Lenka – Shadows

Lenka

Seit einigen Jahren verfolge ich nun die Karriere der sympathischen Australierin mit dem luftig-lockeren Popsound. Lenka – eine Musikerin an der sich die Geister scheiden. So finden sich zu Shadows, dem inzwischen dritten Album der jungen Mutter (wir merken uns diesen Umstand!) Bewertungen, die im Kern kaum unterschiedlicher sein könnten. Vergleiche zu Serge Gainsbourg tauchen da auf, wieder andere sehen in ihr das personifizierte Beruhigungsmittel. Keine der Kritiken trifft indes den Nagel auf den Kopf. Wie bereits erwähnt ist Lenka Mutter geworden, was sich in diesem Album deutlich niederschlägt, denn wie wir lernen mussten, geht Mutterschaft (oder im Falle Art Garfunkels auch Vaterschaft) nicht spurlos an einer Frau (einem Mann) vorbei. Glücklicherweise vermeidet sie dabei Kitschsongs (oder Fotos / Gastauftritt des Kindes), wie sie sich bei Alicia Keys, Blackmores Night oder Vanessa Paradis finden. Kein Kindergesang, kein Babyfoto. Stattdessen: Schlaflieder. Sicherlich keine Lieder zum Einschlafen und doch … Vor allem ruhige Musik kriecht aus den Boxen in die Ohren des Hörers. Stimmungsvoll unterstützt von Vibraphon, Streichern, Melotron, Glockenspiel, Wurlitzer Piano und den – wie gewohnt – einschmeichelnden Melodien. Umso erstaunlicher, dass Shadows weniger sommerlich ist, als die Vorgänger. Ganz nebenbei serviert Lenka hier zwei ihrer wohl besten Songs: After The Winter und dem recht gruselig-düsteren Two Heartbeats (ein Duett zwischen ungeborenem Kind und der schwangeren Mutter). Sicher, Madame Kripac ist immer noch auf Watte gebettet. Das war, das ist, das wird immer sein. Und das passt auch zu ihr. Denn die Entwicklung verläuft positiv, die Songs bleiben im Ohr und wissen bestens zu unterhalten.

Erschienen bei Sony Music.

Subjektiv:

Rating: ★★★★☆ 

Objektiv:

Rating: ★★★☆☆ 

Nothing Here But Love [Musikvideo]

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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