Jazzclub Legends – Jacques Loussier plays Bach Highlights

loussierJazzclub / Emarcy / Universal

Toccata & Fugue in D Minor / Prelude No. 1 In C Major / Prelude No. 2 in C Minor / Fugue No. 2 in C Minor, Cantata No. 147, Aria, Gigue, Italian Concerto in F Major: Allegro / Italian Concerto in F Major: Andante / Italian Concerto in F Major: Presto / Fabtasia in C Minor / Choral No. 1 / Cantata No. 29 / Sonata For Flute and Harpsichord in E Flat / Passacaglio in C Minor

Wie soll man eine Kritik beginnen, die sich mit einem Jahrhundertwerk des Jazz befasst? Vielleicht ist es sinnvoll sich einmal die Frage zu stellen, warum guter europäischer Jazz meistens aus Frankreich oder dem Schwarzwald (kein Scherz) kommt. Warum eignen sich ausgerechnet Bachs Stücke dazu, in jazziger Form eingespielt zu werden? Es wird wahrscheinlich daran liegen, dass Bach selbst genial improvisieren konnte, er war sogar fähig, Fugen aus dem Stehgreif zu improvisieren, er beherrschte also die Königsdisziplin der Klassik. Es gelang ihm sogar Fugen zu schreiben, die ausgesprochen locker, gar jazzig klangen und nie zu verkopft wirkten. Nie war seine Musik beliebig (ein Punkt, den ich Mozart gerne vorwerfe). Ist Wagner oder auch Mozart immer ein Streitthema, so überzeugt Bach doch nahezu jeden Klassikliebhaber. Bei ihm stellt sich nie die Frage, ob man eher Katzen oder Hunde mag. Mit ihm ist es wie mit Ella Fitzgerald: Everybody Loves Bach. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der 1934 geborene Franzose Jaques Loussier Bach liebt. Lieben scheint nicht einmal das treffende Wort zu sein. Loussier lebt Bach, er atmet Bach, man möchte meinen, er sei Bach. Der vom Universaltochterlabel „Jazzclub / Emarcy“ zusammengestellte Sampler „Jazzclub Legends – Jacques Loussier plays Bach Highlights“ ist sowohl ein gelungener Querschnitt durch Bachs Werk als auch durch das Werk Loussiers. Ein Sampler, nach dessen ersten Hördurchlauf man sofort gewillt ist, sämtliche Veröffentlichung des Künstlers zu kaufen, da man kein Stück missen möchte. Alles klingt so wunderbar frisch und das, obwohl einige der Stücke (in dieser Einspielung) schon über 50 Jahre alt sind. Das Album groovt ohne Ende und es kann sowohl zum abhängen als auch auf Empfängen und Abendessen mit den Schwiegereltern gehört werden (außer es sind Vollprolls). Wie sagte einst Ludwig van Beethoven? „Nicht Bach, sonder Meer sollte er heißen (…)“. Meinerseits eine absolute Kaufempfehlung.

http://www.verve-jazzclub.com/

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Wer ich bin: Ich schreibe Bücher, forsche zur Massenkultur (Comics!), komponiere, liebe Musik & bin hoffnungslos franko-/italophil.

Woran ich glaube: Wir sollten im Leben danach streben, Narren zu sein. Immer auf der Suche, niemals am Ziel, von Neugier getrieben, mit offenen Augen, Ohren & Geist durch die Welt gehend.