(Review) Svartanatt – Svartanatt

Erneut eine Band aus Schweden, die sich dem Hardrock der 1970er Jahre widmen. Ihr Name? Svartanatt. Ein Name, der viel über die Musiker verrät. Etwa eine gewisse Vorliebe für Deep Purple (Svartanatt = Schwarze Nacht = Black Night). Dennoch handelt es sich hier glücklicherweise nicht um eine Klonband, denn die Einflüsse sind zahlreich. Besonders prominent sicher Wishbone Ash und Thin Lizzy, denen immer wieder mittels großartigen Twingitarrenparts gehuldigt wird. Besonders gefällt indes Sänger Jani Lehtinen. Eine Stimme, dessen souligen Rauheit auch beim x-ten Hördurchgang immer wieder begeistert und der eine unglaubliche Emotionalität innewohnt. Wenn diese sich dann in einem feurigen Wechsel mit großartigen Gitarrensoli befindet, wie man es z.B. auf Demon nachhören kann, bleibt nur noch Begeisterung. Etwas ungünstig gestaltet sich jedoch der Albenaufbau. Während die ersten beiden Stücke den Hörer etwas kalt lassen, beginnt mit bereits genanntem Demon eine Tour-de-Force an inspirierten Songs, die jeden Retrofan restlos begeistern sollten.

Svartanatt Pressefoto

Photocredit by Vincent Widegren

Man höre sich einmal Thunderbirds whispering wind und Dreams an. Musikalisch handelt es sich hier eindeutig um ein Stück das, zwecks LP-Auswertung, in zwei Teile gesplittet wurde. Das Zusammenspiel von Orgel und Gitarre im ersten Stück erinnert wohlig an Deep Purple, ehe nach 6 1/2 Minuten der zweite Teil, Dreams, mit elektronischen Sounds a la Jethro Tulls Thick As A Brick Part 2 startet und ein emotionales Gesangshighlight auf den Hörer loslässt. So sollte inspirierter Hardrock klingen.

Den Zenit überschreitet der Retrorock noch lange nicht. Svartanatt wird sich, soviel sollte sich nach dem Genuss ihres furiosen Albums herauskristalisieren, zu einer eigenen Institution der Szene mausern und darf in einem Atemzug mit den Blues Pills, The Tower oder Blood Ceremony genannt werden. Spielfreude, eine großartiger, eigenständiger Sänger und sehr gute Kompositionen tragen dazu bei, dass Svartanatt so schnell nicht aus dem Plattenspieler verschwinden werden. Ein absolutes Topalbum.

Erschienen bei The Sign Records.

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil. Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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