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Ödland auf Konzertreise

Posted on 05 Oktober 2013 by Julian

Ödland Pressefoto Galaktoboureko

Photocredit by Lorenzo Papace

Ödland, eine unserer französischen Lieblingsbands, haben mit Galaktoboureko ihr inzwischen drittes Album aufgenommen. In den nächsten Wochen folgt nun eine kleine Konzertreise durch Deutschland und die Schweiz, auf der die neuen (sehr guten!) Songs in leicht veränderten Arrangements vorgestellt werden. Die aktuelle Tourbesetzung besteht aus Alizeé (Gesang, Ukulele), Léa (Violine) und Lorenzo (Bouzouki, Mandola, Baglama, Manjo, Zitter, Piano), auf dem Album wurde zudem mit zwei weiteren Musikern, Mélodie (Querflöte) und Lucie (Cello) gearbeitet.

Musikalische tendiert die Gruppe nun stark in Richtung Rebetiko, ohne dabei aber die Stärken des Sankta-Lucia- und Ottocento-Sounds zu vernachlässigen. Unseren Lesern ist der Besuch eines Konzert wärmstens empfohlen.

10. Oktober 2013: Hannover – Feinkost Lampe

11. Oktober 2013: Leipzig – Noch Besser Leben

12. Oktober 2013: Fürth – Badstraße 8

14. Oktober 2013: Winterthur – Portier

15. Oktober 2013: Zürich – Cafe Henrici

16. Oktober 2013: Waldshut-Tiengen – Stellwerk

17. Oktober 2013: Münster – Picasso Museum

18. Oktober 2013: Duisburg – Grammatikoff

19. Oktober 2013: Unna – Spatz und Wal

20. Oktober 2013: Köln – Lichtung

21. Oktober 2013: Karlsruhe – Private Show (Konzerttagebuch)

Ödland Galaktoboureko (acoustique) from Lorenzo Papace on Vimeo.

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Paid Content: Rock’n’Heim-Tester 2013

Posted on 27 Juli 2013 by Julian

Dieses Jahr findet zum ersten Mal das Musikfestival Rock’n’Heim am Hockenheimring statt. Zwischen dem 16. und 18. August 2013 spielen neben System Of A Down, Volbeat, Nine Inch Nails, Tenacious D, Kvelertak, The Pretty Reckless (die Band von Gossip Girl Taylor Momsen) oder auch Die Ärzte eine Menge mehr oder weniger bekannte Bands. Das Line-Up ist also relativ breit aufgestellt, für rockaffine Hörer gibt es eine Menge zu entdecken. Baden-Württemberg bietet nun die Möglichkeit, Festival-Tester zu werden und zusammen mit drei Freunden die Veranstaltung zu besuchen. Alle weiteren Informationen findet ihr im unten stehenden Video (vorausgesetzt ihr setzt keine Werbeblocker ein).

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Sponsored Post: Roskilde Festival

Posted on 16 April 2013 by Julian

Eigentlich stehen wir ja hauptsächlich für Chanson und Jazz, in den letzten Monaten auch zunehmend für Retro-Rock und Doom-Metal. Festivalberichte sind hier eher selten zu finden, was an meiner persönlichen Abneigung gegenüber Matsch und Zelten liegt. Nun wurde ich gebeten, auf das Roskilde-Festival aufmerksam zu machen. Dänemark als Land sollte man gesehen haben (ein Trip nach Kopenhagen lohnt sich für Mode-, und Kunstinteressierte immer, auch für Musikfans hat die Stadt einiges zu bieten, wie ich vorletztes Jahr feststellen durfte) und warum sollte man so einen Trip nicht mit dem Roskilde-Festival verbinden?

Für die Stammleser unserer Seite ist das seit 1971 stattfindende Festival vor allem dank folgender Bands interessant:

- Calexico

- Dead Can Dance

- Kottarashky & The Rain Dogs

- Kraftwerk

- The Lumineers

- Queens Of The Stone Age

- Sigur Rós

- The Sword

- Uncle Acid & The Deadbeats

- Unknown Mortal Orchestra

- Jonathan Wilson.

Alles Wissenswerte über das diesjährige Festival findet sich im beigefügten, interaktiven Video.

Sponsored by Roskilde Festival.

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V. A. – Songs Of Anarchy: Music From Sons Of Anarchy Seasons 1 – 4

Posted on 10 April 2013 by Julian

SAMCRO Sons Of Anarchy

Wenn es im Moment zwei Serien gibt, bei denen ich es kaum erwarten kann, dass neue Folgen ausgestrahlt werden, dann sind es Homeland (mit Claire Danes und der wunderbaren Morena Baccarin) und Sons Of Anarchy. Gutes Storytelling trifft auf Antihelden, denen man einerseits wünscht, sie würden in den Knast kommen und bei denen man andererseits erpicht darauf ist, zu sehen, welche Dreistigkeit sie sich als nächstes herausnehmen. Deren unmoralisches Handeln dafür sorgt, dass die Welt in ihrem Ort noch einigermaßen in Ordnung ist. Eine Serie die den großen amerikanischen Freiheitsgedanken verkörpert, wie keine andere und die unverblümt zeigt, welche Gefahren der Kapitalismus und Gentrifizierung birgt. Mit der wunderbaren Katey Sagal, die vielen noch als Peggy Bundy bekannt sein dürfte und hier zur Höchstform aufläuft, immer wieder für grandiose Szenen sorgt (z. B. die mit dem Skateboard in Season 1). Der Soundtrack verkörpert die Serie perfekt. Nahezu alle Stücke wurden mit der Band The Forest Rangers neu eingespielt, was trotz verschiedener Sänger für Geschlossenheit sorgt. Unter den Interpreten finden sich u. a. Curtis Stigers, dessen Serienthema ein wahres Highlight ist, Katey Sagal, die wirklich gut singen kann oder die wunderbare Audra Mae. Stücke von Anvil (der sympathischsten Metalband überhaupt), The Lions, Battleme, Franky Perez und The New Roses runden das Paket ab, lediglich Alison Mossharts Interpretation von What A Wonderful World wirkt aufgesetzt (was man nicht erwarten würde) und Los Tiempos Van Cambiando von Franky Perez (ein Dylan-Cover) wirkt beim ersten Hören etwas kraftlos, entwickelt aber seinen ganz eigenen Charme. Songs Of Anarchy hält was es verspricht und bietet, dank Katey Sagal, eine gelungene Überraschung. Fans der Serie sollten zugreifen.

Erschienen bei Sony Music.

Subjektiv:

 ★★★★☆ 

Objektiv:

 ★★★☆☆ 

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Bobo und Herzfeld – Liederseelen

Posted on 05 März 2013 by Julian

Bobo und Herzfeld Liederseelen

Gedichte alter Meister neu zu vertonen hat sich in den letzten Jahren zu einem kleinen Trend entwickelt. Schönherz & Fleer sind wohl das bekannteste Beispiel, doch ist ihre esoterisch angehauchte Musik, trotz allerlei Interpretenprominenz, nicht jedermanns Sache. Schnermann’s Poetryclan war erheblich besser, man verortete die Interpretationen im Jazz, bediente sich allerdings ebenfalls vielen externen Interpreten. Bobo und Herzfeld hingegen ist ein eingeschworenes Team. In der Schnittmenge aus Jazz und Neuer Musik fühlt man sich hörbar wohl. Sie will viel besser zu Gedichten von Eichendorf, Reinick, Meyer oder Rückert passen, als südländisch-gefärbter Esoteriksound zu Rilke. Sebastian Herzfelds Arrangements, die sich u. a. auf das präparierte Piano (wir denken an John Cage), Harmonium, Flöte oder Violine stützen, sind entrückt-faszinierend, vermögen zu fesseln und ziehen den Hörer unmittelbar in seinen Bann. Bobos wunderbare Stimme kommt dadurch besonders gut zur Geltung, in Verbindung mit den alten Gedichten entstehen zauberhaft-romantische Momente, die man in dieser Form sonst nur bei Meret Becker findet (jedoch lauert dort neben dem Schönen auch immer das Schreckliche, das Vanitas-Motiv ist präsenter – etwas, dass bei Liederseelen in dieser Form fehlt). Dennoch: Wem die Sounds auf Beckers Noctambule gefallen sollte ein Ohr riskieren.

Erschienen bei Traumton.

Subjektiv:

 ★★★★★ 

Objektiv:

 ★★★★★ 

 

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Neues Musikvideo von Bat For Lashes – Lilies

Posted on 21 Februar 2013 by Julian

Bat For Lashes In Cambridge Live

Fotograf: Anna Weber, Copyright: EMI Music Group 2012, credited to Anna Weber

Bat For Lashes hat ihr neues Musikvideo veröffentlicht. Musikvideos gibt es ja wie Sand am Meer und doch werden immer wieder kleine Kunstwerke produziert, Kunstwerke, die aus der breiten Masse herausstechen. Man denke an die bezaubernden Filme von She & Him, Jethro Tulls symbolgeschwängertes The Story Of The Hare Who Lost His Spectacles oder auch der neue, niedlich-obskure Output Lilies von Bat For Lashes. Die Kopfhoerer sind entzückt!

Mehr Videos von Bat For Lashes gibt es hier auf tape.tv!

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Neues Musikvideo von Rose: Et puis juin

Posted on 19 Februar 2013 by Julian

Rose Et Puis Juin CD Cover

Rose war hier ab und an mal Thema, ist ihre Musik doch für überdurchschnittliche (Debütalbum, 2006) bzw. solide Qualität bekannt (auch wenn ich da 2009, in der Kritik zu Les Souvenirs Sous Ma Frange, noch anderer Meinung war). Mit Et Puis Juin steht in der Grande Nation nun das neue Album in den Regalen, die gleichnamige Single ist dort schon seit September 2012 erhältlich. Wir in Deutschland scheinen auf den Tonträger noch ein wenig warten zu müssen (außer wir greifen zum überteuerten Import) und schauen uns derweil ihr aktuelles Musikvideo an. Einfach, aber charmant inszeniert zeigt es eine stilvolle Rose, die durch anfangs leere Zimmer streift und zu phantasieren beginnt, textlich dreht sich das Lied anscheinend um Schwanger-/Mutterschaft (wenn mich mein wirklich schlechtes Französisch nicht täuscht). Alles in allem sehr schön anzusehen/-hören

Letzten Freitag ist übrigens die neuen Scheibe von Melanie Pain, Bye Bye Manchester, erschienen, womit man die Wartezeit sicherlich auch gut überbrücken kann …

Rose — Et puis juin – MyVideo

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Und im Hintergrund lief … Sophie B. Hawkins, Did We Not Choose Each Other

Posted on 17 Februar 2013 by Julian

Whaler Hawkins

Um diekopfhoerer wieder etwas mehr zu ihren Ursprüngen zurückzuführen, habe ich mir überlegt, die neue Kategorie Und im Hintergrund lief … einzuführen. Es sollen Songs besprochen werden, die eng mit einem bestimmten Erlebnis im Leben des hiesigen Autors verknüpft sind. Und welcher Songs würde sich am Anfang besser eignen, als Did We Not Choose Each Other aus dem wunderbaren Album Whaler von Sophie B Hawkins? Haben die Begleitumstände doch einen Grundstein für diesen Blog gelegt: Die Liebe zu Frankreich und seiner Musik.

Wer die 90er miterlebt hat, wird mit der Musikerin vor allem As I Lay Me Down verbinden, vielleicht noch Damn, I Wish I Was Your Lover oder Lose Your Way. Insbesondere der erste dieser Song war in den 1990ern omnipräsent in den Radiostationen des Landes. Für mich einer dieser Songs, die ich immer gerne gehört habe, wenn ich mit meinem Vater zu einem bekannten Elektromarkt gefahren bin, den es heute leider nicht mehr gibt. Das Album habe ich dann durch Zufall in der hiesigen Stadtbibliothek entdeckt und ich lieh es mir eigentlich nur wegen des großartigen Covers aus. Jahrelang fristete dann eine billige Kassettenkopie ihr Dasein in meiner damals noch sehr spartanischen Musiksammlung. Damals konnte ich nicht ahnen, dass es fast 10 Jahre dauern würde, ehe ich dem Song wieder über den Weg laufen würde. Es war in einer der späteren Dawsons-Creek-Folgen, an denen Dawson und Joey am College waren und die Serie etwas an Form verlor, ehe das großartige Finale gesendet wurde. Und so sollte ich mir das Album dann doch noch zulegen. Sofort entflammte meine Liebe zu Did We Not Choose Each Other, einem dieser Songs, die man einfach lieben muss. Angereichert mit einem Haufen großartiger Sounds, vom Walgesang über obskure Synthesizer; ja ich schrieb sogar meinen ersten Fanbrief, nur um von der Künstlerin zu erfahren, welche Sounds sie da genau benutzt hat – und ich erhielt Antwort! Kurz vor der 13. Klasse fuhr ich dann in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach Paris. Dazu muss man wissen, dass ich zu diesem Zeitpunkt keinerlei Berührung mit der Sprache hatte, ja nicht einmal wusste, ob mein Gastgeber (oder besser: die Person, bei der ich mich selbst eingeladen hatte) überhaupt in der Stadt sein würde. Erst als der Zug in Paris eintraf, konnte ich sicher sein. Nun, damals wohnte ich wie gesagt privat, in einem kleinen Raum, der in Deutschland niemals Mieter finden würde. Toilette auf dem Gang, ein Fenster (unter dem Dach), das man nur mit einer Schnur öffnen und schließen konnte und als Bett eine Pritsche. Wände mit abgerissenen Tapeten. Und zum allem Überfluss erfuhr ich, dass der Raum eigentlich gar nicht vermietet war … Ja, so war das damals. Und es waren ja auch nur vier Tage. Vier Tage, an denen ich hauptsächlich bei Virgin und FNAC rumhing, CDs und Platten shoppte oder mich in den weitläufigen Straßen des jüdischen Viertels in Paris verlief. Labyrinthgleiche Gassen, ein Hinterhofzimmer in einer Ecke, die nicht einmal auf den Stadtplänen Erwähnung fand! Und am Abend, wenn ich vor Erschöpfung auf meiner Pritsche lag, hörte ich immer wieder diesen Song. Did We Not Choose Each Other rauf, Did We Not Choose Each Other runter. So wurde dieser Song, übrigens zusammen mit Nelly Furtados komplettem Folklore-Album, zum Sound meiner ersten Paris-Reise. Die zweite Reise war dann übrigens viel glamouröser, war mit einer Menge Arbeit verbunden und es stand auch ein ganz anderer Song im Mittelpunkt, über den ich ein anderes Mal berichten werde. Und auch heute noch, fast 10 Jahre später, handelt es sich bei dem Song (und i. Ü. auch bei As I Lay Me Down) um ein Stückchen großartige Musik, das mir den Tag rettet. Seien wir mal ehrlich: Was gibt es schöneres, als an einem bewölkten Frühlingstag im Auto zu fahren, ein sentimentaler DJ legt einen der beiden Songs auf (meistens ist es ja As I Lay Me Down, Mainstreamradio und so …), plötzlich bricht die Sonne durch und es wirdzum Tanz der Endorphine geladen?

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FRANCOMUSIQUE 2012 – Alex Beaupain + Liza Manili auf Tour

Posted on 14 November 2012 by Julian

Photocredit by Bureau Export

Durch Zufall bin ich auf eine interessante Aktion des Bureauexport, Cornelsen und des Institut Francais gestoßen: Dort erschien vor ein paar Wochen ein Sampler, den es für Französischlehrer umsonst gibt und dessen Ziel es ist, Schülern die französische Sprache durch Musik zu vermitteln. Neben den üblichen Verdächtigen wie Brigitte, Amadou & Mariam, Camille, und Nolwenn Leroy  sind dort auch einige weniger bekannte Künstler wie Askehoug oder La Caravane Passe vertreten. Parallel zum Sampler findet ein Schülerwettbewerb statt, bei dem es gilt, ein eigenes Lied mit französischem Text zu komponieren. Um die ganze Sache auch noch anschaulich zu gestalten, befinden sich ab Dezember die Musiker Alex Beaupain und Liza Manili auf Tour. Eine runde Sache! Weitere Infos zum Sampler finden sich hier.

FrancoMusiques Live!
Alex Beaupain + Liza Manili

11.12.2012 DE-Hamburg, Übel & Gefährlich (Turmzimmer)
12.12.2012 DE-Düsseldorf, Forum Freies Theater
13.12.2012 DE-Köln, Die Wohngemeinschaft
14.12.2012 DE-Magdeburg, Moritzhof
15.12.2012 DE-Berlin, Badehaus

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MIA. im Capitol Hannover: Weil ich so gerne fliege …

Posted on 11 November 2012 by Julian

 

Zugegeben, die Stimmung des hiesigen Redakteurs war eher gedämpft, als es zu MIA. ging. Die Enttäuschung, die mit dem aktuellen Album Tacheles einherging, war recht groß, aber auch der Hauptgrund, sich die energetische Band um Mieze Katz einmal live anzusehen und vielleicht zu Unrecht gefasste (Vor-)Urteile zu revidieren. Zwei Tage nach dem Konzert und der erneuten Sichtung der MIA. Alben bleibt die Einsicht, das La Boum und Fallschirm die besten Songs des aktuellen Albums sind, La Boum sogar zum besten Stück im MIA. Repertoire gehört. Viel überzeugender als das letzte Studioalbum war hingegen die Show, die Mieze und ihre Jungs im Capitol spielten. Wurde das Konzert in Köln einen Tag zuvor krankheitsbedingt noch recht unverhofft abgebrochen, spielte man in Hannover ein knapp zweistündiges Showmonster, wie diekopfhoerer es im Rockbereich seit den Leningrad Cowboys vor über einem Jahrzehnt und der letzten Genesis-Tour 2007 nicht mehr gesehen haben. Überhaupt zeigte sich hier wieder einmal, welchen Einfluss letztgenannte Band auf Generationen von Musikern hat, denkt man an die Selbstinszenierung durch Kostüme und Requisiten. Akrobatische Einlagen gehören ebenso zum Repertoire wie Konfettikanonen, Wasserpistolen, leuchtende Kleider (wir denken spontan an Peter Gabriel) und Seifenblasen. Wenn Mieze zu singen beginnt, bebt der Saal, die Endorphine spielen verrückt und die Bässe pulsieren. Eine mit vielen Hits gespickte Setlist (eigentlich fehlte nur Was es ist, verständlicherweise) sorgte dafür, dass spätestens zum letzten Song wirklich jeder Zuschauer restlos glücklich war und auch ein klein wenig erschöpft und mit Konfetti in den Haaren das Capitol verließ. Auch unser Redakteur ließ sich von Miezes guter Laune anstecken, nach knapp zwei Stunden furiosen Feierns verließ er mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen und dem unguten Gefühl, es könnte sich bei Fallschirm vielleicht gar nicht um einen Luftsportsong handeln, das Capitol. MIA., eine Band, die sich ihren Erfolg redlich verdient hat!

Die Vorband stellten LAING, eine Gesangsgruppe, die nur begleitet von Schlagzeug und Synthbass eine interessante Mischung aus Coverversionen (u. a. Trude Herr, Die Prinzen) spielten und deren Auftritt reichlich bejubelt wurde. Ein interessantes, ansprechend umgesetztes Konzept.

Alle Fotos: Photocredit (c) 2012 by Julian Auringer für diekopfhoerer.eu

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Der besondere Film: Snow White & The Huntsman (Extended Edition, Blu-ray)

Posted on 27 Oktober 2012 by Julian

Schneewittchen hat einen schweren Stand in der Film-, Theater- und Musikgeschichte. Unzählige Vertonungen, Theaterstücke und Filme basieren auf dem wohl bekanntesten Märchen, das fälschlicherweise den Gebrüdern Grimm zugeschrieben wird, die sich selbst allerdings bei dem mit ihnen nicht verwandten Adalbert Ludewig Grimm bedienten – der sich wiederum auf Giambattista Basile beruft. Doch auch dieser Autor hat den beliebten Stoff keineswegs erfunden, sondern lediglich diverse biblische und historische Motive zusammengeführt. Überdies wird von einigen Historikern darauf verwiesen, dass es in Deutschland eine Prinzessin gegeben hat, die erstaunliche Ähnlichkeit mit dem uns bekannten Schneewittchen aufweist und sogar von Kleinwüchsigen (Minenarbeitern, die dank Kinderarbeit und ungesunder Grubenluft kleinwüchsig waren) umgeben war. Dieses Schneewittchen entsprach mit seinen schwarzen Augen jenem Urtext der Grimms von 1810, den die Brüder höchstselbst Clemens Bretano übergaben und der nach dem Ersten Weltkrieg im Trappistenkloster Ölenberg im Elsass wiedergefunden wurde. Die Farbe ihrer Haare ist dort nirgendwo erwähnt und doch verwundert es schon ein wenig, wenn man sich die blonden Haare des historischen Schneewittchens vor Augen führt. Doch noch größere Verwunderung ruft die Tatsache hervor, dass von den zahlreichen Umsetzungen des Märchenstoffs, der vielzähligen Ausarbeitung des Märchens, nur wenige Versionen rundum geglückt sind. Allen voran die zweite Verfilmung des Stoffs, deren Besonderheit es ist, der erste abendfüllende Zeichentrickfilm der Geschichte zu sein. Zwar wurde zuvor bereits mit Aneinanderreihung mehrerer Silly Symphonies experimentiert, doch war ein abendfüllender Zeichentrickfilm, mit einer Ausrichtung auf ein erwachsenes Publikum, neu und man hielt Walt Disneys Traum für ein erfolgloses Unterfangen. Diese viel gescholtene Disney-Fassung von 1937, die, wenn man sie genauer betrachtet, ungemein düster erscheint und – auch bedingt durch die fantastische Musik Frank Churchills et al. – ein bildgewaltiges Epos darstellt. Ein Epos freilich, das in der deutschen Videoneusynchronisation der 1990er Jahre viel von seiner ursprünglichen Opulenz einbüßt. Doch ist Snow White Fluch und Segen für die kommende Rezeptionsgeschichte. Viel zu oft wurde in weiteren Verfilmungen der niedliche Aspekt des Märchens herausgearbeitet (Zwerge, anthropomorphe Tiere), wie es z. B. Caroline Thompsons Verfilmung oder die DEFA-Filme eindrucksvoll beweisen. Eine wohlige Ausnahme bietet hingegen die überaus gelungene 1997er Version Snow White – A Tale Of Terror (Michael Cohen), die nie in den Lichtspielhäusern zu sehen war und ihren Weg direkt auf DVD/Video fand. Die unfreundlichen (!) Zwerge sind hier politisch verfolgte Männer, die sich weigerten, in die Kreuzzüge zu ziehen. Zur Strafe folterte und verstümmelte man sie, lies sie dabei zusehen, wie ihre Familien ermordet wurden. Aber auch hier blieb der Ausflug ins Fantastische nicht aus, denn die böse Königin verwandelt sich selbst mehrere Male in die märchentypischen Formen, belegt zudem alle Diener mit einem Fluch, wie man es aus der Zombiemythologie kennt. Die Vermischung religiös-blasphemischer Motive, die Zombiethematik und der stark sexualisierte Inhalt sprechen an, werden jedoch durch die unglückliche Besetzung des Schneewittchens (Monica Keena) gemindert. Überhaupt ist die Besetzung des Schneewittchens in den letzten Jahrzehnten immer wieder gründlich misslungen. Entweder die Schauspielerin sah nicht aus wie Schneewittchen (Monica Keena) oder sie konnte nicht wirklich schauspielern (Kristin Kreuk, Laura Berlin) musste gegen ein albernes Ensemble ankämpfen (Cosma Shiva Hagen) oder war reines Lustobjekt (Ludmilla Antonova). Dabei gab es immer wieder Schauspielerinnen, die den Anforderungen in jeder Hinsicht entsprochen hätten: Monica Bellucci (inzwischen zu alt), Katie Holmes (die an der Seite von Tom Cruise oft genug wirkte, als lebe sie mit einem der sieben Zwerge zusammen), Zooey Deschanel (eigentlich perfekt). Lediglich unseren französischen Nachbarn gelang es, mit Miroir Mon Amour (2012) sowohl das Schneewittchen (Judith Chemla) als auch die böse Königin (Fanny Ardant) gut zu besetzen. Dennoch hat der Film seine Eigenheiten, die aber als außergewöhnlich zu bezeichnen sind. Es existiert wohl keine Verfilmung, die das Märchen so psychoanalytisch betrachtet, wie dieser Film von Siegrid Alnoy.

Nun also gleich zwei Kinofilme aus Hollywood. Eigentlich keine schlechte Idee, bewies man bereits in den 1980er Jahren mit Zeit der Wölfe und in den 1990er Jahren mit Auf immer und ewig ein gutes Händchen für Märchenmotive. Doch wer wird in den neuen Verfilmungen besetzt? Lilly Collins (die durchaus schauspielern kann, man beachte The Blind Side, aber mit unglücklich-fiesen Augenbrauen gestraft ist) und Kristen Stewart. Kristen Stewart, die mit Panic Room und Into The Wild mehr als bewiesen hat, dass sie schauspielern kann, scheint optisch im ersten Moment nicht wirklich zu passen und überzeugt dennoch auf ganzer Linie. Es macht einfach ungeheuren Spaß, ihr beim Leiden zuzuschauen und das ist an dieser Stelle keineswegs zynisch gemeint. Machen wir uns nichts vor: Das kann sie, dabei sieht sie sexy aus und wer ganz genau aufpasst, erwischt sie sogar dabei, wie sie lacht und für wenige Minuten ihr von Teenagern und Produzenten geschnürtes Twilight-Leidens-Korsett ablegen darf. Wer hätte das für möglich gehalten?

So, wie Kristen Stewart überzeugt, überzeugen auch andere Elemente des Films. Die märchenhaft verträumte Einleitung und die feministischen Motive erzeugen eine interessante Spannung – so etwas kannte man wirklich nur aus der Cohen-Fassung. Selten war eine Königin so bösartig, wie es Charlize Theron ist, selbst Sigourney Weaver verblasst hier. Snow White And The Huntsman hätte auch gut als One-Woman-Show funktioniert, denn an Therons Bösartigkeiten kann man sich einfach nicht sattsehen. Dass die Bösartigkeiten hier von einer unfassbar hübschen Frau begangen werden, zeigt eindrucksvoll, wie reine Äußerlichkeiten die Sinne vernebeln können. Während die Königin ihren Dienerinnen das Leben aussaugt oder in Milch badet (Therons Figur vereint hier Motive aus der Lebensgeschichte der vom Jugendwahn getriebenen Elisabeth Báthory, der Legendenbildung um Marie Antoinette und Cleopatra) fristet Schneewittchen ein einsames Leben im Turmverlies (Rapunzelmotiv), während das Volk von den Abfällen der Königin lebt. Überhaupt hat Schneewittchen hier wenig zu lachen (was dem Cliché, die schauspielerischen Fähigkeiten Stewarts betreffend, übrigens entgegenkommt). Nach einer langen Einleitung folgt dann die Flucht in den dunklen Wald, der grandios in Szene gesetzt ist. Hier wird betont, was oft genug unter den Tisch fällt: Der Wald lebt, seine Pilze stoßen giftige Sporen aus, er ist unheimlich, er vernebelt die Sinne derer, die ihn betreten so, wie es die böse Königin mit den Sinnen der Männer tut. Dennoch fühlt sich der aufmerksame Zuschauer doch ein wenig an Gilliams Grimm oder wenigstens Batman Begins erinnert. Während in Ersterem der Wald ebenfalls lebt, zeigt Nolans Film ein Gift, das die Urängste offenbart. Ist der Wald erst einmal durchquert, flacht der Film leider merklich ab. Hier ein wenig Marion Zimmer Bradley (im Ernst: Welche Funktion hatten die Flussfrauen?!?), dort ein wenig Die unendliche Geschichte, ein völlig unnützer Troll etc. Doch sobald die Zwerge ins Spiel kommen, gewinnt der Film wieder an Fahrt. Diese sind nicht übertrieben niedlich, bilden nicht die Identifikationsfigur für 6-jährige Kinder (wie es in Herr der Ringe der Fall war) und sind zu acht, was gut ist, denn einer stirbt, was die Zahl auf 7 reduziert (und es soll auch schon Theaterstücke gegeben haben, in der weniger als 7 Zwerge auf der Bühne standen, weil einige angeblich noch im Bergwerk arbeiteten). Leider geschieht im Zwergenwald aber etwas, was den Film endgültig gegen die Wand fährt, denn der plötzlich erscheinende Naturgott wird zwar wirkungsvoll inszeniert (und ich muss gestehen, dass die Szene über eine durchaus interessante Wirkung verfügt, die man sonst auch aus Wagneropern kennt) doch ist die komplette Szene stumpfes Zitat aus Mononoke Hime. Nur das hier die Waldgeister hässliche CGI-Elfen, die Pilze mit Augen und vor allem die Schildkröten einfach zu viel des guten sind. Und den Sinn von CGI-Vögeln erkenne ich auch nicht. Was hat Rupert Sanders sich dabei nur gedacht? Als ob die oben genannten Zitate (plus Tempel des Todes) nicht schon genug wären. Bevor der Zuschauer jedoch abschaltet, geschieht etwas ganz Wunderbares: Schneewittchens Ableben wird wirklich großartig in Szene gesetzt (in der Urfassung des Märchens erwacht Schneewittchen übrigens von selbst, andere Überlieferungen kennen einen Prinzen, der sie versehentlich wieder erweckt. Sanders jedoch zitiert hier Walt Disney, der wiederum seinerzeit Dornröschen imitierte), die daraufhin folgende Wandlung Schneewittchens zur Kriegerin und die des Volks zu Kriegern kommt allerdings zu kurz. Soeben noch unfähige Bauern und plötzlich hochgerüstete Krieger? Das hat nicht einmal Kevin Costner in Robin Hood geschafft. Und so reitet man fröhlich gen Schloss und metzelt alles nieder, was sich einem in den Weg stellt.

Snow White And The Huntsman hat seine Probleme, keine Frage. 2 Stunden sind nicht genug Zeit, um die Geschichte umfassend zu erzählen, daher gibt es Logiklöcher en Masse, die selbst Dario Argento nicht besser hinbekommen hätte (der seines Zeichens immer wieder gekonnt Schneewittchen zitiert). Die Filmzitate sind einfach zu präsent, einige Szenen aufgesetzt willkürlich (Troll, Flussfrauen) und dennoch gefällt der Ansatz des Films. Die düstere Optik überrascht (wenn die Welt eines nicht braucht, dann Märchenkomödien) ebenso wie Kristen Stewart. Den Wald ausgiebig zu nutzen war ein guter Einfall. Ebenso gut die Idee, die Fokussierung auf das Motiv der (verschobenen) (Sinnes) Wahrnehmungen zu legen. Die Streichung einiger Elemente war notwendig (die Zwergenepisode im Märchen ist einfach zu lächerlich) und auch sonst ist die Modernisierung des Märchens gelungener, als man vermuten würde. Aber warum heißt Schneewittchen hier Snow White und der Jäger immer Huntsman (es klingt allerdings eher nach Hans Mann)? Man weiß es nicht. Rupert Sanders täte gut daran, demnächst mehr eigene Ideen zu entwickeln, denn die wenigen, die er hier selbst eingebracht hat, retten den Film vor dem Untergang im Zitatensumpf (was bei anderen Regisseuren übrigens kein Problem darstellt, man denke an Tarantino). Wie dem auch sei, Snow White And The Huntsman gelingt es, zwei Stunden bestens zu unterhalten, trotz kleinerer Hänger. Ignoriert man die negativen Aspekte des Films, so bleibt eine der besten Verfilmungen des Stoffs in den letzten 30 Jahren, was eigentlich, ob des Potentials des Stoffs, traurig ist. Und wer dann doch eine lustige Adaption des Märchens lesen möchte, sollte sich mal Karen Duves zuwenden, die mit viel Respekt vor dem (Gebrüder Grimm) Original überzeugt.

Erschienen bei Universal.

Externe Kritiken: Owley / Jason Auric.

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Beach Boys: Das Jubiläum führt sie auch nach Deutschland

Posted on 05 Juli 2012 by Julian

Die Beach Boys haben zu Recht einen Legendenstatus erreicht. Alben wie Pet Sound, Sunflower oder Smile revolutionierten die Musikwelt, ihrem Hauptkomponisten Brian Wilson gelingt es bis heute, auch das einfachste Lied über Sonne, Strand und Surfen zu einem klanglichen Meisterwerk voller großartiger Melodien zu formen. Man höre sich nur einmal The Warmth Of The Sun, Caroline, No oder Surf’s Up an, das überragende Good Vibrations muss erst gar nicht erwähnt werden. Zum 50. Bandgeburtstag haben sich die letzten lebenden Musiker, die den Nukleus der Gruppe bildeten, wieder reformiert, um ein passables neues Album aufzunehmen und auf Welttournee zu gehen. Vor einigen Jahren wäre dies noch unmöglich gewesen – Mike Love und der psychisch angeschlagene Brian Wilson zogen es vor, nur noch vor Gericht miteinander zu kommunizieren. Leider liegt aber auch ein Schatten über der Reuniontour: Dennis und Carl Wilson, zwei der Urmitglieder der Beach Boys, weilen nicht mehr unter uns. Die Beach Boys kommen für drei Konzerte nach Deutschland.

THE BEACH BOYS – “Celebration – The Beach Boys’ 50” featuring Brian Wilson, Al Jardine, Mike Love, Bruce Johnston, David Marks & Band

03.08.2012 Berlin, o2 Arena (Einlass: 18Uhr, Beginn: 20 Uhr)
04.08.2012 Stuttgart, Schleyerhalle (Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20Uhr)
05.08.2012 Mönchengladbach, HockeyPark (Einlass: 17Uhr 30, Beginn: 20 Uhr)

Photocredit 2012 by Guy Webster.

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