The Beach Boys – 50 Fifty Big Ones (Greatest Hits)

Mit den Beach Boys Greatest Hits CDs ist das immer so eine Sache: Nicht nur, dass es unzählige gute Beach Boys Stücke gibt, die man nur schwer auf einer oder zwei CDs zusammenfassen kann, nein, auch die Anzahl der Greatest Hits CDs nimmt stetig zu. Es ist schwer, ein Gleichgewicht zu schaffen, zwischen den frühen Hits, der kreativen Hochphase und dem Spätwerk, dass mit Stücken wie Keepin‘ the Summer Alive oder She Believes in Love again durchaus hitfähiges Material enthält (ob man sie nun mag oder nicht – besser als Kokomo sind sie allemal). Auch eine Balance zwischen den Kompositionen Brian Wilsons und den Kompositionen der anderen Mitglieder zu schaffen ist schwer, den oft wird der Fokus völlig zu Unrecht nur auf den genialen Hauptkomponisten gelegt. Immerhin: 50 Fifty Big Ones verschont den Hörer mit Stücken wie Lady Linda (zu finden auf der 2001er Zusammenstellung The Very Best Of), dem Beach Boys Medley, Student Demonstration Time (dem einzig schlechten Song von Surf’s Up), der Fat Boys Kolaboration Wipe Out, California Dreaming oder der Status Quo Kolaboration Fun, Fun, Fun, allessamt Stücke, die auf der sonst recht guten 2005er Zusammenstellung The Platinum Collection den Spaß an der dritten CD minderten. 50 Fifty Big Ones bietet mit Catch A Wave, Shut Down, Please Let Me Wonder, Wendy, Getcha Back, The Little Girl I Once Knew, It’s OK, You’re So Good To Me, All This Is That, Good Timin’, California Saga (On My Way To …) und Kiss Me, Baby einige Songs, die man sonst oft übergeht. Doch es fehlt so manches gute Stück. Don’t Go Near The Water, Long Promised Road, Let’s Go Away For Awhile, Disney Girls (1957), Feel Flows – das vielleicht beste Non-Brian-Wilson Stück, A Day In The Life Of A Tree, ‘Till I Die, Deirdre, Tears In The Morning und Break Away sind da nur wenige Beispiele. Auch die Anwesenheit von Isn’t It Time wunder doch sehr, schließlich bieten sich mit From There To Back Again, Pacific Coast Highway und Summer’s Gone bessere Beispiele, um zu zeigen, was die Jungs heute noch leisten können. Hier war wohl der Blick auf die Verkaufszahlen der Single ausschlaggebend. Dennoch kann man als Beach-Boys-Neuling mit 50 Fifty Big Ones wenig falsch machen, denn Meilensteine wie Pet Sounds, Smile Sessions oder Sunflower sollten so oder so in keiner guten CD-Sammlung fehlen. Auf zwei CDs findet sich eine relativ gute Zusammenstellung des Kernmaterials der Band aus Hawthorne, eine Zusammenstellung, die auf der Setlist der aktuellen Jubiläumstournee basiert. Trotzdem muss einfach erwähnt werden, dass die Tracklist für den Kenner wenig Repräsentativ ist (hätte man z. B. die jüngst im Mojo veröffentlichte Liste der besten Beach Boys Songs auf CD gebrannt, wäre man besser bedient gewesen); eine wilde Mischung aus Mono- und Stereoversionen der Songs ist überdies fahrlässig. Dazu sei gesagt, dass alle von Brian Wilson produzierten Alben der 60er Jahre Monoaufnahmen waren, die nachträglich auf Stereo gemischt wurden. Die hiesige Redaktion zieht hier die historisch korrekten Versionen vor.

Anmerkung zur 1-CD-Version (Greatest Hits): Die CD enthält nur 20 Lieder, mit Be True To Your School findet sich ein Stück, das auf der 2-CD-Version nicht vorhanden ist. Dennoch ist die Auswahl der Stücke dort schlicht inakzeptable; sie ist bestens geeignet für den Partykellerabend.

Erschienen bei Capitol / EMI.

Zusammenstellung:

Rating: ★★☆☆☆ 

Material:

Rating: ★★★★★ 

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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