Florence And The Machine – Lungs

florence and the machineIsland / Universal

Bitte nicht schon wieder eine Sängerin aus England! Nein, Spaß beiseite, es reicht langsam wirklich. Musik junger Frauen aus England nervt mich eigentlich nicht – vielmehr nerven mich die ewig gleichen Songs. Entweder sind sie luftig-locker oder rockig-depressiv. Aber sie klingen alle nach Kate Nash. Wenn mich ein Ukuleleintro nicht vom Hocker reißt, dann kann irgendwas nicht stimmen. Dabei ist Lungs gar kein schlechtes Album. Das zu behaupten wäre unfair. Über so ein Debütalbum wäre jeder Musiker froh. Ich glaube nur nicht, dass das Album auch noch in einem halben Jahr gefällt. Die Highlights sind ohne Zweifel Kiss With A Fist, Hurricane Drunk, Cosmic Love und Drumming Song. Dennoch bleiben die Melodielinien ewig gleich, die Arrangements sind, wie schon gesagt, Genretypisch und auch sonst will das Album einfach nicht begeistern. Klar, es rockt und zwirbelt auch ordentlich, aber das war‘s dann auch schon. Gebrauchsmusik. Ich denke aber, dass das nächste Album sicher besser (sprich: Kurzweiliger) wird. Florence sollte sich auf ihre Stärken (rockende Songs, gute Stimme, tolle Texte) besinnen und weniger versuchen, andere Erfolgsgeschichten aus England zu kopieren. Ab und an eine originelle Gesangslinie (wie in Kiss With A Fist oder Howl) wäre auch nicht schlecht. Also: Weiter so, nur mit mehr Eigenständigkeit.

subjektiv3sterne

objektiv4sterne

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.

3 thoughts on “Florence And The Machine – Lungs

  1. Florence Welch mit Kate Nash zu vergleichen entspricht etwa dem Vergleich von Äpfel und Birnen.
    Sie sind beide Musikerinnen aus England.
    Und da enden auch schon die Gemeinsamkeiten.
    Währen Kates Texte Geschichten aus dem Leben erzählen,
    sind die Lyrics von Florence and the Machine beinahe poetisch, sehr bildhaft und finden sich so bei keiner britischen Sängerin wieder.
    Auch vom Instrumentalen unterscheiden sie sich in WELTEN.
    Das Besondere an Florence Welch ist gerade, dass sie sich nicht auf die heute „gewöhnlichen“ Instrumente – Gitarre, Schlagzeug, Bass, Keyboard … – beschränkt, sondern Außergewöhnliches hinzuholt: Harfen, Streicher, viele verschiedenklingende Trommeln. Und gerade das macht einen unfassbar großen, nahezu EPISCH klingenden Gesamtklang aus, den man (obwohl ich ein großer Fan von Nash bin) bei Kate Nash vergeblich sucht. Ihre Musik ist seicht, Florence Welch ist dramatisch, kraftvoll, anders!
    Ein Vergleich zwischen den beiden ist sowohl oberflächlich, als auch voreingenommen.
    Obwohl beide großartige Künstlerinnen sind, bewegt sich Florence & the Machine auf ganz anderem Niveau!

  2. Wann habe ich dir Kritik geschrieben… 2009… Naja, vieles sehe ich absolut so, wie damals. Der Kate Nash Vergleich stammt so auch nicht von mir, sondern aus dem Rolling Stone (oder ME – Story zum Thema Feminismus in England). Es wurde lediglich ein Diskurs aufgegriffen und ein subjektiver Höreindruck beschrieben. Gut, vergleiche ich Florence mal mit A Fine Frenzy (poetische Text, etwa gleiche Strukturen, interessante Instrumente), die ähnliche Stücke bereits vor VÖ von Lungs gespielt hat, also dem Generalverdacht des Plagiats entgeht – dann greife ich im Zweifelsfall immer zu AFF, da mich die Musik mehr berührt. Bitte bedenke auch, dass ich hauptsächlich Chanson und Jazz bearbeite. Unsachlich (Äpfel & Birnen) wäre es gewesen, da Vergleiche anzustellen.

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