Archive | Blues

Dr. John – Locked Down

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Dr. John – Locked Down

Posted on 14 Mai 2012 by Julian

Locked Down CD Cover

Zugegeben: Ich kenne nur Gris Gris und die aktuelle Platte vom Night Tripper Dr. John. Hört man beide Platten, so fällt deutlich auf, dass Locked Down eher nach einer Black Keys Session als nach dem voodoogetränkten Erstling, der auf seine ganz spezielle Art eine kleine Welt aus geisterhaftem Gesang und New Orleans Feeling hervorzaubert. Seit Gris Gris sind aber einige Jahre vergangen. Dr. John ist nun Anfang 70 und hat sich wirklich – der Ersteindruck täuscht nicht – von Dan Auerbach produzieren lassen, der auch bei allen Songs musikalisch beteiligt ist. Dabei herausgekommen ist ein Amalgam aus Black Keys und Dr. John Trademark, verführerischer Sirenengesang, kauziger, teils an Captain Beefheart erinnernder Gesang, mit der wilden Kraft des allseits beliebten Bluesduos. Eine überaus starke Platte und ein wunderbarer Abschluss einer langen Karriere (in der heimlichen Hoffnung, dass der Doktor sein Werk nicht noch selbst demontiert).

Erschienen bei Nonesuch.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Obbjektiv:

 ★★★★☆ 

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Tonträger der Woche: The Black Keys – El Camino

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Tonträger der Woche: The Black Keys – El Camino

Posted on 19 Dezember 2011 by Julian

The Black Keys CD Cover

Die Black Keys beobachte ich jetzt seit einigen Jahren, als eine damalige Klassenkameradin das damals aktuelle White Stripes Album an mich herantrug, konnte ich nur mild lächeln. Denn sie wusste nichts von dem energetischen Thickfreakness, der Wucht, mit dem Dan Auerbach und Patrick Carney loszuprügeln verstanden. Was wusste schon ein Jack Black (seit The Dead Weather musste ich mein Urteil gegenüber seiner Person revidieren)? Es ist also schon eine Weile bekannt, dass die Black Keys durchweg gute Alben veröffentlichen. Und hier reiht sich auch das von Danger Mouse produzierte El Camino ein. Hochenergetischer Rock, grandiose Stücke wie Lonely Boy, Little Black Submarines, Run Right Back oder auch Mind Eraser – eigentlich ist jedes Stück gleich grandios, ohne wirkliche Ausfälle. The Black Keys beweisen auch 2011 wieder einmal, dass Bluesrock immer noch aktuell sein kann.

Erschienen bei Nonesuch / Warner.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

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Roland Tchakounte – Blues Menessen

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Roland Tchakounte – Blues Menessen

Posted on 30 August 2011 by Julian

Roland Tchakounte Blues Menessen CD Cover

Roland Tchakounte ist ein kameruner Bluesmusiker, dessen Wurzeln auf das Volk der Peul zurückgehen und der seit 1989 in Frenkreich lebt, wo er seine musikalische Identität in der CD Abteilung eines Vorstadtsupermarktes fand. Doch dabei handelte es sich nicht um eine der typischen Supermarkt CDs, sondern um John Lee Hookers Crawling King Snake. Roland Tchakounte erkannte in seiner Musik eine Stimmung, die er von den Wiegenliedern der Peul kannte. Auf Blues Menessen mischt Tchakounte eben diese Stilrichtungen, er bedient sich beim Blues, Rock und der traditionellen Musik seines Vaterlandes. Dabei herausgekommen ist eine wahrhaft energiegeladene Blues-CD, die die Grenzen des Genres sprengt und mitreißt. Roland Tchakounte hat den Blues – er hat viel zu Erzählen und tut das sehr Eindrucksvoll.

Erschienen bei World Connection.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★☆☆ 

 

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Dave Stewart – The Blackbird Diaries

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Dave Stewart – The Blackbird Diaries

Posted on 31 Juli 2011 by Julian

The Blacbird Diaries Dave Stewart

Früher bei den Eurythmics, heute Bluesmusiker – eine lobenswerte Entwickelung. Weniger Lobenswert ist die Umsetzung, mit der sich Dave Stewart deutlich verhebt. Auf The Blackbird Diaries gibt es nichts, was man nicht bereits so oder so ähnlich irgendwo anders gehört hat. Es ist im ersten Moment überraschend, weil die Erwartungshaltung in eine leicht andere Richtung tendiert – aber die positive Überraschung weicht, sobald man merkt, dass die Song alle relativ gleichartig und uninspiriert klingen. Worth The Waiting For ist die positive Ausnahme, ansonsten überraschen die Duette mit Martina McBride und Colbie Caillat. Stevie Nicks hat ihre Pracht verloren – man merkte es bereits auf ihrem letzen Soloalbum und auch sonst gibt das Album nicht viel her. Kein Totalausfall, aber dennoch langweilig. Schade.

Erschienen bei Weapons Of Mass Entertainment / Sony.

Subjektiv:

 ★★☆☆☆ 

Objektiv:

 ★★★☆☆ 

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Tonträger der Woche: Gaby Moreno – Still The Unknown

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Tonträger der Woche: Gaby Moreno – Still The Unknown

Posted on 09 Juni 2011 by Julian

Gaby Moreno Still The Unknown German Cover

Die aus Guatemala stammende Songwriterin Gaby Moreno lässt einen ein wenig sprachlos zurück. Auf ihrem Album Still The Unknown vollbringt sie das Kunststück, den Blues nicht neu zu erfinden, ihn nicht einmal um bisher ungehörte Aspekte zu erweitern, alles was sie tut, ist ihn mit Jazz und etwas Bossa Nova zu erweitern und dabei so frisch zu klingen, dass die CD der neue beste Freud des Hörers wird. Man vergleicht sie gerne mit Norah Jones, sie klingt eher nach Joan Osborne, Ricky Lee Jones, nach Alanis Morissette, erinnert an das Unmittelbare ihrer ersten beiden Alben, überzeugt auf ganzer Linie. Die mit dem John Lennon Songwriter Award ausgezeichnete Musikerin streift durch die Musikgeschichte und singt sich in die Herzen der Hörer und schüttelt scheinbar ohne große Anstrengung Songs wie Letter To A Mad Woman, Since You Came Along oder It’s Been A Pleasure aus dem Ärmel. Von Platten wie diesen kann man nicht genug haben.

Erschienen bei World Connection.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★☆☆ 

 

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Aaron Neville – I Know I’ve Been Changed

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Aaron Neville – I Know I’ve Been Changed

Posted on 05 Juni 2011 by Julian

Aaron Neville CD Cover

Aaron Neville ist vielen vielleicht durch sein Duett mir Outlaw Willie Nelson bekannt. Auf seiner CD Stars & Guitars sang er Stardust und hinterließ einen fürchterlichen Eindruck. Große Lust, noch mehr von dem Mann zu hören, der einen Klassiker mit fürchterlichem Fistelintro dermaßen verschandelte, war eher gering. Und dann dir Überraschung: Aaron Neville ist ein verdammt guter Gospelsänger. I Know I’ve Been Changed ist Hörgenuss pur, der Mann mit der bewegten Vergangenheit singt wundervolle Lieder, seine Stimme klingt flehend und lobpreisend; engelsgleich klopft er sie an die Pforten des Himmels. Ohne Pompös zu werden gelingt I Know I’ve Been Changed das Kunststück, den Hörer zu bewegen, sie berührt, läd zum Mitsingen ein und befreit den Gospel von Whoopi Goldberg Altlasten. Als hätte man ein kleinen Privatgottesdienst.

Erschienen bei EMI.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

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Willie Nelson, Wynton Marsalis & Norah Jones: Here We Go Again. Celebrating The Genius Of Ray Charles

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Willie Nelson, Wynton Marsalis & Norah Jones: Here We Go Again. Celebrating The Genius Of Ray Charles

Posted on 03 April 2011 by Julian

Willie Nelson Here We Go Again CD Cover

Norah Jones wird mir immer sympathischer. Sind ihre Soloalben für mich kaum der Rede wert, empfinde ich den Song Sunrise als ihren einzig gelungenen, so war es vor allem ihr letztes Album …featuring, dass bei mir einen sehr positiven Eindruck hinterließ. Willie Nelson und Wynton Marsalis hingegen sind Legenden, Musiker, deren Namen für Qualität stehen, auch wenn Ersterer in den letzten Jahren manchmal nicht so recht wusste, wo seine Stärken liegen (nachzuhören z.B: auf Stars & Guitars). Nach dem sehr guten Livealbum Two Men With The Blues folgt nun die zweite Kollaboration und sie ist ihrem Vorgänger ebenbürtig, vielleicht sogar besser gelungen. Die schnellen Gesangsparts werden von Nelson gemeistert, wie von keinem Anderen,  über sein Gitarrenspiel muss man keine Worte mehr verlieren. Norah Jones singt die langsameren Parts, hier fällt auf, wie gut ihre Stimme ist, wenn sie sich nicht gerade ihrem verschwurbelten Neo-Country-Jazz hingibt. Here We Go Again ist eine persönliche Ehrung von Ray Charles durch Nelsons und Marsalis‘, ihr gewählter Gast veredelt die Aufnahmen.

Erschienen bei Blue Note.

Subjektiv:

 ★★★☆☆ 

Objektiv:

 ★★★☆☆ 

 

 

 

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The Kills – Blood Pressures

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The Kills – Blood Pressures

Posted on 01 April 2011 by Julian

The Kills Blood Pressures CD Cover

The Kills, das sympathische Duo um Alison Mosshart (The Dead Weather), bringen mit Blood Pressures ihr inzwischen viertes Album heraus. Für mich vor allem deshalb interessant, da Alison Mosshart für mich der elementare Bestandteil von The Dead Weather ist, jene Band, die sie durch ihren großartigen Gesang und ihre umwerfende Präsenz zusammenhält und zum einzig wirklich guten Act aus dem Hause Jack White macht. Konnte ich mich bisher nie dazu durchringen, ein Kills Album zu kaufen, so überzeugte Blood Pressures beim ersten Hördurchlauf. Es rumpelt an allen Ecken und Enden, der Sound bewegt sich irgendwo zwischen staubtrockenem Indierock und Blues, ist vielleicht nicht ganz so radikal wie bei The Dead Weather, aber dennoch mitreißend. Ähnlich wie bei der bekannten Supergroup trieft der Sex nur so aus den Lautsprechern, was an der bereits erwähnten Präsenz Mossharts liegt und dem Album seine ganz eigene Atmosphäre verpasst. Man sollte mal reinhören.

Erschienen bei Domino Records.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★☆☆ 

 


THE KILLS "Satellite" von domino

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Tonträger der Woche: Heraclite – ηρακλιτε

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Tonträger der Woche: Heraclite – ηρακλιτε

Posted on 06 März 2011 by Julian

Heraclite CD Cover

Altgriechisch anyone? Auf Heraclites ηρακλιτε wird eben diese Sprache gesprochen. Die Band, die sich nach dem Philosophen gleichen Namens benannt hat, macht keine Gefangenen. Nein, keine Punkband. Ηρακλιτε ist Zeuhl. Zeuhl, der sich nicht den Zutaten französischer Herkunft bedient. Kein Magma, kein Shub Niggurath. Auch kein J-Prog. Und doch nicht minder ausgeflippt, tranceartig, ja dionysisch. Die pure Wucht traditioneller, griechischer Gebetsgesänge trifft auf den amerikanischen Blues. Die Wucht, mit der die tranceartige Wiederholung auf den Hörer trifft ist fleischgewordener Dionysoskult! Nach diesen 10 Stücken ist nichts wie zuvor. Entweder man hasst Heraclite oder man liebt sie – keine halben Sachen. Wer Magma, Sun Ra Arkestar oder altgriechische Musik mag ist hier sehr gut bedient. Nietzsche hätte seinen Spaß daran. Zum einstimmen bieten Heraclite ein Livealbum zum kostenlosen Download an.

Erschienen bei NaxoProd / Urgence Disk / Bandcamp.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 

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Robin McKelle – Mess Around

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Robin McKelle – Mess Around

Posted on 29 Januar 2011 by Julian

Robin McKelle setzt mit ihrem neuen Album Mess Around eine Tradition fort, die sich von Musikern wie Lena Horne, Nina Simone oder Ella Fitzgerald herleitet. Eine Sängerin covert relativ populäre Stücke und passt sie ihrem jazzig-souligen Sound an. So covert Robin McKelle den BeeGees Song I Can’t See Nobody, Waylon JenningsNever Make A Move To Soon, Leonard Cohens Übersong Everybody Knows, Eleanor Rigby von den Beatles und Andere. Dabei sind alle Stücke emotional gesungen, der Sound homogen. Dass das Ausgangsmaterial teils in vollkommen entgegengesetzten Genres beheimatet ist, fällt niemals auf. Selbst die vier Eigenkompositionen fügen sich nahtlos ein, keineswegs verkommen sie zu lästigem Beiwerk (Beispiel: Since I Looked In Your Eyes, eine fantastische Ballade), vielmehr geben sie der CD eine interessante Eigenständigkeit. Selbst das überstrapazierte Cry Me A River ist stark, so stark, dass es ein kleines Highlight darstellt. Eleonor Rigby zeigt am deutlichsten die Parallelen zu Lena Horne und Ella Fitzgerald. Beide haben immer wieder Songs der Beatles gesungen und so ist besagtes Stück die logische, zu singende Konsequenz für Robin McKelle. Mit seinem intensiven Gesang und den Bläsersätzen braucht es sich nicht hinter anderen Versionen zu verstecken. Mess Around lässt die Zeiten wieder aufleben, in denen die Männer des Abends in Nachtclubs gingen, um zum Gesang angesagter Jazzsängerinnen zu entspannen und den Tag zu vergessen.

Erschienen bei Sony Music / RCA Victor.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★★☆ 


Deutschlandtour:

04.02. Bix, Stuttgart

05.02. Jazzclub, Minden

06.02. Unterfahrt, München

07.02. Jazzclub Hannover

09.02. A-Trane, Berlin

10.02. Kulturzentrum Schlechthof, Kassel

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