Vom gemeinen Germanistikstudenten trifft man meist zwei Exemplare: Den eigenschaftlosen, retrobewussten Lehramtsstudenten, auch Streber genannt, der betont gerne Indiepop oder auch mal kunterbunt-gemischt hört, der von Montag bis Donnerstag arbeitet, sich Freitag den Schädel flutet, Samstags im Koma liegt und den Sonntag mit einem Cappuccino eröffnet um sich anschließend auf den kommenden Montag vorzubereiten um das Spiel von neuem zu beginnen, sowie den fachwissenschaftlich orientierten Langweiler, dem die große Popkarriere leider versagt blieb und der nun seine Wunden leckt, indem er auf Internetseiten andere Bands rezensiert. So das Cliché. Was das mit der vorliegenden LP zu tun hat? Auf ihr sind 10 wunderbare Titel deutscher Liedermacher versammelt, deren Texte allesamt literarisch anspruchsvoll sind und jedem Germanisten die Freudentränen in die Augen treiben werden. Sei es Norman Palm, Rosalie und Jacob, Julian Gerhard, Jan Böttcher (grandios!), Fön oder der allseits geliebte Gisbert zu Knyphausen. Ein schönes Konzept, das endlich einmal die Randgruppe der singenden Dichter beachtet und zeigt, dass Menschen, die mit der deutschen Sprache umgehen können, nicht immer bloß langweilige Lehramtsstudenten sein müssen. Das Bookends auch noch auf der alten Schallplatte erscheint ist natürlich doppelt so schön!
P.S.: Der Rezensent ist selbst Germanist.
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Juli 30th, 2010 at 13:50
Schön… ich glaub ich lege mir dieses Werk zu, wenngleich ich keine Germanistik-Studentin bin