Pink – The Truth About Love

Pink Truth CD Cover

Ja, der hiesige Redakteur ist Pink Fan. Das soll hier aber niemanden davon abhalten, ihr neuestes Werk The Truth About Love gehörig abzustrafen. Was wissen wir von Pink? Aus ihren Liedern nur so viel: Sie feiert und vögelt gerne und es kümmert sie nicht, was irgendjemand über sie denkt. Und sie hat ein Herz für Minderheiten. Wir wissen, dass Pink eine ziemlich gute Stimme hat, was immer wieder dann hervortritt, wenn sie eine ihrer wirklich gelungenen (wenn auch relativ gleichförmigen) Balladen intoniert. Hier vertreten durch The Great Escape und Beam Me Up. Aber Balladen können auch gehörig in die Hose gehen. Just Give Me A Reason ist so ein Fall. Wenn die Kollegen von der Süddeutschen Pink als „Helene Fischer auf Speed“ bezeichnen, liegen sie gar nicht mal so falsch. Das ist Schlager, bestenfalls Musical. Übel. Leider ist Just Give Me A Reason aber nicht das einzige schlechte Lied. Nein, von den 13 Songs der Standard Edition sind neben den genannten Balladen und der durchwachsenen Single Blow Me (One Last Kiss) ganze 10 Songs Durchschnitt. Bei einer Musikerin, die Hits wie Dear Mr. President, Funhouse, Trouble oder M!ssundaztood geschrieben hat, darf man mehr erwarten. Hier wirkt Pink allzu oft wie Courtney Love, nur fehlt es ihr hier leider an einer gehörigen Portion Absturz. Was bei der Nirvana-Witwe glaubhaft ist, scheint bei Pink ein Marketinggag zu sein. Party, Party, Party – immer noch der rebellische Teenager von einst? Pink ist auf The Truth About Love ein Schatten ihrer selbst, rebellisch ist hier nichts mehr. Die Fans von einst sind inzwischen Erwachsen geworden, der Sound hingegen hat sich eine Kinderkrankheit eingefangen. Wir hören es an der pubertären Möchtegernpunkmusik und sehen es deutlich bei Titeln wie Blow Me. Ach ja – One Last Kiss natürlich. *Kicher*. Wir sind hier so weit von Funhouse entfernt, wie nur irgend möglich. Ach ja, die Features … Nicht der Rede wert.

Erschienen bei RCA / Sony Music.

Subjektiv:

Rating: ★★☆☆☆ 

Objektiv:

Rating: ★★☆☆☆ 

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

Wenn dir der Artikel gefällt, wirst du mein Buch lieben: The Beach Boys - Pet Sounds

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