Ben L’Oncle Soul – Ben L’Oncle Soul

Ben L'Oncle Soul

Ben L’Oncle Soul, ein französischer Musiker trimmt Seven Nation Army der verhassten White Stripes auf alt… Na da war ich ja erst mal skeptisch: Was darf man da erwarten?!? Der erste Höreindruck vertrieb jedoch die Zweifel. Der Song hat ungemein dazugewonnen, klingt, als sei er in der goldenen Zeit des Motownlabels entstanden, mit seiner fetten Hammondorgel, dem treibenden Beat und nicht zuletzt der butterweichen Stimme Ben L’Oncles, der wie ein Relikt aus längst vergangener Zeit klingt. Der bei Motown France unter Vertrag stehende Sänger hat ein Album aufgenommen, dass jeden Soulfan freuen sollte, aber leider auch einen leicht bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Klar, Soulman, Petite Soeur, I Don’t Wanna Waste (mit seinem Sergio Mendes Piano), Come Home, L’Ombre D’Un Homme oder Back For You sind feinster Retro Soul, tolle Kompositionen, die sich sowohl auf Tanzfläche als auch in heimischen Schlafzimmern wohl fühlen und sind schön anhören, sie bereiten überdies unermesslichen Spaß – Ihnen ist aber auch das Problem inne, das man das Gefühl hat, man hätte das alles schon einmal gehört. Aber seien wir ehrlich: Amy Winehouse‘ Back To Black hinterließ seinerzeit den gleichen Eindruck.

Erschienen bei Motown France / Tipping Music / Universal.

Subjektiv:

Rating: ★★★★☆ 

Objektiv:

Rating: ★★★☆☆ 

Wenn dir der Artikel gefällt, wirst du mein Buch lieben: The Beach Boys - Pet Sounds

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

4 thoughts on “Ben L’Oncle Soul – Ben L’Oncle Soul

  1. Also mir persönlich ist das Album zu glatt. Wo Soul draufsteht, sollte auch Soul drin sein. Und das vermisse ich an den Songs: es fehlt an Herzblut.

    Es scheint mir einfach zu sehr auf der momentanen Retro-Soul-Welle mitschwimmen zu wollen. Trotzdem für’s Radio ganz gut geeignet.

    Ich bleibe weiterhin bei Eli „Paperboy“ Reed. Was der Junge reißt ist unglaublich, wohlgemerkt mit eigenen Songs und nicht mit Coverversionen. ER lebt den Soul und so sollte es doch auch sein. Oder etwa nicht?

  2. Genau, Ich finde es ist das perfekte Beischlafalbum und gut um ein wenig zu tanzen. Kein Vergleich zu Anthony Hamilton und co. Aber es macht Spaß. Früher hatten wir ja das Problem, dass Soul nur noch aus Rhythmus und übertriebenem Castinggesang bestand – deshalb mag ich das Album hier ganz gerne. Es wirkt echter als Durchschnittswahre, aber es ist trotzdem nicht edgy.

  3. Es ist schon komisch – manchmal find ich Ben genial, aber es gibt Tage da halt ich diesen soften Singsang nicht aus! Hmmm….

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