Phil Collins Teaserbild Dance Into The Light Hello I Must Be Going!

(Review) Phil Collins: Hello, I Must Be Going! & Dance Into The Light

Es geht weiter mit den Wiederveröffentlichungen der Phil Collins Alben. Dieses Mal sind das 1982er Hello, I Must Be Going! und das 1996er Dance Into The Light an der Reihe, wieder mit jeweils einer Bonus CD versehen. Dance Into The Light gehört zu den Alben, an deren Veröffentlichung ich mich noch gut erinnern kann. Damals war ich 13 Jahre alt und hörte vorwiegend Soundtracks von John Williams, Mariah Carey (Jugendsünden…), klassische Musik und Charts. Phil Collins kannte ich noch von Genesis, deren Phil Collincs Dance Into The Light CD CoverThe Longs und We Can’t Dance ich bedingungslos feierte. Meine Meinung zu Dance Into The Light hat sich – im Gegensatz zum sonstigen Musikgeschmack – kaum geändert. Der Titeltrack gefällt immer noch. Ein kleiner Ohrwurm, den man sofort mit seinem Komponisten verbindet. Wear My Hat empfinde ich immer noch als musikalisches Verbrechen. Für mich über Jahre hinweg die Begründung, Phil Collins nicht zu mögen. Gefühlt hat er hier zu viel Graceland gehört und ziemlich schlecht kopiert. Neu entdeckt habe ich hingegen Lorenzo, The Same Moon, River So Wide und Just Another Story. Vier gute Stücke mit gutem Bassfundament, interessanten Percussionparts und guter Atmosphäre. Besonders Lorenzo gefällt mir sehr gut. Es sind diese vier Stücke, die dazu einladen, sich erneut Dance Into The Light zu widmen. Sagen wir es so: Diese Stücke und der Titeltrack hätten eine gute EP ergeben.

Extra Moves, die Bonus CD, zeigt einige Stücke in Liveversionen sowie Demos und B-Sides. Auch hier stechen River So Wide (Live) und Lorenzo (Demo) heraus. Letzteres klingt stark nach Genesis mit afrikanischen Einflüssen. Wer sich also fragt, wie sich Genesis entwickelt hätten, wenn Peter Gabriel in der Band geblieben wäre…

Phil Collins Hello, I Must Be Goiung! CD CoverHello, I Must Be Going gehört auch ganz ohne Schönschreiberei zu den Alben, die in jede Musiksammlung gehören. Phil Collins sing erneut über die Eherobleme und der daraus resultierenden Scheidung zu seiner Frau. Musikalisch gibt es hier jede Menge großartige Einfälle zu entdecken. I Don’t Care Anymore verbindet Genesis mit Beatles Melodien, die Schlagzeugpassagen gefallen wie immer. Das Album durchzieht erneut jene düstere Stimmung, die sich bereits im Vorgängeralbum Face Value fand, obwohl einige Stücke (auf musikalischer Seite) bereits eine gewisse Fröhlichkeit transportieren. Collins war immer dann grandios, wenn er von seinem Leid sang. Man höre sich einmal Like China, Why Can’t It Wait Till Morning oder Thru These Walls an. Besonders Why Can’t It Wait Till Morning könnte so übrigens auch auf Trick Of Tail passen – man ersetze die Streicher durch ein Mellotron und es gäbe soundtechnisch kaum einen Unterschied.

Alles in allem gefallen auch die neuen Wiederveröffentlichungen von Phil Collins. Der Sound überzeugt auf ganzer Linie (obwohl – ganz grundsätzlich – Bläser bei Collins oft nach Synthesizer klingen – trotz Weltklassebläsern), die Bonus CDs ergeben tatsächlich Sinn. Lediglich Dance Into The Light gefällt nicht ganz so gut und wäre als EP besser aufgehoben gewesen.

Erschienen bei Atlantic / Warner.

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

Wenn dir der Artikel gefällt, wirst du mein Buch lieben: The Beach Boys - Pet Sounds

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.