Eels – End Times

Vagrant Records / Cooperative Music / Universal

Eels habe ich bisher eher wenig Beachtung geschenkt. Sicher, ich hatte Shootenanny! und den Soundtrack zu Yes Man, aber sonst nichts. In den letzten Monaten wuchs mir die Stimme von E mehr und mehr ans Herz, die Texte schienen Teile meines Lebens widerzuspiegeln. In der Bloggercommunity häuften sich die positiven Stimmen und so wurde ich neugierig. Ich dachte mir, das Album könnte belanglos sein, da E evtl. seine Songwriterstärke in Hombre Lobo gesteckt hat und nichts mehr übrig wäre – bei der schnellen Veröffentlichung von End Times liegt der Gedanke nah. Pustekuchen! End Times von Eels ist schlecht gemischt, roh und ungehobelt, zieht aber genau aus diesem Defizit die Kraft, bestimmte Dinge auf den Punkt zu bringen. Wie Glen Hansard in Once fokussiert er den Schmerz einer gescheiterten Beziehung auf unglaublich intensive Art und macht ein Folk / Blues Album, wie man es gerne hört. Zweimal habe ich es heute am Stück hören können, gestern nur einmal. Zu traurig, zu intim, zu sehr meine Gedankenwelt. Sie ist weg und alles was bleibt sind schmerzliche Erinnerungen, der Wunsch, es sei wieder alles so wie beim ersten Date. Und dein Verstand sagt dir, dass sie verrückt ist, aber du fühlst dich zu alt, um nach etwas Neuem zu suchen. Du wirst zum Eremiten, dein einziger Freund ist deine Gitarre, dein Piano oder was du sonst so spielst. Nicht zu vergessen der kleine Vogel, der vor deinem Fenster sitzt. Doch mit jedem Lied wird es besser und du wagst dich wieder nach draußen. Bei Leonard Cohens Songs Of Love And Hate schrieben die Kritiker, man solle doch gleich die Rasierklingen mitliefern. Bei Eels stellt sich die Frage, ob das Cover vorsorglich mit Gift getränkt wurde.

Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

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4 thoughts on “Eels – End Times

  1. könnte bei mir auch zum album für die ewigkeit werden, dauert aber eventuell noch etwas 🙂 wirklich eine hervorragende platte!

  2. Momentan stehe ich noch zu meinen 8/10 Punkten, aber ich habe das Gefühl, die Platte wird noch wachsen. Während ich bei „Hombre Lobo“ nicht mal übers kurze Reinhören hinausgekommen bin, weil ich das Album furchtbar seelenlos fand, ist „End Times“ wirklich eine fabelhafte Platte geworden.

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