Celine Tolosa-Teaser

Céline Tolosa – Cover Girl

Céline Tolosa

Photocredit by Pierre Lambert

Cover Girl von Céline Tolosa – noch eine EP, die beinahe untergegangen wäre, obschon sie hier relativ häufig gehört wurde. Eine ideale Sommerplatte, soviel darf bereits verraten werden. Doch bevor ich mich nun in Lobenshymnen verliere, benenne ich meinen Hauptkritikpunkt: Das Frontcover. Prinzipiell sagt ein Bild nichts über den musikalischen Gehalt einer Platte aus, aber es kann einen auch auf eine falsche Fährte führen. In Céline Tolosas Fall wirkt es nun (der Titel verstärkt den Eindruck), als handele es sich um ein Coveralbum mit Sixtiessongs. Dem ist glücklicherweise nicht so. Innendesign und Backcover sehe ich als gelungen an, dem Frontcover hätte jedoch ein Künstlerfoto besser gestanden.

Musikalisch gibt es hier jedoch sehr wenig zu meckern (eigentlich gar nichts). Vier Stücke, die ausnahmslos gefallen. Zwar spürt man überall etwaige Einflüsse, doch gelingt es der Sängerin, sich von diesen Vorbildern zu emanzipieren. Nehmen wir Rue Mansart. Wüsste man es nicht besser, man würde vermuten, dass Benjamin Biolay es während der Rose Kennedy Sessions komponierte. Arrangement, Melodieführung, die Art, wie das Piano die Sängerin unterstützt – alles kommt einem sehr bekannt vor. Und doch vergisst man diese ästhetischen Parallelen, sobald Tolosa zu singen beginnt. Ihr leicht entrücktes Timbre wirkt nicht nach Newcomerin, hier hören wir einen Profi, der mit den Sängerinen des Nouvelle Chanson mithalten kann – ob nun Biolays Schwester Coralie Clément oder Elodie Frége – sehr schnell gelang es der Sängerin, sich meine Aufmerksamkeit zu sichern.

Céline Tolosa – zeigt ihren Kolleginnen, wie es geht. Tu es fantastique? Verbindet Serge Gainsbourg mit Julee Cruise und Yé Yé. Oder dieses wunderbare Casio-Sound (?) in Cover Girl – absolut bezaubernd. Alle vier Chansons sind durchzogen von einer wunderbaren Entrücktheit, sie laden ein, sich dem Album voll und ganz hinzugeben. Leider, ja leider sind hier nur vier Stücke zu finden, denn von Céline Tolosa kann man so schnell nicht genug bekommen und so hört man Cover Girl gerne auf Autorepeat. Ein ganz wunderbares Album, geeignet für die Frankophilen da draußen.

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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