Julians Plattenkiste: Frank Zappa – Läther

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Manche Leser wissen es, oder haben es erahnt: Bei mir handelt es sich um einen großen Frank Zappa Fan. Zappa und Jethro Tull, zwei Bands, ohne die mein musikalischer Horizont weitaus beschränkter wäre. Läther (sprich: Leather) ist Zappas Großprojekt. Geplant als 4-LP-Set und vom Plattenlabel abgelehnt, wurde es von Zappa an die Radiostationen des Landes gesendet und die Fans gebeten, es auf Tape mitzuschneiden. Einige Stücke landeten später auf Live In New York, Studio Tan, Sleep Dirt und Orchestral Favorites. Das verschollene Meisterwerk tauchte erst in den 1990er Jahren wieder auf und wurde post mortem 1996 veröffentlicht (damals mit Kuh-Cover und Bonustracks). Seit einiger Zeit werden  nun allerlei Zappaplatten bei Universal neu aufgelegt, unter ihnen auch Läther. Leider im Digipack der bösen Sorte, ohne Bonustracks und mit neuem Cover (das aber nicht schlecht ist, eher typisch Zappa!). Die Platte selbst ist groß. Live- und Studioaufnahmen gehen nahtlos ineinander über, Klassik trifft auf Rock, trifft auf Easy Listening, trifft auf Kollage. Mir ist kein Album Zappas bekannt, das für seinen Stil repräsentativer wäre. Naval Aviation In Art?, Lemme Take You To The Beach, Big Leg Emma, Punky’s Whips, Läther, Duke Of Orchestral Prunes, Titties ‘N Beer und The Adventures Of Greggery Peccary – alles in einem Set. Dazu großartige Arrangements bereits bekannter Stücke, ein scheinbares, meist instrumentales, Durcheinander, das sich erst nach mehrmaligem Hören in Melodien umwandelt (die dann aber Ohrwürmer der besten Sorte sind). Für Zappa-Neulinge ein Stoß ins kalte Wasser, für Fans unverzichtbar.

Erschienen bei Zappa Records / Universal.

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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