Robin McKelle The Looking Glass Cover

(Review) Robin McKelle – The Looking Glass

Nach Mess Around (2010) liegt mit The Looking Glass nun ein Album von Robin McKelle vor, auf dem sie nicht von den Flytones begleitet wird und dessen Songs alle aus eigener Feder stammen. War Mess Around noch hauptsächlich ein stark im Jazz verwurzeltes Coveralbum, so öffnete sie sich auf den folgenden Alben mehr und mehr dem Memphis Soul und arbeitete mit diversen Songwritern zusammen (Soul Flower, Memphis Soul). Die Flytones waren für McKelle so wichtig, wie die Dap Kings es für Sharon Jones sind, übersetzten sie doch die Kompositionen in den Sound der Vergangenheit. Mit The Looking Glass kommt die Sängerin nun in der Gegenwart an, obwohl man hier natürlich kein modernes Soulalbum erwarten sollte. Vielmehr orientieren die Songs sich nicht mehr nur ausschließlich an der Vergangenheit, ignorieren den zuvor präsenten Jazz und öffnen sich dafür aktuelleren Sounds. Einige Stücke fallen dabei so eingängig aus, dass sie den Hörer über Tage hinweg verfolgen.

Robin McKelle

Robin McKelle: Photocredit by Laurent Koffel

Bereits das erste Stück, Gravity, gehört zu diesen eingängigen Songs und fesselt mit einem kleinen, luftigen Synthesizersolo. Die erste ausgekoppelte Single Stand Up orientiert sich im Rhythmus wieder stark an der Vergangenheit und darf getrost als Motivationshymne bezeichnet werden. Auch hier überwiegt die Eingängigkeit. Aus irgendeinem Grund höre ich das Stück bereits in irgendeinem Film über eine Frau, die sich selbst befreit. Besonders gefielen mir neben dem Opener Get Back To Yesterday (der Titel deutet darauf hin: es klingt retro), Stay (sehr retro) und Brave Love (hier geht es dann wieder etwas jazziger zu).

Alles in allem handelt es sich bei The Looking Glass um Robin McKelles eingängigstes Album. „Eingängig“ steht hier aber nicht für Belanglos. Vielmehr gelang es ihr, ihren Sound auf die wichtigsten Elemente zu reduzieren.

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil. Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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