Habe ich vor zwei Wochen bereits vom Ödlandkonzert in Hannover geschwärmt, so muss ich gestehen, dass auch Sankta Lucia zu Schwärmereien verleitet. War Ottocento noch eher durchwachsen, wurden die Erwartungen zwar nicht enttäuscht, aber auch nicht vollends erfüllt, so ist Sankta Lucia das Meisterwerks, das man sich nach der wunderbaren EP The Caterpillar gewünscht hätte. Das Album erzählt von einer Europareise per Zug, spiegelt in 19 Stücken den Charakter des jeweils bereisten Landes wieder. Neue Einflüsse bereichern den bestehenden Sound, neue Instrumente wie die gelegentlich verwendete Farfisaorgel erweitern auch spieltechnisch die Möglichkeiten des Quartetts. So finden sich in Östersund erstmals psychedelische Einflüsse der 1960er Jahre; der Gesang erzeugt schlicht Gänsehaut. Warszawa besticht durch ein überaus dichtes, bei Ödland bisher nie gehörtes Arrangement. Hier klingt das Ensemble ungeheuer dicht, als spielten sie mit einem kompletten Orchester. Sankta Lucia ist ein durch und durch stimmiges Album geworden, ein Magnum Opus, vergleichbar mit den großen experimentellen Alben der Musikgeschichte. Jeder Hördurchgang offenbart neue Nuancen; die Spielzeit von 60 Minuten scheint hier so kurz wie bei wenigen Alben dieser Länge. Magisch!
Erschienen bei Ödland (Eigenvertrieb oder als MP3 via Amazon).
Subjektiv:

















Juni 27th, 2012 at 14:14
Schwierig….aber das Cover ist geil
Juni 27th, 2012 at 16:33
Um es nebenbei zu hören, ist es harter Stoff. Aber sehr guter, harter Stoff. Eine gewisse Zuneigung zur Klassik ist aber hilfreich. Und die Sängerin ist ein sweety, würde dir gefallen. Solche Frauen sind selten!