We Love Disney

Review: Various Artists – We Love Disney (USA)

Für Disneyfans ist die We Love Disney Reihe (neben den tollen Legacy Collections) eines der neuen Must Haves im Bereich der Filmmusiksampler. Verschiedene Stars eines Landes interpretieren liebgewonnene Songs aus verschiedenen Filmen (zu denen z.B. auch die Muppets zählen) und präsentieren hin und wieder eine neue Facette ihres Könnens. Während aber die deutsche Ausgabe (I Love Disney, hier in der Special Edition als Bonus-CD) eher durchschnittlich und die zwei französischen Ausgaben absolut fantastisch ausfielen (u.a. mit den diekopfhoerer-Favoritinnen  Elodie Frégé, Rose und Coralie Clément) wartete man mit Spannung auf die US-Amerikanische Ausgabe. Hier tummeln sich neben aktuellen Stars wie Jessie J, Ariana Grande oder Jason Derulo auch „Klassiker“ wie Gwen Stefani oder Fall Out Boy. Was die CD für diekopfhoerer relevant werden lässt, sind die Beiträge der Countrystars Lucy Hale und vor allem Kacey Musgraves sowie der Jazzsängerin Brenna Whitaker.

Auffällig: Jeder Beitrag lässt sich wunderbar hören, wobei es natürlich den ein oder anderen Künstler zu entdecken gibt. Für mich heißt diese Entdeckung ganz klar Ne-Yo. Friends Like Me (Aladdin) glänzt, reißt mit und es gelingt dem Sänger, seinen eigenen Stempel aufzudrücken, den Song tatsächlich zu bereichern. Gleiches gilt für Yuna, deren A Whole New World (Aladdin) so spärlich instrumentiert wurde, wie kein anderer Song des Samplers und sich von ihrere sonstigen Musik stark absetzt. Ukulele, Gesang, ein wenig Gitarre und ein akustischer Bass reichen aus, um eine fragile und doch dichte Stimmung zu zaubern (und zeigt, was man z.B. aus Part Of Your World hätte herausholen können – der, zugegeben, ebenfalls überzeugt). Lucy Hale, deren Soloalbum Road Between durch angenehmen Mainstreamcountry überraschte, trifft hier auf Rascal Flatts und zeigt alle Schwächen der Komposition auf. Kaum zu glauben, dass es sich dabei um eines der erfolgreichsten Disneysongs handelt. Hier wurde Hales Talent m.E. völlig verschwendet.

(Lucy Hale in ihrere natürlichen Umgebung: Lie A Little Better vom Album Road Between)

Als Muppets-Fan wurden natürlich Gwen Stefanis The Rainbow Connection und Brenna Whitaker It’s not Easy Being Green erwartet. Leider gefallen mir ersterer Versionen eher weniger. Einerseits handelt es sich hier um Kermits Songs und sie sollten demnach auch von einem Frosch gesungen werden, andererseits klingt Stefani zu sehr nach Musical, als hätte sie einen Frosch im Hals (Ha ha!). Whitaker hingegen macht ihre Sache gar nicht mal schlecht. Solider Jazzgesang, belangloses Arrangement (super Arrangement hingegen: Jhené Aiko – In A World OF My Own / Very good Advice).

Das Highlight der Platte: Kacey Musgraves. Eine Frau, die in den letzten Jahren zum neuen Countrystar heranwuchs, zwei perfekte Platten produzierte und nun mit einer Countryversion von A Spoonful Of Sugar (Mary Poppins)  erneut beweist, dass im Country derzeit kaum eine interessantere Künstlerin zu finden ist. Neben ausgezeichnetem Gesang beweist sie Eigenwilligkeit und Charme. Der Hauptgrund zum Kauf des Albums.


(Das erwartet den Hörer auf der französischen Version: Elodie Frégé als Schneewittchen – eine hinreißende Kombination. Man beachte das Bläserarrangement am Ende.)

Interessant übrigens auch die beiden I Wanna Be Like You (Dschungelbuch) Versionen. Eine von Fall Out Boy und deshalb hervorzuheben, weil sie die pluralistischen Möglichkeiten der Songinterpretationen eindrucksvoll unterstreicht. Die andere Version stammt von Robbie Williams und Olly Murs, war allerdings bereits Teil seines Albums Swing Both Ways. Was der Song hier zu suchen hat? Williams zählt in Europa immer noch zu den großen Namen. Davon abgesehen kontrastiert seine jazzige Version die punkig-rockige Hauptfassung gekonnt, präsentiert zwei gut gelaunte Sänger. Hätte auch gut aufs Hauptalbum gepasst.

Alles in allem lohnt die Platte also durchaus. Alle Künstler singen solide, die Arrangements sollten Disneyfans gefallen. Für die Leser meiner Seite gibt es mit Kacey Musgraves, Robbie Williams und Ne-Yo drei tolle Jazz/Countrynummern und eine etwas uninspirierte Brenna Whitaker. We Love Disney (USA) gelingt es dennoch nicht, mit der großartigen französischen Fassung mitzuhalten.

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

Wenn dir der Artikel gefällt, wirst du mein Buch lieben: The Beach Boys - Pet Sounds

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