Tonträger der Woche: Rumer – Seasons Of My Soul

Rumer Seasons OF My Soul CD Cover

Seasons Of My Soul von Rumer hat in England eingeschlagen wie eine Bombe. Kaum eine Musikzeitschrift, die dem Album keine Topwertung verpasst hat, kaum eine Zeitung, die nicht das unglaubliche Talent der Songwriterin hervorhebt. Mit so prominenten Fans und Unterstützern wie Elton John oder Burt Bacharach hat die Sängerin einen Kreis von Topstars der Szene für sich eingenommen. Kein Wunder, denn Rumers Songs klingen nach Songwritersoul der 70er Jahre, erinnern an die Carpenters, Carole King; das Album markiert eine Abkehr vom stimmakrobatischen Kommerzsoul hin zum songdienlichen Gesang. Kaum ein Retroalbum der letzten Jahre klingt so entspannt, erinnert an die Glanzzeiten des traditionellen Easy Listenings wie Seasons Of My Soul. Das Album, mit so schönen Songs wie Am I Forgiven, Slow oder Blackbird, schätze ich noch wichtiger als Back To Black von Amy Winehouse ein, fraglich ist jedoch, ob diese spezielle Art des nicht tanzbaren Songs in Deutschland Erfolg haben kann. Es wäre eine Schande, Rumer zu übersehen, denn sie zeigt, dass eine gute Stimme nicht immer nur überladen sein muss.

Erschienen bei Atlantic.

Subjektiv:

Rating: ★★★★★ 

Objektiv:

Rating: ★★★★★ 

 

 

 

 

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

2 thoughts on “Tonträger der Woche: Rumer – Seasons Of My Soul

  1. Hab sie gestern bei Harald Schmidt ein Lied (Slow) singen hören. Erster Eindruck war verheerend. Null Ausstrahlung und fader Gesang. Wenn ich ihrem Album nochmals ne Chance gebe, dann höchstens weil du geschmacklich ja nicht so völlig daneben liegen kannst.

  2. Oh, dann wird das an Harald Schmidt gelegen haben! Burt Bacharach kann nicht irren! Ich habe sie zuerst bei Jools Holland ( http://www.youtube.com/watch?v=OpuwpFnz7bw) gesehen und war sehr beeindruckt. Nicht, weil ich sowas nicht kennen würde, sondern weil ich lange nichts gehört habe, was so unaufgeregt loungig daherkommt. Im Mainstream.

    „Wenn ich ihrem Album nochmals ne Chance gebe, dann höchstens weil du geschmacklich ja nicht so völlig daneben liegen kannst.“

    Merci!

    Ich schau mir das jetzt erst mal bei HS an. Mal schauen, wie es war.

    Edit
    : So, gesehen. Sehr schlechter Mix, die Stimme geht total unter und klingt überstrapaziert – was natürlich nach dem Tourmarathon der letzten Wochen auch kein Wunder ist. Sie ist ja im Moment Dauergast in Amerika (jüngst für Herb Alpert gespielt). Das klingt auf dem Album anders. Aber, und das möchte ich deutlich herausstellen: Ich habe, bevor ich das Album / die Youtube Videos gehört / gesehen habe, keine Kritik gelesen und war so unvorbereitet. Es kann sein, dass das Album schlechter ankommt, wenn man andere Erwartungen hat. Wie dem auch sei: Neben Keren Ann ist das Album im Moment Dauergast in meinem Player!

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