Grateful Dead Red Rocks 7/8/78

(Review) Grateful Dead – Red Rocks 7/8/78

Leser dieser Seite wissen es bereits: Grateful Dead gehörten sehr lange Zeit zu meinen Lieblingsbands. Ungefähr von der 9. bis zur 12. Klasse hörte ich sie beinahe ununterbrochen. Damals gefielen mir vor allem die zahlreichen Liveaufnahmen, die ich natürlich den Studioalben vorzog. Doch mit der Zeit – irgendwann nach der Schule – verschwanden die Dead langsam aus meinem Leben. Poster, Patches etc. verschwanden in Schubladen, die CDs wurden seltener gehört. Lediglich das Winterland Bootleg (6/7/77) hörte ich immer noch gern (ein nahezu perfektes Konzert) – meine Lieblingsstudioplatte Terrapin Station selbstverständlich auch.

Vor ein paar Jahren begann ich dann, die Studioaufnahmen für mich zu entdecken. Besonders die ungeliebten 70er Jahre sollte eine grandiose Fundgrube werden. Wie sehr sich der Sound hier änderte, wie die Band begann, auf den Punkt zu spielen – eine alte Liebe erflammte erneut. Nun liegt mir mit dem Red Rocks Konzert 7/8/78 eine weiteres Set vor, das von  Betty Cantor-Jackson in hervorragender Qualität mitgeschnitten wurde. Ihre Tapes sind von hervorragender Qualität. Auch das zuvor erwähnte Winterlandkonzert stammt von ihr. DIe Instrumente und das Stereospektrum überzeugen auf ganzer Linie – man mag es kaum glauben, dass es sich hier tatsächlich um ein Bootleg handelt. Besonders für die Entstehungszeit darf der Ton als phänomenal bezeichnet werden. Von anderen Bands kennt man da weitaus muffigere Aufnahmen. Selbst offizielle Mitschnitte können da oft nicht mithalten.

Grateful Dead Red Rocks

Photocredit by Keith Stiedahar

Die 78er Besetzung der Gratefuld Dead muss besonders hervorgehoben werden, denn hier ist die von mir sehr geschätzte Donna Jean Godchaux zu hören, die Jerry Garcia stimmlich unterstützt und den Sound von Grateful Dead damals sehr prägte. Wer also zu den Deadheads gehört, die mit ihr nichts anfangen können, dürften hier ihre Probleme haben. Ganz hervorragend übrigens auch die Setlist. Samson and Delilah, Estimated Prophet, Terrapin Station und Werewolves of London in großartigen Versionen – was will der Fan mehr?

Alles in allem kann ich Red Rocks 7/8/78 von jedem Deadhead empfehlen. Die Qualität von Winterland 77 wird nicht erreicht, dennoch handelt es sich um ein sehr gutes Konzert. 3 Tonträger in HDCD Qualität sprechen für sich.

Disc 1
01. “Bertha”
02. “Good Lovin’”
03. “Dire Wolf”
04. “El Paso”
05. “It Must Have Been The Roses”
06. “New Minglewood Blues”
07. “Ramble On Rose”
08. “Promised Land”
09. “Deal”
10. “Samson and Delilah”
11. “Ship Of Fools”

Disc 2
01. “Estimated Prophet”
02. “The Other One”
03. “Eyes Of The World”
04. “Rhythm Devils”
05. Space
06. “Wharf Rat”
07. “Franklin’s Tower”
08. “Sugar Magnolia”

Disc 3
01. “Terrapin Station”
02. “One More Saturday Night”
03. “Werewolves Of London”

Erschienen bei Rhino.

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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