Archive | Experimentelles

Tonträger der Woche: Vinicio Capossela – Marinai, Profeti e Balene

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Tonträger der Woche: Vinicio Capossela – Marinai, Profeti e Balene

Posted on 14 Mai 2012 by Julian

CD Cover Marinai, Profeti e Balene

Manchmal gibt es Musiker, die in ihrem Heimatland bereits Unmengen an Alben aufgenommen und verkauft haben, die hierzulande aber unbekannt sind. Vinicio Capossela gehört zu ihnen. Ursprünglich in Hannover geboren, zog seine Familie nach Italien zurück, wo er bereits in jungen Jahren alles las, was ihm vor die Augen kam. Angeblich soll sich die literarische Vielfalt in seinen Texten ausdrücken und ja, die Texte sind definitiv komplexer als der 08/15 Italoschmonz, den einem übereifrige Promoter gerne einmal unterjubeln wollen (Muttertags CD von Giovanni Zarella!). Dennoch fehlt dem italienisch unkundigen Hörer natürlich die Verständnisebene, was man bereits sehr früh merkt. Mehr als nur Amore. Die Musik ist hingegen auch ohne Textverständnis wahnsinnig gut. Irgendwo zwischen Shanty, Melody Nelson Grabgesängen und Tom-Waits-Verschrobenheit (vergleich greift nur gefühlt!) hat sich Capossela seinen ganz eigenen Stil geschaffen, in dem er eher rezitiert denn singt und trotzdem auf zwei CDs keine einzige Minute langweilt. Zu bezaubernd ist der Sog der Musik; Wenn uns der Musiker als Seemann verkleidet vom Plattencover aus angrummelt und man aufmerksam zuhört, spürt man das Meer durch die Wohnung sausen.

Erschienen bei La Cupa / Ponderosa Music & Art.

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Alain Bashung – L’Homme À Tête De Chou

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Alain Bashung – L’Homme À Tête De Chou

Posted on 20 März 2012 by Julian

CD Cover L' Homme A Tete De Chou

Serge Gainsbourgs Konzeptalbum L’Homme À Tête De Chou gehört ohne Zweifel zu den interessantesten und wichtigsten Werken der französischen Popmusik. Nicht nur, dass Gainsbourg hier zum ersten Mal mit dem Reggae flirtet, eine Liaison, die wenige Jahre später in den zwei großartigen Alben Aux armes et caetera und Mauvaises nouvelles des étoiles kulminieren wird, auch die Verwendung exotischer Instrumente wie dem Digeridoo und des gesprochenen Wortes, noch mehr als es bei Melody Nelson der Fall war, trägt zu seiner Sonderstellung bei. Alain Bashung, der seit jeher einen gleichen musikalischen Ansatz verfolgte – also die Verbindung anspruchsvoller Musik mit ebenso anspruchsvollen Texten – nahm sich kurz vor seinem Tod vor 3 Jahren dem Gainsbourg’schen Meisterwerk an. Unter der Führung von Jean-Marc Ghanassia, dessen Idee es war, L’Homme À Tête De Chou als Tanztheater auf die Bühne zu bringen, entstand eine Neuinterpretation des Albums, die man als durch und durch gelungen betrachten darf. Bereits der Soundtrack zu Vie Heroique deutete an, wie gut die Stücke des alten Meisters im zeitgenössischen Klangkosmos funktionieren (z. B. Qui Est „In“ Qui Est „Out“, L’Hôtel Particulier oder Nazi Rock). Ein Problem des Albums ist sicher die Stimme Bashungs, die einen harschen Kontrast zu Gainsbourgs liebevoller Intonation bietet. Besonders deutlich wird dies in Marilou Sous La Neige, das wie kein anderes Stück auf L’Homme À Tête De Chou eine schmeichelnd-verzweifelten Stimme bedarf und hier, auch was das Arangement betrifft, abgestanden klingt. Abgesehen von diesem Beispiel ist die Neuinterpretation jedoch absolut gelungen. Das fängt beim großartigen Verpackungsdesign an, erstreckt sich über das Booklet und mündet in einem modernen Sound, der sich teils extrem vom Original unterscheidet, weniger psychedelisch ist (keine Sorge: davon gibt es immer noch genug – vgl. hier z. B. Variations sur Marilou, dass trotz aufdringlichem E-Drum einen ungeahnten Sog aufzubauen versteht oder das teils free-jazzige Lunatic Asylum) und den Zuhörer mit seiner Direktheit zu begeistern weiß. Ein wenig traurig stimmt jedoch wieder einmal die erschreckende Veröffentlichungspolitik Deutschlands. Man muss wohl oder übel auf die Importversion zurückgreifen.

Erschienen bei Barclay / Universal Music France.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

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Tonträger der Woche (09): Ensemble Du Verre – The Contemporary Cowboy

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Tonträger der Woche (09): Ensemble Du Verre – The Contemporary Cowboy

Posted on 11 März 2012 by Julian

Comtemporary Cowboy CD Cover

Das Ensemble Du Verre haben wir lange genug übersehen. Plötzlich sind sie uns in die Hände gefallen und es hat lange gedauert, ehe die Worte für dieses wunderbare Album gefunden wurden. Zwei Schlagzeuger, das gefällt uns seit jeher ganz gut. Seien es Genesis in der Seconds Out Ära oder Marble Sheep, zwei Schlagzeuger sorgen für ungeahnte Möglichkeiten. Kommt dann noch ein Fender Rhodes, ein Melotron und ein guter Bassist (Marc Muellbauer vom Julia Hülsmann Trio) hinzu, kann es eigentlich so richtig losgehen. Und auf The Contemporary Cowboy machen Ensemble Du Verre genau das. Die Musik treibt, sprüht vor Einfallsreichtum, erschafft Stimmungen und ist einfach rundum perfekt. Jazz und Elektronik – es werden zwei scheinbar völlig entgegengesetzte Musikrichtungen vermischt: Es entsteht ein wahrhaft episches Album . Großartig.

Erschienen bei Batterie.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

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Serge Gainsbourg – Histoire De Melody Nelson (Limited Edition)

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Serge Gainsbourg – Histoire De Melody Nelson (Limited Edition)

Posted on 11 Dezember 2011 by Julian

Serge Gainsbourg Melody Nelson CD Cover

Es ist eines der wichtigesten Alben der französischen Musik. Die Geschichte um einen alten, ausgebrannten Mann, der versehentlich eine englische Lolita anfährt und fortan die Entjungferung derselbigen plant, schließlich über ihre Heimreise verzweifelt, ist in ihrer Geschlossenheit bis heute nahezu unerreicht. Serge Gainsbourgs experimentelle Arbeit, gerade einmal 25 Minuten lang, sollte vor allem AIR und zahlreiche andere Musiker wie z. B. Keren Ann beeinflussen. Die dunklen, gänsehaut erzeugenden Grabesgesänge in Cargo Culte, das funky-dreckige En Melody oder die sexuell aufgeladene Stimmung in Melody – es gelingt Serge Gainsbourg, Stimmungen einzufangen und den Hörer für sich einzunehmen. Die Limited Edition, eine abgespeckte Version der Deluxe Edition, beinhaltet neben dem regulären Album eine Bonus-CD mit alternativen Versionen, unter ihnen der komplette Melody Song, für die Vinylausgabe gekürzt, ist wirklich großartig, erweitert das bekannte Stück um weitere Nuancen. Das kindische Melody Lit Barbar oder En Melody, endlich ohne Birkins Lachattacke, dafür mit komplettem Violinensolo von Jean-Luc Ponty sind eine Bereicherung, vielleicht gehören die Prises Alternatives zu den wenigen Alternativfassungen eines Albums, die dem Original ebenbürtig sind, das bestehende Album bereichern. Die DVD bietet einen Surround Mix, bei dem die Band die vorderen und das Orchester die hinteren Lautsprecher einnimmt. Nichts besonderes, aber ungemein effektiv. Viel sinnvoller hingegen die Dokumentation L’Histoire De Melody Nelson, in der Jane Birkin, Jean-Claude Vannier, Andrew Birkin, Jean-Claude Charvier und Tony Frank zu Wort kommen. Besonders hervorzuheben ist, dass alle Linear Notes ins Englische übersetzt wurden und auch die DVD englische Untertitel enthält. Alles in allem ist die Limited Edition von Serge Gainsbourgs Histoire De Melody Nelson die ultimative Ausgabe des Albums.

Erschienen bei Mercury / Universal.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★★ 

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V. A. – Vogelperspektive Vol. 1

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V. A. – Vogelperspektive Vol. 1

Posted on 30 November 2011 by Julian

Vogelperspektive Vol. 1 CD Cover

Vogelperspektive, das sind Alfred Vogel, Simon Frick, David Helbock, Billy Martin (Medeski, Martin & Wood) und andere Musiker, die sich zum gemeinsamen Experimentieren zusammengefunden haben. Dabei handelt es sich aber nicht um eines der Jamsessions, die auf Tonalität baut, sondern die Liebe zum Experimentieren vereint die unterschiedlichen Künstler. Da wären z. B. das wuchtige Jim Crow, elektronsch treibend, schon beinahe konventionell (im Vergleich zu den anderen Stücken, versteht sich), mit grandiosem Violinensolo, oder Man On The Harmonica mit seinem überdeutlichen Ennio Morricone Zitat, aber auch das vorsichtige tasten in Was Übrig Bleibt… Vogels Gespür für den richtigen Ton – in Kombination mit dem richtigen Beat – ist ganz hervorragend. Vol. 1 klingt nach Stockhausen, dem legendären Acid Mothers Temple oder Collection Of Improvising Artists. Frei heraus und ohne musikalische Hemmungen ist Vol. 1 zu einem, man verzeihe mir die Ausdrucksweise, „krassen“ Album geworden.

Erschienen bei Boomslang Records.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★★ 

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Tonträger der Woche: The Beach Boys – Smile

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Tonträger der Woche: The Beach Boys – Smile

Posted on 29 Oktober 2011 by Julian

The Beach Boys SMILE Cover

Jetzt ist es also fertiggestellt. Nach mehr als 40 Jahren hat sich Brian Wilson erneut den Tapes zugewandt, die er damals frustriert wegschloss. Als er vor gut 7 Jahren sein Soloalbum gleichen Namens veröffentlichte blieb ein fader Nachgeschmack: Zwar war das Material überragend, der mental jüngst genesene Musiker aber nicht auf der Höhe seiner Sangeskunst. Es stellte sich die Frage: „Wie hätte es mit den Beach Boys geklungen?“ Und: „Wie hätte es mit dem damaligen, für die 60er Jahre ziemlich ausgeklügelten Aufnahmeverfahren geklungen? Warum fehlt so viel großartiges Material?“ Personen, die Bootlegs kannten, vermissten ein paar ihrer innig geliebten Songs. Doch nun ist es endlich soweit. Auf CD 1 der Smile – Sessions befindet sich das Album, wie es wohl auch damals geklungen hätte, anbei einige Bonustracks. CD 2 bietet einen Überblick über weitere Outtakes und alternatives Material – sicher nicht so ausführlich wie das Boxset. Allein CD 1 ist Kaufanreiz genug. Wäre das Album tatsächlich in den 60er Jahren veröffentlicht worden, es hätte vielleicht keiner verstehen können. Oder es hätte die Musikszene auf den Kopf gestellt, alles bisherige verändert und einen größeren Einfluss als Sgt. Pepper von den Beatles gehabt. Brian Wilsons Smile ist nicht nur der Heilige Gral der Musikgeschichte, nun ist es real geworden und überzeugt auf ganzer Linie.

Erschienen bei Capitol Records / Brother Records / Emi.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★★ 

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Camille – Ilo Veyou

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Camille – Ilo Veyou

Posted on 26 Oktober 2011 by Julian

Camille Ilo Veyou CD Cover

Camille, deren letztes Album viele Musikinteressierte überraschte, war ein kleiner Triumpf der französischen Musik. Ilo Veyou fängt dort an, wo Music Hole aufhört. Es ist eine völlig überdrehte, dem Wahnsinn nahestehende Sammlung von Acapellastücken, asiatische Folklore, Cabaretlied, Chanson, Popmusik, Zirkus und Avangarde; Camille macht keine Gefangene und es ihren Hörern nicht gerade leicht. Dennoch ist Ilo Veyou dermaßen überzeugend, das eine schlechte Wertung nicht in Frage kommt. Ein Album, dessen kruder Mix Hörgewohnheiten bricht und ein klein wenig an Björk erinnert.

Erschienen bei Emi.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

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Pink Floyd – The Piper At The Gates Of Dawn, Wish You Were Here, Animals

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Pink Floyd – The Piper At The Gates Of Dawn, Wish You Were Here, Animals

Posted on 15 Oktober 2011 by Julian

Pink Floyd Animals CD Cover

Das Pink Floyd ihre Alben neu auflegen, merkte ich in einem Kopenhagener Plattenladen. Dort trugen alle Verkäufer „Why Pink Floyd?“ – T-Shirts und ich erfuhr, dass die alten Alben einem Remastering unterzogen wurden, Dark Side Of The Moon, The Wall und Wish You Were Here in Box-Sets erscheinen, endlich die Wish You Were Here SACD veröffentlicht wird etc. Also kaufte ich mir, wieder zurück in Deutschland, sofort mein Lieblingsalbum Animals und lies mich mit meinen anderen Lieblingsalben The Piper At The Gates Of Dawn und Wish You Were Here bemustern. Vorweg ein paar Worte zur Verpackung: So bitte nicht. Pappschuber sind völlig in Ordnung, wenn sie stabil sind, die CD in einer Schutzhülle liegt und die Farbe nicht bei kleinsten Kratzern abblättert. Bob Dylans Japanreleases und Helplessness Blues von den Fleet Foxes zeigen, wie man es richtig macht. Billige Papphüllen haben Pink Floyd nicht verdient.

Der Sound der Re-Releases ist hervorragend. Animals klang nie so gut, auch Piper und Wish haben einen vergleichbaren Sound, er ist kraftvoll, wirkt aber nicht überkomprimiert. Es wurde nicht neu abgemischt, was ebenfalls eine Wohltat ist, denn die Pink Floyd Alben waren von jeher gut gemischt (und Experimente wie The Piper At The Gates Of Dawn entstanden einfach aus ihrer Zeit heraus. Tipp: Mal mit Kopfhörern hören). Die neu designten Booklets von Storm Thorgerson sind schön anzusehen und unterstützen den psychedelischen Aspekt des Floydschen Soundkosmos. Sehr schade ist (neben der Verpackung), dass die regulären CDs ohne Bonusmaterial auskommen. Ich bin mir relativ sicher, dass es, besonders bei den späteren Alben, genug Bonusmaterial wie Konzertmitschnitte gibt, die man ohne schlechtes Gewissen hätte veröffentlichen können. So bleibt immer die Frage offen, ob man von EMIs Seite aus nicht mehr aus dem Material hätte machen können. Fest steht jedoch, dass die Musik Pink Floyds absolut zeitlos ist und auch 2011/12 genug Hörer finden wird. Dass die Alben nun in zeitgemäßem Sound vorliegen, macht es noch besser. Und vielleicht haben die letzten lebenden Floyd-Mitglieder ja Recht und dieses Release stellt wirklich die finale physische Veröffentlichung dar. In diesem Falle wiegt die Last der Verpackung allerdings umso mehr.

 Erschienen bei EMI.

Verpackung:

 ★☆☆☆☆ 

Musik:

 ★★★★★ 

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Tonträger der Woche: Meyer | Baumgärtner | Meyer – Melt

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Tonträger der Woche: Meyer | Baumgärtner | Meyer – Melt

Posted on 07 Oktober 2011 by Julian

Meyer Baumgärtner Meyer Melt CD Cover

Etwas überfällig nun also der Tonträger der Woche. Melt vom Trio Meyer Baumgärtner Meyer schlägt, wie in letzter Zeit so einige Traumton-Releases in die King Crimson Kerbe, selbstverständlich mit höherem Jazzanteil und etwas weniger Rock. Das ist äußerst erfreulich, denn diese Sonderform des Jazzrocks war in den 70er Jahren eine Möglichkeit, zu fusionieren, ohne dabei nach Fusion zu klingen. Der Musik ist keine Grenze gesetzt, der Musiker ist nur durch seine eigenen Möglichkeiten beschränkt und somit pendelt die Musik zwischen Experiment und Improvision hin und her, ist teils verkopft-distanziert, teils greifbar-emotional. Dass sich Peter Meyer, Moritz Baumgärtner und Bernhard Meyer auf die Rockurkombination Gitarre, Schlagzeug und Bass konzentrieren und damit musikalisches Neuland betreten, macht die Musik umso interessanter, zeigt auf, wie einfallslos diverse Rock- und Punkformationen in gleicher Instrumentenkombination spielen. Das ungeschlagene Highlight auf Melt ist zweifelsohne das 12-minütige Slippery Slope, dessen Spannungsbogen energetischer kaum sen könnte und trotzdem einem gewissen Kick leider entbehrt. Dennoch ist Melt gut, man darf sogar von überdurchschnittlich sprechen.

Erschienen bei Traumton.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

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Tonträger der Woche: David Helbock & Simon Frick Duo – Diagonal

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Tonträger der Woche: David Helbock & Simon Frick Duo – Diagonal

Posted on 23 September 2011 by Julian

David Helbock Simon Frick Duo CD Cover

Seit David Helbocks Album Random / Control und seinem Mitwirken bei Collective Of Improvising Artists hat er sich ins Herz des hiesigen Rezensenten gespielt. Sein Hang zu ausufernd-experimentellen aber immer emotional treffenden Pianopassagen lässt seine Musik stets frisch und neuartig erscheinen, auch wenn er sich, wie auf Diagonal, herkömmlichen musikalischen Mustern bedient (in diesem Fall: Bluespiano und Boogie Woogie). Hinzu kommt nun sein Freund und Kollege Simon Frick, der wie ein Derwisch Violine spielt. Teils bedient man sich traditionellen Formen, teils beginnt man auf der zweiten Hälfte der CD frei zu improvisieren, was einen guten Kontrast zum leicht zerfahrenen Anfang der CD bildet, auf der etwas – man kann es nicht genau bestimmen – fehlt, um es als vollkommen zu bezeichnen. Dennoch überwiegt das Experimentelle und die Spielfreude der beiden Musiker. Diagonal muss sich, so seltsam es, vergleicht man es mit den eingangs erwähnten Alben, klingen mag, mehr als sonst erarbeitet werden, trotz seiner erhöhten Zugänglichkeit. Wer leichte Musik hören möchte, ist hier definitiv fehl am Platz und das ist gut so.

Erschienen bei Traumton.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 


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