The Pierces – Creation

The Pierces Creation

The Pierces, das sind Allison und Catherine Pierce, zwei Schwestern, die nun seit bereits seit 15 Jahren professionell Musik machen und einige interessante Songs geschrieben haben. Sei es das großartige Secret, bekannt aus der TV-Serie Pretty Little Liars (die wir, wenn überhaupt, nur wegen des Titelthemas und Lucy Hale schauen) oder You’ll Be Mine vom letztes Album You & I … Damals verglichen wir sie noch mit den Schwestern von Larkin Poe, inzwischen muss man ihnen jedoch zugestehen, dass sich beide Bands musikalisch deutlich voneinander entfernt haben. So haben beide zwar ihre Wurzeln noch im Folk, doch wo die Lovell-Schwestern ihre Inspiration derzeit eher im Bluesrock finden, orientieren sich die Pierces an Pop. Pop? Ja. Jedoch ohne die poptypischen Fehler zu begehen. Zwar sind die Songs eingängig, doch eigenständig genug um nicht beliebig zu sein. Man höre sich Believe In Me, Creation oder Kings an. Letzteres scheint sich, was die Hookline („Wohoo!“) betrifft, an Serge Gainsbourgs Bonnie & Clyde zu orientieren, was bei uns natürlich auf Gegenliebe stößt. Wie auch Gainsbourgs Beatphase treffen poppige Ideen auf jede Menge Originalität. Ein kleiner musikalischer Glücksfall. Produktionstechnisch bewegen sich die Schwestern darüber hinaus auf höchstem Niveau, man könnte vielleicht kritisieren, dass sich im Vergleich zum Vorgänger You & I die Melodien ein wenig in den Hintergrund gerückt sind. Lediglich ein Stück hätte man sich sparen können: Must Be Something begeht sämtliche Fehler, die Popmusik einen schlechten Ruf einbrachten. Eine fürchterlich eingängige Melodie, umgeben von einem üblen 80er-Jahre-Arrangement, die den sonst positiven Eindruck des Albums etwas schmälert. Davon abgesehen gehört Creation zu den stärkeren Alben des letzten Jahres und es ist schade, dass man die Schwestern in Deutschland immer noch großzügig übersieht.

Erschienen bei Universal.

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

Wenn dir der Artikel gefällt, wirst du mein Buch lieben: The Beach Boys - Pet Sounds

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.