Tom Jones – Greatest Hits Rediscovered

Tom Jones Greatest Hits Rediscovered CD Cover

Der Tiger ist zurück. Tom Jones, Traum tausender Frauen der 60er/70er Jahre, Marsmännchenbezwinger und Samtstimme in einer Person hat nach seinem reifen Alterswerk Praise & Blame eine neue Greatest Hits am Start – inwieweit nach 9 offiziellen und unzählbaren inoffiziellen Veröffentlichungen so etwas noch Sinn ergibt, sei dahingestellt. Viel wichtiger ist jedoch, was die neue Kompilation aussagt. So findet man auf 29 Tracks kaum einen Aussetzer. Die wenigen, die sich doch dazwischen gemogelt haben sind dann vor allem jene, auf denen Jones irgendeinem Danceact zur Seite gestellt wurde und dort völlig deplatziert wirkt. Auch das Robbie Williams Duett Medley From The Full Monty wirkt lieblos, vor allem der schlechte Klang schmälert das Hörvergnügen. Auf Baby It’s Cold Outside fragt man sich hingegen unweigerlich, ob es wirklich eine gute Idee war, Cerys Matthews (Catatonia) als Partnerin auszusuchen – sonst eine gute Sängerin kontrastiert sie zu stark zu Jones alles durchdringendem Organ. Man muss schon neidvoll anerkennen, dass Stücke wie What’s New Pussycat oder It’s Not Unusual nur von Einem gesungen werden können. Ja, auf Rediscovered gibt es viel zu entdecken. Seien es die grandiosen neuen Stücke seines aktuellen Albums Praise & Blame, Klassiker (Funny Familiar Forgotten Feelings, I Who Have Nothing, With These Hands – Gänsehaut!) oder Untergegangenes aus seinem letzten Album 24 Hours. Eine runde Sache mit kleinen Mängeln die doch immer wieder beschwörend vor Augen führt, was für ein Ausnahmetalent Tom Jones ist und immer sein wird. Was jedoch etwas wundert: Auf 29 Tracks befindet sich nur ein einziger Track von Burt Bacharach

Erschienen bei Universal / Seconds Out.

Subjektiv:

Rating: ★★★★☆ 

Objektiv:

Rating: ★★★★☆ 

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

2 thoughts on “Tom Jones – Greatest Hits Rediscovered

  1. Also, wenn die auf Amazon angegebene Reihenfolge des Tracklistings stimmt, dann wurde da ja nach dem Motto Kraut und Rüben agiert. Warum hat man nicht CD 1 dem ersten Jahrzehnt seines Schaffens gewidmet und CD 2 den nicht ganz so reichlich gesäten Hits der restlichen 4 Jahrzehnte. Aber so: Auf Kiss folgt Delilah, auf Sexbomb wirklich What’s New Pussycat?, auf das grandiose, überhaupt beste Lied Daughter Of Darkness doch tatsächlich Burning Down The House. Wer bitte wird dafür bezahlt, so ne willkürliche Scheiß-Reihenfolge zu erdenken? Gerade wenn es ohnehin nur eine weitere von unzähligen Best-Of-Scheiben ist, diesmal eben inklusive Spätwerk, hätte man mit chronologischer Aufbereitung und zusätzlicher Ausstattung (DVD) wirklich die Nörgelei einer Geschäftemacherei verhindern können.

  2. Ja, das habe ich mir auch so gedacht. Das macht den Hörfluss ein wenig kaputt. Es gibt auch gute Kombinationen, aber zum Teil merkt man, dass ein Stück nur seinen Weg auf die Kompilation gefunden hat, weils gerade hip ist. Wie z.B. das Duett mit Robbie Williams. Mir wäre eine chronologische Reihenfolge auch lieber gewesen. Trotzdem habe ich mich eher auf das Songmaterial konzentriert – denn eine xte Best Of ist schon a priori sinnlos.

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