Lou Doillon – Places

Places

Lou Doillon, ihres Zeichens Tochter von Jane Birkin, hat ein Album aufgenommen. Nach Charlotte Gainsbourg nun bereits die zweite Tochter, der berühmten Mutter überdies wie aus dem Gesicht geschnitten, die sich musikalisch betätigt. Man fragt sich nicht ohne Grund, ob hier nicht versucht wird, sich ihm Ruhm der Verwandschaft zu sonnen, etwas von dem Glanz zu erhaschen, den der Gainsbourg-Muse bis heute anhaftet. Umso erstaunlicher also, dass Places einige wunderbare Songs bietet. Gesanglich besser als Jane und Charlotte, bricht das hauptberufliche Model die Familientradition und komponiert ihre Songs durchweg selbst. Etienne Daho liefert kluge Arrangements, die maßgeschneiderter nicht sein könnten. 11 englischsprachige Songs sind es geworden, 11 Songs von denen nicht jeder überzeugt, doch der positive Eindruck überwiegt eindeutig. Denn spätestens beim zweiten Hördurchgang fühlen wir uns sehr wohl in der Welt Lou Doillons, was vor allem an Stücken wie Defiant, Questions And Answers, Real Smart und dem großartigen Places liegt, die sich zu bleibenden Erinnerungen mausern. Leichte Popsongs wie sie französischer nicht klingen könnten und bisweilen zu düsteren Symphonien heranwachsen. Mit Places gelingt Lou Doillon ein überdurchschnittliches Debüt, dessen anfängliche Schwächen besonders in den letzten Minuten des Albums vergessen sind.

Erschienen bei Decca / Universal.

Subjektiv:

Rating: ★★★★☆ 

Objektiv:

Rating: ★★★★☆ 

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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