Fredrika Stahl – Off To Dance

Fredrika Stahl Cover

Fredrika Stahl gehörte 2010 zu meinen persönlichen Favoritinnen, ihr Album Sweep Me Away bot die Möglichkeit, dem Alltag komplett zu entfliehen. Rundum wattiert, bettete es seine Hörer in Harmonie. Mit Off To Dance erscheint nun der sehnsüchtig erwartete Nachfolger, der allerdings deutliche Schwächen aufweist. Stahl entfernt sich immer mehr von ihren jazzigen Wurzeln, das Paradebeispiel für diese Entwicklung ist We Are Whole. Ähnliche Stücke gibt es wie Sand am Meer und als Rezensent (und vor allem auch als Fan) stellt man sich die Frage, wo der besondere Funken geblieben ist, den man am Vorgänger so geliebt hat. Andererseits bezaubern Stücke wie Trivial Needs, Glory, Midday Moon oder Little Muse auch weiterhin, jedoch fehlt ihnen eine persönliche Note. Mal fühlt man sich an Kate Bush oder BOY erinnert, dann wieder an 08/15 Indiestars. Eine Soundveränderung, die betrübt und so nicht absehbar war. Ohne Frage ist Off To Dance kein Totalausfall, es ist im besten Sinne Mittelmaß. Dass Stahl das eigentlich gar nicht nötig hat merkt man immer wieder zwischen den Takten und so sollte das Album als Entwicklungsphase verbucht werden. Nett zu hören, einige interessante Einfälle, die, wenn sie besser auskomponiert wären, sicher mal zu einem sehr guten Album führen könnten.

Erschienen bei Sony Music / Columbia.

Subjektiv:

Rating: ★★★☆☆ 

Objektiv:

Rating: ★★★☆☆ 

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

Wenn dir der Artikel gefällt, wirst du mein Buch lieben: The Beach Boys - Pet Sounds

2 thoughts on “Fredrika Stahl – Off To Dance

  1. Ich hör mich gerade durch das Album von Frederika Stahl und finde es eigentlich sehr ordenlich. Gut die Sängerin war bislang unbekannt, aber ich könnte etwa beim Titeltrack kein Haar in der Suppe finden.

    Wer sind für dich denn eigentlich „08/15 Indiestars“? Das würde mich dann schon interessieren 😉

  2. Ich finde an dem Album einfach die Entwicklung zu krass. Den Vorgänger, den du ja etwas als zu süßlich empfunden hast, fand ich damals ja gerade so gut, weil er in sich sehr konsequent war, einen gewissen eigenen Sound hatte. Und schlecht ist es ja nicht. Aber es erinnert mich ein wenig an Veronica Falls, wo das vorletzte Album auch ziemlich gut war und danach dann eines kam, das irgendwie vor sich hin plätscherte. Mir fehlt einfach der Aha-Effekt, dieses „das ist Fredrikas Sound Gefühl“. Den Sound, den man z. B. auch von ihrem Werbesong „Twinkle Twinkle Little Star“ kennt. Ansonsten ist es eben nett, nicht schlecht, aber auch nicht grandios.

    08/15 Indiestars … Schwer zu beschreiben. Du kennst doch diese Promomails, wo dir hyperaktive Promoter (meist gleich mehrfach und in der Regel direkt aus den USA) Texte schicken wie: “ … wollen zusammen den Indiehimmel erklimmen“ oder “ vereinen Joni Mitchel, Kate Bush und Kate Nash“ und man sich beim Hören denkt: „Komm, dass hab ich doch schon x-Mal gehört. Ist ja ganz nett, aber naja.“ Gemeint ist an dieser Stelle aber eher, dass die Songs von vielen anderen Musikern der Szene stammen könnten. Dabei hatte die Sängerin zuvor einen sehr eigenen Stil.

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