ZAZ – Paris

ZAZ

Nachdem es ZAZ gelang, nahezu alle Sympathien mit Recto/Verso bei uns zu verspielen, ein Album, das von altbackenen Arrangements und Standardbegleitung nur so strotzte, erlöst uns Isabelle Geffroy nun mit Paris, ihrem bis dato besten Album. Der Titel weist bereits sanft auf das hin, was den Hörer hier erwartet: Lieder über Paris. Besser noch: Es handelt sich dabei um 13 Klassiker, die jedoch so frisch klingen, als wären sie eigens für ZAZ geschrieben worden. Kluge Arrangements, inspirierte Duette, drei Songs produziert von Quincy Jones und John Clayton – mehr müsste man eigentlich nicht dazu sagen. Und doch: Auf Paris findet sich kein einziges schlechtes Stück. Keins. Lediglich gute, sehr gute und einige exzellente Songs sind hier vertreten. Quincy Jones zeigt erneut, dass er immer noch zu den besten seines Fachs gehört, Champs Elysées, I love Paris – J’aime Paris (zusammen mit dem etwas blassen Jones-Protegé Nikki Yanofsky) und J’aime Paris au mois de Mai (mit einem erstaunlich fitten Charles Aznauvour) wurden von ihm und Clayton für Big Band produziert. Ein organisch-fetter Sound, der zu ZAZ passt, wie der Eiffelturm zu Paris. Bei all dem Namedropping wird ein Name jedoch nie erwähnt: Thomas Dutronc. In Deutschland faktisch unbekannt (wie auch der ausgezeichnete Yves Jamait), möchte man die Kollaboration La romance de Paris nicht missen. Paris präsentiert eine entfesselte ZAZ. Es gelingt ihr, das Vertrauen in ihre Person wieder herzustellen, das letzte Misstrauen auszuräumen. Sie unterstreicht eindrucksvoll, warum ihr Name weit über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt ist. Ein essentielles Manouche Album. Vielleicht nicht ganz so überzeugend wie die Aufnahmen eines Yves Jamait (unsere Leser merken: er hat es uns ganz besonders angetan), aber für viele Hörer der Schlüssel zu einer Tür, hinter der sich eine musikalische Welt verbirgt, die diekopfhoerer nun seit 2008 bewerben. Ein Gute-Laune-Album, im besten Sinne.

Erschienen bei Warner.

Subjektiv:

Rating: ★★★★★ 

Objektiv:

Rating: ★★★★☆ 

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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