Kris Kristofferson – Closer To The Bone

kriskristoffersoncloserBlue Rose Records / New West Records

An Kris Kristofferson scheiden sich die Geister: Für die einen ein Held, für die anderen der Typ aus Convoy (einem meiner Lieblingsroadmovies, der sogar in akademischen Kreisen Beachtung findet, wie ich in einer Doktorarbeit über Roadmovies herausfinden durfte). Ähnlich wie Kevin Costner, den ich ebenfalls kultisch verehre. Was die Typen anfassen, wird Gold. Und so bleibe ich immer unverstanden zwischen Menschen, die vorgeben, Freiheit zu lieben, aber den ursprünglichen Ausdruck der Freiheit – manifestiert in den Filmen und Alben beider Künstler – nicht verstehen. Personen, die zwar Unisono Die Gedanken Sind Frei erkennen können, aber dann doch zu doof sind, den Sinn des Liedes zu verstehen.

Meine Vorliebe für Country habe ich nicht erst seit den von Rick Rubin produzierten Cash Alben. Ich liebe diese Musik seit ich 14/15 bin und zum Fan wurde ich mit 17, durch Willie Nelson, Kristofferson, Cash, Emmylou Harris, Bobby Gentry und natürlich der göttlichen Alison Kraus. Und dann gabs da noch LeAnn Rimes, die in den letzten 10 Jahren nur noch Schrott produziert hat. Was an diesem Album so reizt ist die Verschrobenheit. Countryneulingen seien da eindeutig dieCash/Rubin Alben empfohlen, denn man muss sich die Musik schon etwas schönhören. Zuhören ist das Stichwort. Ein Mann, eine Gitarre, eine Mundharmonika – gelegentlich ein Bass, ein wenig Perkussion oder eine Mandoline. Die Simme des alten Mannes als Hauptinstrument. Und diese ist verbraucht, alt, krumm und schief. Grummelig. Der pure Wahnsinn. Ein Album nach meinem Geschmack. Das Wesentliche im Vordergrund. Sollte Kristofferson demnächst sterben, hätte er ein Alterswerk geschaffen, dass jedem Countryfan eine Gänsehaut verpasst. Teilweise so traditionell, dass die Aufnahmen wirken, als hätte man uralte Songs neu aufgenommen. Fantastisch. Ein wenig wie Naked Willie von Willie Nelson.

subjektiv4sterne

objektiv3sterne

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.