Julians Plattenkiste: Insterburg & Co – Musik Im Eimer

musimimeimergrNun ist es doch nicht Lieder aus Kunst Und Honig geworden – das liegt vor allem daran, dass das Cover zu Musik Im Eimer viel grandioser ist und einfach mehr Beachtung verdient. Musikalisch gibt es bei Insterburg und Co ja nicht allzu großer Unterschiede. Die LP verlangt einem wirklich eine Menge ab. Es gibt ein Wiedersehen mit Knut Wuchtig, Ich Bin Berliner ist textlich wirklich ganz ausgezeichnet („Ich lebe in Hamm / Ich bin ein Hammer / Ich bin ein Hammer / Ich bin behämmert… Ich lebe in London / Ich bin ein Londoner / Ich lebe in Paris / Ich bin – kein Londoner“) und Massagesalon bietet einen gut aufgelegten Ingo Insterburg an der Geige, die er Live meist mit den Füßen spielt. Das Stück erinnert an Django Reinhardt. Karl Dalls singt Ich bin der Liebling der Frauenwelt, auf Heut ist Wandertag gibt es einen sozialistischen Jugendchor zu hören („Wir wandern durch den Harz / Uns qualmen schon die Socken / Doch plötzlich geht’s nicht weiter / Vor uns liegt ein harter Brocken / Wir wandern durch die Börde / Bergauf und schwitzen sehr / Einer ruft vom Schloss herunter / Ich Magdeburg nicht mehr“). Die Platte ist ganz schöner harter Stoff, aber: Ich habe gelacht. Verklagt mich doch bei der Humorpolizei!

P.S.: Und was singen Insterburg und Co am Ende der Platte?  „Ich halt‘ das nicht mehr aus… Aufhören! Aufhören! Aufhören!“

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.