger der Woche: Vinicio Capossela – Marinai, Profeti e Balene

Posted on 14 Mai 2012 by Julian

CD Cover Marinai, Profeti e Balene

Manchmal gibt es Musiker, die in ihrem Heimatland bereits Unmengen an Alben aufgenommen und verkauft haben, die hierzulande aber unbekannt sind. Vinicio Capossela gehört zu ihnen. Ursprünglich in Hannover geboren, zog seine Familie nach Italien zurück, wo er bereits in jungen Jahren alles las, was ihm vor die Augen kam. Angeblich soll sich die literarische Vielfalt in seinen Texten ausdrücken und ja, die Texte sind definitiv komplexer als der 08/15 Italoschmonz, den einem übereifrige Promoter gerne einmal unterjubeln wollen (Muttertags CD von Giovanni Zarella!). Dennoch fehlt dem italienisch unkundigen Hörer natürlich die Verständnisebene, was man bereits sehr früh merkt. Mehr als nur Amore. Die Musik ist hingegen auch ohne Textverständnis wahnsinnig gut. Irgendwo zwischen Shanty, Melody Nelson Grabgesängen und Tom-Waits-Verschrobenheit (vergleich greift nur gefühlt!) hat sich Capossela seinen ganz eigenen Stil geschaffen, in dem er eher rezitiert denn singt und trotzdem auf zwei CDs keine einzige Minute langweilt. Zu bezaubernd ist der Sog der Musik; Wenn uns der Musiker als Seemann verkleidet vom Plattencover aus angrummelt und man aufmerksam zuhört, spürt man das Meer durch die Wohnung sausen.

Erschienen bei La Cupa / Ponderosa Music & Art.

Comments (0)

Tonträger der Woche (13): Kira – Memories Of Days Gone By

Tags: , ,

Tonträger der Woche (13): Kira – Memories Of Days Gone By

Posted on 27 April 2012 by Julian

Kira Skov Memories Of Days Gone By

Ein Billie Holiday Tributalbum? „Nicht schon wieder!“ mag man spontan rufen. Und doch ist Memories Of Days Gone By eine ganz andere Nummer… Weder Ideenlosigkeit noch Selbstüberschätzung waren der Antrieb hinter Kira Skovs neuem Album. Ihre Stimme erinnert auch nicht direkt an Lady Day, ist aber dennoch – oder gerade deswegen – besonders. Man höre sich einmal die Eigenkomposition Am I Mad? an. Was für eine Stück! Wer bei dieser Stimme, diesen Bläsersätzen keine Gänsehaut bekommt, dem ist nicht mehr zu helfen. Absolute Perfektion. Wenn man sich an ein Stück dieses Albums erinnert, wird es Am I Mad? sein. Doch auch die Coverversionen wissen zu überzeugen, lediglich All Of Me, bereits auf Stardust kongenial von Willie Nelson eingesungen, fällt ein wenig ab, wirkt bieder, kraftlos. Doch der Star des Albums ist neben Kira Skov auch der Produzent Nicolai Munch-Hansen, im STC Studio in Kopenhagen aufgenommen verpasste er dem Album einen Sound, der nach Jazzclub klingt, luftig und verführerisch und da sind wir dann wieder ganz bei Billie Holiday, über die Frank McCourt einmal schrieb: „Oh, Billie, Billie, I want to be in America with you and all that music, where no one has bad teeth, people leave food on their plates, every family has a lavatory, and everyone lives happily ever after.“

Erschienen bei Stunt Records.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (0)

Verschiedene erwähnenswerte Veröffentlichungen

Tags: , , , , , ,

Verschiedene erwähnenswerte Veröffentlichungen

Posted on 27 April 2012 by Julian

Coeur De Pirate Blonde Cover

Coeur de Pirate – Blonde

Beatrice Martin, die volltätowierte Frankokanadierin, ist wieder da. Das Debütalbum erschien in Deutschland relativ spät und so ist der Abstand zu Blonde recht kurz geraten. Wüsste man nichts von der deutschen Veröffentlichungspolitik, könnte man meinen, die Stücke beider Alben würden aus der selben Session stammen. Unterschiede sind kaum wahrzunehmen, Blonde ist lediglich etwas aufwendiger arrangiert worden. More Of The Same sozusagen, dennoch bezaubernd wie immer. Textübersetzungen liegen – wie immer bei Le Pop – bei.

Erschienen bei Le Pop.

Dominic Miller – 5th House

Wer hat die 80er entfesselt? 5th House von Dominic Miller ist Wohlklang, der nahezu ohne Ecken und Kanten auskommt, immer dann, wenn es interessant wird, schafft er es, in Easy Listening Muster zu verfallen und die Musik in ihrer Wildheit zu bremsen. „Wer hat die 80er entfesselt?“ frage ich noch einmal. Hugh Padgham wars! Der Mann hinter dem Förmchenalbum von Genesis. Kein Wunder also, dass die ganze Sache so seltsam geraten ist, denn ich persönlich mag auch das besagte Album meiner Lieblingsband Nummer 3 am wenigsten.

Erschienen bei Qrious Music.

Gaby Moreno CD Cover Illustrated Songs

Gaby Moreno – Illustrated Songs

Gaby Morenos Debüt war bei seiner Veröffentlichung ein großes Versprechen, das Illustrated Songs nur zum Teil zu halten vermag. Zwar sind alle Zutaten auch hier wieder enthalten, doch fehlt das Rohe, die Schlichtheit der Songs, die Still The Unknown zu etwas Besonderem machten. Es wirkt ein klein wenig überambitioniert; wir haben sie immern noch lieb!

Erschienen bei World Connection.

Sergio Mendoza CD Cover

Sergio Mendoza Y La Orkesta – Mambo Mexicano!

Mambo, Mambo, die ganze Nacht! So sympathisch verrückt, dass man es einfach mögen muss. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen, außer: Sie sind momentan mit Marianne Dissard, Brian Lopez und Andrew Collberg auf Deutschlandtournee.
17.04.2012 – München
18.04.2012 – Mannheim
22.04.2012 – Freiburg
23.04.2012 – Dortmund
24.04.2012 – Berlin
25.04.2012 – Hamburg
26.04.2012 – Köln
29.04.2012 – Chemnitz
30.04.2012 – Offenbach

Termine in Frankreich, Österreich und der Schweiz müsst ihr euch selbst besorgen.

Erschienen bei Le Pop.

The United Jazz + Rock Ensemble Second Generation – Wolfgang Dauner’s United 2

Es ist eigentlich kaum zu gleuben: Wolfgang Dauner spielt nun seit nahezu 50 Jahren Jazzmusik, ob mit eigner Band, in Supergroups (z. B. mit Sigi Schwab, Horst Jankowski auf Rockin‘ Bach Dimensions) oder als Sideman von Jean-Luc Ponty, Elvin Jones oder Sugar Cane Harris. Inzwischen ist der gute Mann 76 Jahre alt und hat nichts von seiner Faszination verloren. Auch die neue Inkarnation des United Jazz & Rock Ensembles muss sich in dieser umfangreichen Diskografie nicht verstecken. Zusammen mit seinem Sohn und einer rundum verjüngten Band zeigt Dauner der Jazzjugend (die nebenbei bemerkt großartig ist, wie meine Leser wissen) wo der Hammer hängt. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Jazz und Rock, es groovt irrsinnig und man ist dazu geneigt, die Plaztte wieder und wieder zu hören. Toll!

Erschienen bei Connector Records / Inakustik.

Comments (0)

Album der Woche (12): Tobias Preisig – In Transit

Tags: , ,

Album der Woche (12): Tobias Preisig – In Transit

Posted on 14 April 2012 by Julian

CD Cover In Transit

Tobias Preisig ist einigen vielleicht als klassischer Violinist bekannt. Doch auf In Transit ist von klassischer Musik wenig zu hören. Lediglich Transforming ist von Gabriel Faurés Après un rêve beeinflusst und Hallelujah hat auch weniger mit Klassik als mit dem allseits bekannten Leonard Cohen Stück zu tun. Dieses Mal deutlich vom durchschnittlich orientierungslosen Castingmüll entfernt und in der Avantgarde daheim. In Transit ist kein einfaches Werk, Produzent Christian Zehnder, sonst eher als Obertonsänger bekannt, hat ganze Arbeit geleistet und einen musikalischen Koloss geschaffen, den es zu entdecken gilt. Das alles ist schon ein bisschen durchgeknallt, man könnte es auch mit den allseits beliebten Worten: „Befreit den Kraken“ zusammenfassen. Heftig!

Erschienen bei Traumton.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (0)

Verschiedene erwähnenswerte Veröffentlichungen

Tags: , , , , , , , , , , , , ,

Verschiedene erwähnenswerte Veröffentlichungen

Posted on 27 März 2012 by Julian

SOS

Olli Schulz – SOS save olli schulz

Mit Olli Schulz werde ich nicht warm. Zwar erinnern Stücke wie Spielerfrau, Koks & Nutten und Der Kleine Bär an alte Liedermacherlegenden, doch sind sie auf SOS weitestgehend singulär vertreten. Dazu eine Stimme, die sich zwar anhören lässt, aber im Vergleich zu Hannes Wader oder Gisbert zu Knyphausen (auf dem Album im Backgroundchor zu hören) schwächelt. Ein Problem, was viele moderne Songwriter betrifft. Sicher kein schlechtes Album, aber auch kein neuer Klassiker.

Erschienen bei Trocadero / Indigo.

Blue Note Beach Classics

José Padilla – Blue Note Beach Classics

José Padilla ist vor allem dafür bekannt, die Café del Mar Platten zu kompilieren. Nun durfte er im Traditionslabel Blue Note stöbern und sich nach Herzenslust bedienen. Dabei herausgekommen ist eine überaus stimmige Chilloutplatte abseits vom Easy Listening Einerlei der üblichen Sampler. Cannonball Adderley, Miles Davis, Donald Byrd, Stacey Kent oder Herbie Hancock – so kann der Sommer kommen! Den Sand zwischen den Zehen spürt man bereits.

Erschienen bei Blue Note / EMI.

   Jazzkantine – Spielt Volkslieder

Jazzkantine – Spielt Volkslieder

Hochgelobt, mit Gaststar wie Nils Landgren und Pat Appelton, einer gehörigen Prise Selbstironie und dennoch irgendwie an die Wand gefahren. In den 70er Jahren waren es Hannes Wader, Liederjan oder Wacholder, später dann die Deutsche Dudelsack Runde, Biermösl Blosn, Der Bairisch Diatonische Jodel-Wahnsinn oder – man hört es immer wieder gerne – Faun und Corvus Corax (vor der Kommerzialisierung), die ungemein fantasievoll Studenten-, Antikriegs- und Trinklieder modernisierten, eine Welt abseits deutscher Wald- und Wiesenromantik schufen und ein Bild vom Leben des durchschnittlichen Menschen zeichneten. Sie alle waren höchst originell und auch ohne Ironie cool (auch wenn selbige als Mittel genutzt wurde). Jazzkantine hingegen versucht auf Nummer sicher zu gehen, Lieder werden zwanghaft modernisiert und man beweist nur teilweise (Auf Einen Baum Ein Kuckuck, Die Gedanken Sind Frei, Kein Schöner Land In Dieser Zeit) Treffsicherheit in der Stückauswahl. Ein wenig mehr Mut hätte hier Wunder gewirkt. Aber vielleicht ist es auch das Coverartwork, dass Volkslieder in einen Kontext stellt, aus dem man sie seit Jahren versucht, zu befreien. Nun, auf der musikalischen Seite gibt es jedenfalls wenig zu meckern. Funky Stuff, professionell eingespielt und produziert.

Erschienen bei Polydor / Universal.

Comments (6)

Alain Bashung – L’Homme À Tête De Chou

Tags: , ,

Alain Bashung – L’Homme À Tête De Chou

Posted on 20 März 2012 by Julian

CD Cover L' Homme A Tete De Chou

Serge Gainsbourgs Konzeptalbum L’Homme À Tête De Chou gehört ohne Zweifel zu den interessantesten und wichtigsten Werken der französischen Popmusik. Nicht nur, dass Gainsbourg hier zum ersten Mal mit dem Reggae flirtet, eine Liaison, die wenige Jahre später in den zwei großartigen Alben Aux armes et caetera und Mauvaises nouvelles des étoiles kulminieren wird, auch die Verwendung exotischer Instrumente wie dem Digeridoo und des gesprochenen Wortes, noch mehr als es bei Melody Nelson der Fall war, trägt zu seiner Sonderstellung bei. Alain Bashung, der seit jeher einen gleichen musikalischen Ansatz verfolgte – also die Verbindung anspruchsvoller Musik mit ebenso anspruchsvollen Texten – nahm sich kurz vor seinem Tod vor 3 Jahren dem Gainsbourg’schen Meisterwerk an. Unter der Führung von Jean-Marc Ghanassia, dessen Idee es war, L’Homme À Tête De Chou als Tanztheater auf die Bühne zu bringen, entstand eine Neuinterpretation des Albums, die man als durch und durch gelungen betrachten darf. Bereits der Soundtrack zu Vie Heroique deutete an, wie gut die Stücke des alten Meisters im zeitgenössischen Klangkosmos funktionieren (z. B. Qui Est „In“ Qui Est „Out“, L’Hôtel Particulier oder Nazi Rock). Ein Problem des Albums ist sicher die Stimme Bashungs, die einen harschen Kontrast zu Gainsbourgs liebevoller Intonation bietet. Besonders deutlich wird dies in Marilou Sous La Neige, das wie kein anderes Stück auf L’Homme À Tête De Chou eine schmeichelnd-verzweifelten Stimme bedarf und hier, auch was das Arangement betrifft, abgestanden klingt. Abgesehen von diesem Beispiel ist die Neuinterpretation jedoch absolut gelungen. Das fängt beim großartigen Verpackungsdesign an, erstreckt sich über das Booklet und mündet in einem modernen Sound, der sich teils extrem vom Original unterscheidet, weniger psychedelisch ist (keine Sorge: davon gibt es immer noch genug – vgl. hier z. B. Variations sur Marilou, dass trotz aufdringlichem E-Drum einen ungeahnten Sog aufzubauen versteht oder das teils free-jazzige Lunatic Asylum) und den Zuhörer mit seiner Direktheit zu begeistern weiß. Ein wenig traurig stimmt jedoch wieder einmal die erschreckende Veröffentlichungspolitik Deutschlands. Man muss wohl oder übel auf die Importversion zurückgreifen.

Erschienen bei Barclay / Universal Music France.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (2)

Tonträger der Woche (09): Ensemble Du Verre – The Contemporary Cowboy

Tags: , , ,

Tonträger der Woche (09): Ensemble Du Verre – The Contemporary Cowboy

Posted on 11 März 2012 by Julian

Comtemporary Cowboy CD Cover

Das Ensemble Du Verre haben wir lange genug übersehen. Plötzlich sind sie uns in die Hände gefallen und es hat lange gedauert, ehe die Worte für dieses wunderbare Album gefunden wurden. Zwei Schlagzeuger, das gefällt uns seit jeher ganz gut. Seien es Genesis in der Seconds Out Ära oder Marble Sheep, zwei Schlagzeuger sorgen für ungeahnte Möglichkeiten. Kommt dann noch ein Fender Rhodes, ein Melotron und ein guter Bassist (Marc Muellbauer vom Julia Hülsmann Trio) hinzu, kann es eigentlich so richtig losgehen. Und auf The Contemporary Cowboy machen Ensemble Du Verre genau das. Die Musik treibt, sprüht vor Einfallsreichtum, erschafft Stimmungen und ist einfach rundum perfekt. Jazz und Elektronik – es werden zwei scheinbar völlig entgegengesetzte Musikrichtungen vermischt: Es entsteht ein wahrhaft episches Album . Großartig.

Erschienen bei Batterie.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (0)

Stefan Gwildis – Frei Händig

Tags: , ,

Stefan Gwildis – Frei Händig

Posted on 11 März 2012 by Julian

Stefan Gwildis CD Cover

Mit Stefan Gwildis ist das so eine Sache. Ich könnte mir die Kritik sehr einfach machen, in dem ich schreibe: „Meine Mutter hat ihn auf Facebook“ geliked. Nun muss ich dazu aber anmerken, dass meine Mutter auch Olga Scheps, Midlake und The Swell Season mag. Also doch nicht so einfach. Stefan Gwildis ist dennoch schlagerhafter Jazz, ein domestizierter Klaus Hoffmann, dessen Texte immer wieder für unfreiwillige Erheiterung sorgen. Freunde der Labelkollegin Annett Louisan werden auch ihn mögen, wer eher zu Anna Depenbusch tendiert eher nicht. Zu gefällig sind die Kompositionen, zu undifferenziert die Texte. Dennoch ein nettes Album.

Erschienen bei 105 Music.

Subjektiv:

 ★★☆☆☆ 

Obbjektiv:

 ★★★☆☆ 

Comments (0)

Clemens Pötzsch – Slavicon

Tags:

Clemens Pötzsch – Slavicon

Posted on 11 März 2012 by Julian

Clemens Pötzsch

Clemens Pötzschs Slavicon ist die Verschmelzung slawischer Rhythmen mit improvisierter Jazzmusik. Das Spektrum reicht dabei von melodisch verspielt bis zum atonalen Inferno, leise und laut, dicht nebeneinander, dabei immer atmosphärisch. Die Instrumentierung mit Zither und Violine verleiht der Aufnahme neben der bereits erwähnten Rhythmik ein besonderes Flair, die Töne der Violine sind teils extrem, aber nie deplatziert. Slavicon ist ein wunderbar mitreißendes Jazzalbum geworden.

Erschienen bei Neuklang / Bauer Studios.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

Comments (0)

Tonträger der Woche (06/12): Christoph Stiefel & Lisette Spinnler – Bima Sakti

Tags: , , , ,

Tonträger der Woche (06/12): Christoph Stiefel & Lisette Spinnler – Bima Sakti

Posted on 12 Februar 2012 by Julian

Spinnler Stiefel Bima Sakti

Kennt noch jemand den Country- und Dolly-Parton-Klassiker Jolene? Ein wirklich tolles Stück, bei dem man sich unweigerlich fragt, wie die besungene Frau wohl aussehen mag, denn Dolly Parton war anno 1974 eine hübsche Frau, All-American-White-Trash-Girl sozusagen und diese singt nun über eine Frau, die so hübsch ist, dass sie ihr den Mann mit einem Fingerschnippen auszuspannen vermag? Seltsame Dinge mussten im Trailerpark geschehen sein. Jolene ist übrigens das Eröffnungsstück auf Stiefel und Spinnlers Bima Sakti. Zerbrechlicher hat man das Stück sicher noch nicht gehört. Intensiv ohne Ende. Und auch kein bisschen beschwingt. Viel glaubwürdiger als die Originalversion. Auf Bima Sakti gibt es einiges auf die Ohren, kaum zu glauben, dass es sich dabei wirklich um ein Duo (Klavier / Gesang) handelt. Es klingt nach John Cages Präpariertem Klavier (nicht die einzige entliehene Idee der Neuen klassischen Musik), nach den entlegensten Plätzen unserer Erde, Spinnlers klare Stimme ist die Sirene in diesem Meer aus Klang. Insbesondere das Titelstück Bima Sakti/Isorhythm #25, aber auch In ferne Himmel (Gesanglich ein wenig an Yma Sumac erinnernd) überzeugen und so schaffen es Christoph Stiefel und Lisette Spinnler, dass Eigenkompositionen neben Parton, N’Dour und Sakamoto stehen, ohne dabei zerrissen zu wirken. Intonierte Freiheit.

Erschienen bei Traumton.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

 

21.02.2012 CH-Zürich, Moods : CD-Release
22.02.2012 DE-München, Unterfahrt
23.02.2012 DE-Berlin, A-Trane
24.02.2012 DE-Fulda, Jazzfreunde
25.02.2012 DE-Villingen, Jazz Club
26.02.2012 CH-Bern, bee-flat
27.02.2012 CH-Baden, Isebähnli
16.03.2012 CH-La Chaux-de-Fonds, les Murs du Son
31.03.2012 Ch-Solothurn, Kreuz
26.04.2012 CH-Brugg, Mittagsmusik am Gleis 19, 12’30h – 13’15h
28.04.2012 DE-Herrischried, Rotmooshalle
03.05.2012 CH-Basel, Jazzfestival
11.05.2012 CH-Rifferswil, Jazz in Rifferswil
30.09.2012 DE-Frauenfeld, Generations Festival

Comments (0)

Advertise Here
Advertise Here
Follow me
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogoscoop Blogverzeichnis