Paul McCartney – New

New

So richtig warm geworden bin ich mit Paul McCartney als Solokünstler eigentlich nie. Seine klassische Musik, ja, die war ziemlich herausragend. Für einen Popmusiker. Ebenso RAM. Auch die Wings hatten ihre Momente. Höhenflüge wie zu Abbey-Road-Zeiten unternehm der große Herr der Popmusik kaum noch. Oftmals waren seine Stücke vor allem eins: Kitsch. Von diesem Kitsch findet sich auch auf New ein besonders ekeliger Beitrag, der auf den Namen On My Way To Work hört. Sicher, der Text ist lustig, täuscht aber über seine Mull-of-Kintyre-Haftigkeit nicht hinweg. Doch damit ist der Tiefpunkt des Albums bereits erreicht. New ist trotz der Kritik, das es in den letzten Wochen einstecken musste vor allem mutig, denn angesagte Produzenten haben bereits so manches Album ruiniert. McCartney hingegen profitiert von den verschiedenen Ansätzen. Trotz ramponierter Kopfstimme und der ein- oder anderen ungünstigen Tonfolge überwiegt der positive Eindruck. Save Us, so modern es auch klingt, zählt zu den besten McCartney Songs der letzten Jahre. Trotz der untypischen Begleitung erstickt die für ihn so typische Akkordfolge nicht und bleibt dem Hörer noch lange Zeit im Kopf. Gleiches gilt für den TIteltrack New. Ob nun innovativ oder Beatles-Pastiche: Angesichts meiner stark ausgeprägten Vorliebe für die Musik der späten 60er / frühen 70er Jahre ist es mir egal. Und die allzu offensichtliche Beach-Boys-Homage freut einen ebenfalls. Traditionalisten haben mit New sicher ihre Probleme, insbesondere Appreciate dürfte ihnen sauer aufstoßen (ich mag es!). McCartney hat mit New ein interessantes Album veröffentlicht, das ich ihm in dieser Form nicht mehr zugetraut hätte. Der ein- oder andere Ausfall ist zu verschmerzen, wird der Hörer doch mit einigen guten, wenigen sehr guten und einem phänomenalen Hidden-Track belohnt. Ich bin gespannt, ob er den Weg weiterverfolgt oder sich in alte Sicherheiten zurückzieht.

Erschienen bei Universal.

Subjektiv:

Rating: ★★★☆☆ 

Objektiv:

Rating: ★★★☆☆ 

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

Wenn dir der Artikel gefällt, wirst du mein Buch lieben: The Beach Boys - Pet Sounds

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