Elodie Frégé – Amuse Bouches

Elodie Frege

Seit einigen Jahren ist es nun mein Anliegen, Elodie Frégé meiner Leserschaft vorzustellen. In Frankreich gelang es der bezaubernden Sängerin durch Star Academy, einen Plattenvertrag zu bekommen; sie setzte sich in der dritten Staffel gegen Sofia Essaidi durch, die gemeinhin als bessere, aber weniger emotionale Sängerin gilt. Ein Glücksfall, denn Frégé hat nicht viel gemein mit dem, was in Deutschland unter dem Begriff Castingstar zu verstehen ist. Im Gegensatz zu uns haben die Franzosen ein Händchen für durchaus vertretbare Acts, sei es Camelia Jordana, Jenifer (die allerdings mit Ma Déclaration eine künstlerische Bankrotterklärung vorgelegt hat – doch zu ihr kommen wir noch in einer gesonderten Kritik) oder Nolwenn Leroy. Frégé und Jordana zählen dabei wohl zu den nachhaltigsten Sängerinnen, denn beide haben beeindruckende Songs veröffentlicht. So arbeitete Frégé bereits mit Benjamin Biolay zusammen, dessen Talent die Dimensionen eines Serge Gainsbourg einnimmt.

Amuse Bouches, das inzwischen vierte Album, macht so ziemlich alles richtig. Galt La fille de l’apres midi noch (im Gegensatz zu Le jeu des 7 erreurs) als aufgeblasen, so überzeugt hier angenehme Zurückhaltung. Das Orchester kommt nur selten zu Einsatz, die Arrangements sind größtenteils gelungen, die Melodien einprägsam doch keineswegs beliebig. Sogar La Fille Qui Fait Tchic Ti Tchic, ein Gainsbourg-Cover, begeistert. Ganz persönlich gefällt es mir besser als Michele Merciers Version, aber ich mag hier voreingenommen sein. Zumindest ist Frégé auf stimmlicher Ebene besser aufgestellt als Mercier, die Originalversion überzeugt allerdings durch einen interessanteren Backingtrack. Und doch: Frégés Coverversion ist elegant, eine Eleganz, von der Star Academy Kollegin Jenifer nur träumen kann (generell hat letztere äußerst schlechten Erfahrungen mit ihrem France-Gall-Coveralbum gemacht). Um sich mit Elodie Frégé anzufreunden, empfehle ich, Comment T’Appelles-Tu Ce Matin?, Pique-Nique Sur La Lune oder La Fille Qui Fait Tchic Ti Tchic anzuhören.

Erschienen bei Fontana / Mercury / Universal.

Subjektiv:

Rating: ★★★★☆ 

Objektiv:

Rating: ★★★★☆ 


Elodie Frégé – Comment T’Appelles-Tu Ce Matin… von wonderful-life1989

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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