David Orlowsky Trio – Symphonic Klezmer (+ Kammerakademie Potsdam)

Klezmer

David Orlowsky sollte meinen Lesern noch gut in Erinnerung sein, denn Jeremiah, seine Zusammenarbeit mit den Singer Pur gehörte zu den musikalischen Highlights 2010. Im Oktober letzten Jahres erschien ein neues Album des Ausnahmeklarinettisten. Klezmer als Orchestermusik scheint im ersten Moment ungewohnt, wird die Musik doch zumeist von kleinen Ensembles vorgetragen, scheint geradezu prädestiniert, im größeren Rahmen unterzugehen. Doch anstatt im Orchesterpomp zu ertränken, bleibt die Melodie stets im Vordergrund, wird oft zaghaft getragen. Sobald das Orchester die Führung übernimmt, befindet es sich immer im Einklang mit der Gesamtkomposition. Zu keinem Zeitpunkt wirkt das Zusammenspiel unnötig schwülstig oder gezwungen. Vielmehr wurden die Stücke behutsam behandelt. Symphonic Klezmer ist weit davon entfernt, den Hörer zu erschlagen. Eine ruhige Platte, die ganz im Zeichen der Musik und nicht des Effekts steht. Dabei gelingt es Orlowsky, Traurigkeit und Überschwang gegenüberzustellen. Hin und wieder übernehmen auch einzelne Orchestermitglieder die Führung, Momente, die jedes Mal von neuem begeistern und einen musikalisch höchst gelungenen Dialog schaffen. Symphonic Klezmer sei jedem ans Herz gelegt, der sich auch nur in geringster Weise für Arrangierpraxis, Klezmer, Folklore oder Klarinettenmusik begeistern kann.

Erschienen bei Sony Classical.

Subjektiv:

Rating: ★★★★★ 

Objektiv:

Rating: ★★★★★ 

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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