Joss Stone – The Soul Sessions Vol. 2

Joss Stone The Soul Sessions Vol 2

Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Joss Stone mit The Soul Sessions debütierte und als Soulwunderkind gehandelt wurde. Das Rezept des Albums war so einfach wie genial: Man nehme eine talentierte Sängerin (die, zugegeben, kein Ausnahmetalent ist) einige alte Motownmusiker und spiele gemeinsam Soulklassiker ein, ein neueres Lied als verschrobenen Anarchronie und fertig ist das Album. Leider kam danach nicht mehr allzu viel. Mind, Body & Soul überzeugte danach noch einmal durch kraftvollen Soulpop, Introducing …, Colour Me Free und LP 1 wirkten weichgespült. Viele ehemalige Fans hörten lieber Amy Winehouse, die Hörerschaft wandelte sich vom Soulliebhaber zum Wetten, Dass …? Zuschauer. The Soul Sessions Vol. 2 wiederholt nun das Konzept des Debüts und Joss Stone macht ihre Sache gut. Nicht ausgezeichnet, aber gut. Der große Fehler des Album ist – wie so oft in ihrer Karriere – die übertriebene Art, in der die Songs artikuliert werden. Man vergleiche (For God’s Sake) Give Power To The People mit Then You Can Tell Me Goodbye. Ersteres hat Power, ist aber leider etwas zu brutal geraten, ja man könnte hier über die Notwendigkeit des überlauten Singens streiten. Gerade im Vergleich mit Then You Can Tell Me Goodbye wird schnell klar, dass die leisen Töne deutlich überzeugender geraten. Es wäre wünschenswert, würde Joss Stone ihre Alben etwas dezenter planen, den Songs Zeit zum Atmen lassen, ja selbst einmal eine kleine Pause einlegen, ihrer Stimme ruhige Passagen gönnen. The Soul Sessions Vol. 2 klingt trotz der Kritik überaus frisch, soulig und unterhält auf angenehme Art. In Stones Discographie kann man es durchaus zu den besseren Releases zählen. Und wir hatten die Hoffnung nach dem Supergroup-Desaster Superheavy schon beinahe aufgegeben.

Erschienen bei Stoned / Warner.

Subjektiv:

Rating: ★★★☆☆ 

Objektiv:

Rating: ★★★☆☆ 

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

Wenn dir der Artikel gefällt, wirst du mein Buch lieben: The Beach Boys - Pet Sounds

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